Der Countdown läuft… Freitag Früh um 6 Uhr geht’s endlich wieder mal auf Tour mit den Belle Ragazze – diesmal Richtung Irland! Ich freu mich (abgesehen davon, dass ich schon um 3.30 Uhr aufstehen muss 😅)!
Freitag, 28. Juni
3.30 Uhr: Der Wecker klingelt und es blitzt und donnert. Das Wetter spielt momentan wirklich verrückt. Nach einem heftigen Regenschauer kommen wir pünktlich um 5 Uhr am Flughafen Memmingen an.
Drei Stunden später landen wir in Dublin.

Ein kühler Wind pfeift uns um die Ohren, als wir unser Mietauto abholen, aber immerhin ist es trocken 👍.

In Kinnegad machen wir unsere erste Pause. Ein netter kleiner Ort mit vielen süßen Bars und Restaurants 🌸🌼🌺!

Zeit für ein ordentliches Frühstück!

Frisch gestärkt machen wir spontan den 5,2 km langen „Boreen Bradach Loop Walk“ rund um den Ort.

Weiter geht’s Richtung Westküste. Plötzlich zeigt das Display am Auto an „Keycard Battery low“. Na klar, wäre auch zu schön, wenn jetzt alles reibungslos klappen würde (nachdem es wegen der Zahlung einer Unterkunft im Vorfeld schon über Wochen hinweg diverse Probleme gab und zudem unser ursprünglicher Autovermieter driveFTI pleite ging…). Da uns der Budget Service eine zweistündige Wartezeit angedroht hat, nehmen wir das Problem schließlich selbst in die Hand und kaufen in Athlone im Golden Island Shopping Centre eine Ersatzbatterie. Batterie eingebaut und die Meldung ist weg (manchmal kann es so einfach sein, aber der Typi vom Service ist nicht auf die Idee gekommen)! So können wir noch entspannt einen „Americano“ trinken und ein bisschen durch die Stadt bummeln.

Hier wird’s auch richtig bunt 🌈.

Am Nachmittag machen wir uns auf die letzte Etappe.

Nach fast 300 Kilometern kommen wir gegen 17.20 Uhr in Clifden an der Westküste an.
Ein süßer Ort – auch unsere Unterkunft, „Lamp Light Rooms“ ist sehr gemütlich und hat eine tolle Weinbar und ein feines Restaurant dabei.
Hier stehen wir allerdings vor dem nächsten Problem. Keine von uns hat an einen Netzadapter gedacht. Katastrophe!!! Zum Glück hat die ‘Phone World’ noch auf, die Adapter in allen möglichen Varianten vorrätig hat, und so kann es doch noch ein entspannter Abend werden!
Die Fish & Chips im „EJ Kings“ sind wirklich zu empfehlen! Und danach ein Bierchen in „Griffin‘s Bar“!


Gegen 22 Uhr wollen wir eigentlich nur noch schlafen, aber in der Bar unserer Unterkunft gibt es Livemusik – da wollen wir auch nicht unhöflich sein und trinken bei schöner Musik noch einen Cocktail, bevor wir müde ins Bett fallen.
Samstag, 29. Juni
Nach einem tollen Frühstück decken wir uns im Supermarkt mit liebevoll zusammen gebastelten Paninis und Wraps ein, bevor wir uns auf die schöne (und schmale) Skyroad am Wild Atlantic Way begeben.
Als erstes kommen wir am alten Clifden Castle vorbei. Wir sind überrascht wie gut erhalten das kleine Schloss ist.

Danach geht’s weiter Richtung Westen. Immer wieder kommen wir sehr nah an die Küstenlinie ran.
Und schon kommt das nächste Highlight, die Kylemore Abbey, offenbar ein Besuchermagnet.
Sieht sehr beeindruckend aus und ist im Inneren sicher schön, aber wir wollen den (vielleicht einzigen sonnigen) Tag dann doch lieber in der Natur verbringen, statt uns mit zig anderen Touris durch das Anwesen führen zu lassen.

Nur wenige Kilometer weiter liegt Letterfrack, der Ausgangspunkt für unsere geplante Wanderung im Connemara Nationalpark.

Es geht auf den Diamond Hill.
Wir sind nicht die einzigen, die sich aufmachen, um den 442 Meter hohen „Berg“ zu erklimmen. Es scheint sich zu lohnen.

Einmal müssen wir das Wahrzeichen schon umrunden – hier ist es nicht weit zum Besucherzentrum der „Cliffs of Moher“, wo unzählige Busse die Leute aus aller Welt herkarren. Ist ja auch verständlich – die bis 200 Meter hohen Klippen sind schon gigantisch anzusehen.

Es ist heute sehr stürmisch, aber manch eine(r) ist unerschrocken und spaziert in sommerlicher Kleidung den Hügel hoch, wobei wir uns einpacken, als ob wir einen 5000-er erklimmen wollen.

Wir lassen uns vom Wind aber keinesfalls die Laune verderben. Wir freuen uns einfach nur riesig, dass die Sonne rauskommt und wir die traumhafte Landschaft genießen dürfen!

An einem halbwegs windgeschützten Plätzchen schnabulieren wir eine kleine Brotzeit, bevor wir uns auf den Rückweg machen.

Der Wind begleitet uns auch den restlichen Weg, aber wir genießen das Grün und die rauhe Natur!

Zurück in Clifden am späteren Nachmittag heißt es, sich auf das Achtelfinale der Fußball-EM vorzubereiten. Erst ein mega Abendessen in „Guy‘s Bar“, danach die Suche nach einem Pub, welches das Spiel überträgt.
Wir landen schließlich wieder im „EJ Kings“, wo wir einen schönen Platz mit Blick auf den Fernseher bekommen. Erst gratulieren wir zwei Schweizern zum 2:0 Sieg über Italien, und dann müssen wir selber bangen.

Am Ende sind wir froh, dass sich die deutschen Fußballer mit 2:0 gegen die Dänen durchsetzen können.

Und so werden wir beim Viertelfinale wieder dabei sein – in irgendeiner Bar in Dublin…
Sonntag, 30. Juni
Nachdem wir ausgeschlafen haben suchen wir uns ein schönes Café zum Frühstücken. Danach erkunden wir ein bisschen unsere nähere Umgebung.

Der bunte kleine Ort ist überschaubar, hat aber viele schöne Flecken.


Wir machen noch ein Hotel-Restaurant mit „Biergarten“ und Blick auf eine kleine Bucht ausfindig, das bei schönem Wetter sicher ein traumhafter Platz ist um ein oder zwei Bierchen zu trinken.

Als wir uns später Richtung Nordosten aufmachen wird die Landschaft richtig wild. Nicht umsonst ist es der „Wild Atlantic Way“, auf dem wir uns befinden.

Unser Ziel, das „Lost Valley“ wollen wir gegen 14 Uhr erreichen, weil wir dort eine Tour gebucht haben. 72 Kilometer in 1,5 Stunden laut Google Maps. Wir fahren schon gegen 11.30 Uhr los, müssen aber nach einem Unfall auf der N59 Bundesstraße umdrehen und einen riesigen Umweg über die ‚Connemara Loop‘ fahren, um unser Ziel zu erreichen. Die Landschaft ist gigantisch, und die Straßen teilweise so schmal, dass man eine Stelle zum Ausweichen suchen muss, wenn Gegenverkehr kommt. Zum Glück verirren sich nicht allzu viele Fahrzeuge in diese gottverlassene Gegend.

Aufgrund unseres unerwarteten Umwegs müssen wir uns beim Mittagessen sputen – der Stopp beim „Misunderstood Heron Foodtruck“ mit genialem Blick auf den Killary Fjord ist dennoch ein Muss. Allerdings scheint es auch kein Geheimtipp mehr zu sein. Es ist einiges los.


Nach feiner Karotten-/Ingwer-Suppe und einem Brownie geht die Fahrt auf immer schmaler werdenden Straßen weiter. Der Adrenalinpegel steigt bei jeder nicht einsehbaren Kurve.

Pünktlich um 14 Uhr kommen wir am „Lost Valley“ an, nachdem wir kurz davor einen riesigen Sandstrand passiert haben. Man kann erahnen, dass das Wasser bei sonnigem Wetter, was wir heute leider nicht haben, türkisblau schimmert.

Gerard Bourke und seine Frau Maureen erwarten uns und etwa 20 weitere Besucher auf ihrem gigantischen Anwesen in the middle of nowhere, das die Familie seit Generationen innehat und liebevoll pflegt (und inzwischen für Touristen wie uns zugänglich macht).

Auf einer etwa 4,5 Kilometer langen Rundtour erfahren wir von Gerard mehr als wir verarbeiten können (mal abgesehen davon, dass wir nicht alles verstehen). Viele Stories drehen sich um die große Hungersnot in Westirland Mitte des 19. Jahrhunderts und die Familiengeschichte. Sehr interessant!

Am Ende gibt es noch Tee und Kekse im Elternhaus von Gerard und eine Vorführung wie der treue Schäferhund seine Herde am Abend zusammentreibt.

Mit kurzen Zwischenstopps an einem Friedhof und einem Wasserfall fahren wir am Abend nach Clifden zurück, wo wir in unserer Unterkunft den Abend mit leckeren Antipasti ausklingen lassen.

Montag, 1. Juli
Frühstück im „Woodfield Hotel“ – das Hotel-Restaurant mit dem tollen Blick auf die Bucht. Danach etwas Shopping – einen Snack im gut sortierten Supermarkt „Supervalue“ für unsere Wanderung am Nachmittag, dann noch ein bisschen bummeln in der kleinen Stadt. Aktuell Nieselregen und 14 Grad, aber es soll im Laufe des Tages besser werden.
Um 11.30 Uhr sind wir in Cleggan, unweit von Clifden, um die Fähre nach Inishbofin zu nehmen.


Auf Inishbofin angekommen (nach 35 Minuten Überfahrt), stärken wir uns erst mit einem Kaffee in der „Beach Bar“.

Dann gehen wir die ca. 8 Kilometer lange „Westport Loop“ an, die uns durch den Westen der traumhaften Insel führt.

Die weiße Kuh ist das Wahrzeichen der Insel und wir uns später noch in Form eines Biers begegnen!
Wir wandern mutterseelenallein durch die tolle Landschaft.






Zurück in Clifden (nach einer wärmenden Dusche) gehen wir in „Mannion‘s Bar“ zum Essen, wo es geniales „Traditional Connemara Irish Stew“ gibt. Zartes Lammfleisch mit Gemüse als Eintopf, mit Kartoffelpüree serviert. Der absolute Hammer. Danach brauchen wir aber einen Verdauungsspaziergang.

Das ist mal die andere Perspektive auf Clifden. Auch wunderschön!
Zum Abschluss eines tollen Tages gehen wir noch in „Lowry‘s Bar“. Erst gibt es Fußball, dann geniale Live Musik.

Dienstag, 2. Juli
Wir verlassen Clifden nach 4 Tagen. Es geht Richtung Süden. Der Weg führt uns zunächst wieder über Galway, die Stadt, die wir auch bei der Anreise passieren mussten. Die unzähligen Kreisverkehre nerven ziemlich, aber das Navi unseres Mietautos ist wirklich gut und zeigt immer genau an, wo man sich einreihen muss. Nach gut 100 Kilometern machen wir einen Stopp in Kinvara. Damit die Fahrt nicht zu lang wird haben wir eine Komoot-Tour rausgesucht.
Im Eurospar kaufen wir eine kleine Stärkung ein, bevor es auf die 11,5 km lange Strecke geht.

Der Ort Kinvara ist ganz schön, und schon bald kommen wir auf‘s Land. Leider gibt es dort keinen Wanderweg, sondern nur eine Straße. Es ist teilweise etwas aufregend, wenn einem auf der kurvigen Strecke Autos entgegenkommen, die uns wegen der vielen Büsche am Straßenrand erst kurz vor knapp sehen. Deswegen laufen wir recht zügig, um möglichst schnell von der Straße runterzukommen.

Das Wetter ist nahezu genial – es hat stellenweise bis zu 17 Grad, ab und zu lässt sich die Sonne blicken, der Wind hält sich in Grenzen und es regnet nicht! Was will man mehr 😁!

Ab und zu versüßen uns kleine Kälbchen und Kühe in allen Farben und Formen den Weg.
Ansonsten lassen wir die Tour unter „GA“ laufen – ich hab gelernt, dass das „Grundausdauer“ heißt (nicht etwa „Genussausflug“ oder ähnliches 😏), was ja schließlich nicht schaden kann.

Irgendwann erreichen wir sicher und schon ein bisschen müde das „Dunguaire Castle“. Eigentlich gibt es hier gar nichts zu sehen, da der Zugang zum Inneren der Burg verschlossen ist (und nicht so aussieht, als ob er die letzten Jahre jemals geöffnet war); aber es gibt einen extra Car Park (sogar für Busse). Eigenartig…
Wir umrunden die Burg und machen erstmal Brotzeit am See.
Danach geht’s noch etwa 50 Kilometer mit dem Auto weiter Richtung Westen.
Die Straße wird kurviger, und auf einer Anhöhe halten wir kurz an um einen Blick auf die karge Karstlandschaft des „Burren“ zu werfen.

Gegen 16.30 Uhr kommen wir in Doolin an, wo wir ein ganzes Haus in den Doolin Village Lodges gebucht haben. Hier hat jede ein eigenes Schlafzimmer und es gibt ein tolles Wohnzimmer und eine große Küche mit Esstisch. Draußen eine Terrasse, die man im Sommer sicher gut nutzen kann, wann auch immer hier Sommer sein mag, bzw. wie auch immer der hier definiert wird…

Wir wandern, nachdem wir uns häuslich eingerichtet heben, in den Ort.

Anhand der Autos, die am Ortsrand parken, kann man schon erahnen, was hier tagsüber los ist. Doolin ist der Ausgangspunkt für die „Cliffs of Moher“, die Attraktion hier an der Westküste. Wir wollen die Klippen an der Steilküste natürlich auch sehen und sind am Überlegen, wie und wann man den Massen an Leuten am besten aus dem Weg geht…
Im berühmten (und riesigen) „O‘Connors“ Pub trinken wir ein Bier, bevor wir später im „Fitz‘s“ Pub zu Abend essen.
Hier ist es auch schön warm – endlich mal Gelegenheit was Kurzärmliges zu tragen… ohne dass man gleich Gänsehaut bekommt.

Die Seafood Platter und auch die anderen Gerichte sind super lecker. Allgemein sind wir positiv überrascht wie gut man hier in Irland überall essen kann!

Mittwoch, 3. Juli
Der Tag beginnt mit Nieselregen von der Seite. (Den Sturm muss man nicht mehr extra erwähnen, denn dieser scheint sowieso an der Tagesordnung zu sein.)
Wir machen uns auf die Suche nach einem Frühstück und werden im „Stonewall“ Café fündig. Heute gibt es orientalisch angehauchte Pizza mit Blumenkohl und Rucola zum Kaffee. Klingt komisch, schmeckt aber fein.
Anschließend fahren wir nur wenige Kilometer nach Norden zur „Doolin Cave“, die Höhle mit dem größten Stalaktiten Europas.

In der Tat ist dieser sehr beeindruckend – und noch spannender ist die Geschichte der zwei jungen Studenten aus England, die 1952 wagemutig die Gegend erkundet und die Höhle entdeckt haben. Uns gruselt bei der Vorstellung auch nur eine Minute in der engen, stockdunklen Höhle zu verbringen ohne zu wissen wo und ob man wieder heil hinaus kommt. Irre!

Meiner nicht ganz optimal, aber trotzdem bin ich froh, dass ich einen aufhabe, sonst hätte ich mir an dem niedrigen Durchgang zum Hauptdom ein paar Mal den Kopf angestoßen 😅.
Als wir aus der Höhle kommen (und noch im Souvenirladen Fudge und Shortbread in schicken Retrodosen kaufen) lacht die Sonne wieder. Also machen wir uns mit dem Auto auf nach Süden, ca. 50 Kilometer nach Kilkee, einem Geheimtipp (was es wirklich noch ist), wo man die genialen Klippen der Westküste ohne Massen an Touristen bestaunen kann (im Gegensatz zu den „Cliffs of Moher“, die das Wahrzeichen der Gegend sind und entsprechend viele Besucher anziehen).
Schon auf der Strecke haben wir traumhafte Ausblick, die wir fast allein genießen dürfen.

Die „Cliffs of Kilkee“ sind aber noch eine Spur wilder.

Wir wandern ein Stück Richtung Klippen, dann kommt plötzlich Regen auf und wir flüchten ins Auto zurück. Nach kurzer Wartezeit klart es wieder auf und wir ziehen nochmal los – diesmal ein bisschen weiter, ganz nah an der Kante zu den Klippen entlang, so dass wir einen tollen Blick haben, aber weit genug weg vom Abgrund sind, damit uns der Wind nicht hinunter bläst.

Sonne und Wolken wechseln hier sehr rasch. Es ist eine unglaubliche Stimmung und wir sind überglücklich, dass wir hier sind und dieses Naturschauspiel erleben dürfen.

Man bekommt nicht genug vom Schauen und Staunen…

Schon wieder könnte man Luftsprünge vor Freude machen 😅.

Am späteren Nachmittag verabschieden wir uns von den Klippen und fahren nach Doolin zurück. Unterwegs machen wir noch einen Stopp und sind nur verwundert, dass es doch ein paar Leute gibt, die bei diesen Temperaturen zum Teil ohne Neoprenanzug ins Wasser gehen. Verrückt 🙈.


Abends statten wir dem „McGann‘s“ Pub einen Besuch ab. Die Kneipe ist nicht nur sehr gemütlich, es gibt auch tolles Essen.
Danach einen Wein beim „Fitz“, wie gestern, und dann lassen wir den Abend mit ein paar Runden Rommé in unserem Häuschen ausklingen.
Was für ein Tag!!! 😊
Donnerstag, 4. Juli
Am Morgen gibt es mal wieder Regen (von der Seite). Wir sind schon früh unterwegs zum Bäcker, da wir heute die „Cliffs of Moher“ angehen und vor den Menschenmassen dort sein wollen.
Wir haben uns ein sportliches Ziel gesetzt: direkt von Doolin entlang der Klippen die ca. 8 km lange Strecke zu wandern, und natürlich auch wieder zurück. Um 9 Uhr geht’s los.
Wie jeden Tag bisher ändert sich das Wetter schnell, und so ist es inzwischen wieder trocken. Dass es hier öfters stark stürmt hatte ich, glaube ich zumindest, schon mal angemerkt 😉.

Wir laufen den schönen Weg oberhalb der Klippen mit Respekt – teilweise fällt das Gelände sehr steil ab und manchmal hat man das Gefühl, der Wind fegt einen in jedem Moment über die Kante …

Was ich noch nicht geschrieben habe, was aber unbedingt Erwähnung finden sollte, ist die üppige Flora hier in Irland. Immer wieder stößt man auf wunderschöne Blümchen in allen Farben und Formen.

Generell sind wir einfach nur fasziniert wie traumhaft die Landschaft ist und wie enorm die Naturgewalten sind.
Dass wir auf den ersten sechs oder sieben Kilometern nur eine Handvoll Leute treffen macht das Erlebnis noch einzigartiger. Alles richtig gemacht!




Als wir das Stück oberhalb des „Wasserfalls“ passieren, werden wir etwas nass, als ob wir in einen Regenschauer geraten wären… Aber der Wind trocknet alles wieder schnell.
Wir wandern noch ein Stück staunend weiter, bis schließlich der O‘Brien‘s Tower bei den „Cliffs of Moher“ zu sehen ist.

Auch wenn man das nicht direkt erkennen kann, sind wir plötzlich mitten drin im Getümmel.


Eine Umrandung des Wahrzeichens, dann noch ein paar Fotos uns schnell wieder weg! Die bis zu 200 Meter hohen Klippen hier sind schon beeindruckend, aber es ist einfach zu viel los.

Wir finden ohnehin, dass die Klippen in Kilkee und auf dem Weg von Doolin hierher mindestens genauso spektakulär sind, obwohl sie niedriger sind.

Wir sind happy, dass wir die Klippen zu Fuß erwandert haben und uns auch wieder per pedes auf den Rückweg nach Doolin machen, wo uns immer weniger Leute begegnen, je weiter wir uns von den „Cliffs of Moher“ entfernen. Dennoch muss man die Klippen unbedingt gesehen haben. Das ist sicher ein Highlight jeder Irlandreise!
Etwa einen Kilometer vor dem Ort erwischt uns tatsächlich zum ersten Mal während einer Wanderung der Regen – ist aber nicht schlimm. Erstens hört es schnell wieder auf und zweitens sind wir ja bald zurück in unserer Unterkunft, wo wir unsere nassen Sachen ausziehen können.
Danach suchen wir ein Pub in dem wir uns (nach 16 Kilometern, über 300 Höhenmetern und 30.000 Schritten) stärken können. Einen Burger und ein Bier, dann bin ich so platt, dass ich am späteren Nachmittag erstmal zwei Stunden in Tiefschlaf falle.
Abends gehen wir wieder in „Fitz‘s“ Pub – heute bestelle ich mir eine kleine Portion Miesmuscheln aus dem Killary Fjord in Weißweinsoße. So kann ein weiterer wunderschöner Tag ausklingen.
Freitag, 5. Juli
Wir machen uns wieder auf den Weg zurück nach Dublin. Nach Sonnenschein in der Früh regnet es, aber als wir losfahren ist es schon wieder trocken. Wir fahren die ersten ca. 150 Kilometer auf Nebenstraße – ist spannender als die Autobahn, auf der man ohnehin nur 120 km/h fahren darf.

Teilweise wird die Straße sehr „idyllisch“ als wir den südlichen Abschnitt des Kalksteingebiets „Burren“ durchqueren.
Auf einmal taucht vor uns ein Turm und ein alter Friedhof auf. Wir machen einen spontanen Zwischenstopp um das Gelände zu erkunden.

Die „Kilmacduagh Abtei“ war einst ein Bischofssitz und hat den höchsten noch erhaltenen Rundturm von Irland. Mit seinen 35 Metern Höhe und der leichten Schräglage ist der Turm einzigartig.

Auch die Grabstätten sind interessant anzusehen (manche mit künstlichem Rasen 😂).
Weiter geht die Fahrt. Wir haben schließlich ein Ziel vor Augen. 17 Uhr in einem Pub in Dublin das Viertelfinale der Fußball-Europameisterschaft anzuschauen, Deutschland gegen Spanien!
Wie geplant machen wir zum Mittag halt in Tullamore. Aus Zeitmangel können wir nicht tiefer in die Geschichte der nach dem Whisky benannten Stadt eintauchen. Wir essen etwas und drehen eine kleine Runde am Kanal entlang.

Weiter geht die Fahrt, ab jetzt über die Autobahn. Richtung Dublin Airport ist ziemlich viel Verkehr, und am Ende verzweifeln wir fast, weil wir keine Tankstelle zwischen Autobahn und Rental Car Return finden. Alle Tankstellen befinden sich in entgegengesetzter Richtung, und so verlieren wir noch ein bisschen Zeit. Am Ende geben wir das Auto exakt um 16 Uhr ab (wie ursprünglich gebucht), und stellen fest, dass es direkt bei Budget/Avis auch eine Zapfsäule gegeben hätte 🙈. Der nächste Bus zum Dublin City Centre geht um 16.25 Uhr. Die Fahrt dauert ca. 45 Minuten und führt uns am Fluss entlang, wo wir bereits einen ersten Eindruck von der Stadt bekommen.

Das heißt allerdings, wir kommen erst gegen 17.10 Uhr in Dublin an, und das Fußballspiel läuft bereits.
Also suchen wir uns direkt an der Bushaltestelle eine Kneipe, und werden fündig. Das „Bison“ Pub schaltet extra für uns den Fernseher ein. Wir sind offenbar zunächst die einzigen Gäste, die das Fußballspiel interessiert.

Bei einem Guiness müssen wir zusehen wie die deutsche Mannschaft ganz knapp 2:1 Hefen Spanien verliert – in der letzten Minute der Verlängerung. Schade – es war ein gutes Spiel und sie hätten es verdient gehabt zu gewinnen!

Immerhin solidarisieren sich zwei weitere (irische) Gäste der Bar mit uns und hätten sich auch über einen Sieg der deutschen Mannschaft gefreut.
Dann bekommen wir noch einen Tipp, wo wir am Abend hingegen könnten, ins „Brazen Head“, dem ältesten Pub Irlands.
Aber erst müssen wir noch zum Hotel – wir haben noch nicht eingecheckt.

Wir sind im Staycity Hotel im Temple Bar Bezirk, einem lebhaften Stadtteil von Dublin. Das Hotel liegt in einer Seitenstraße wo es tatsächlich einigermaßen ruhig zu sein scheint.
Später ziehen wir los Richtung „The Brazen Head“.

Wir haben Glück, dass wir einen Platz in dem verwinkelten und sehr urigen Pub bekommen.

Wir essen Chicken Wings und Vegetarian Irish Stew. Auch hier ist das Essen sehr lecker – wir hätten nicht erwartet, dass man in all den Kneipen so super essen kann.
Ein Ginger Beer zum Abschluss und dann laufen wir zum Hotel zurück.

Samstag, 6. Juli
Nach dem Ausschlafen begrüßt uns die Sonne. Wir starten mit der Suche nach einer Frühstücksbar. Gleich um die Ecke finden wir ein schönes Café. Hier in der Gegend ist es auch nicht schwer, Restaurants oder Bars zu finden.
Frisch gestärkt ziehen wir los, durch das bunte und (wie allerorts sichtbar ist) tolerante Dublin 🌈.


Wir wandern bei tollem Wetter zum „Dublin Castle“, wovon ein Teil noch erhalten ist, ein anderer Teil gerade renoviert wird. Hinter dem Schloss gibt es einen wunderschön angelegten Garten zum Flanieren.

Obwohl heute Samstag ist, ist gefühlt nicht viel los. Alles ist ziemlich entspannt. Und so spazieren wir gemütlich durch die Gassen der Stadt.

Etwas weiter, neben der Molly Malone Statue singt ein Straßenkünstler mit einer unglaublich sanften Stimme.
Und die Leute beobachten!

Weiter geht’s zum „Trinity College“, nicht der schlechteste Ort um zu studieren.


Gegen Mittag wird es Zeit eine Pause zu machen. In „The Bank“ in College Green, das ursprünglich die Belfast Bank war und vor etwa 20 Jahren zum Restaurant umgebaut wurde, trinken wir Irish Coffee. Das Ambiente ist unglaublich. Hohe Räume, Säulen, eine Glaskuppel mit verzierten Scheiben… Sehr nobel.

Wir hätten mit 30 Euro gerechnet, und waren schließlich positiv überrascht als wir „nur“ 28,50€ zahlen mussten. Mittlerweile haben wir uns an die hohen Preise in Irland gewöhnt. Für einen Pint Bier zahlt man hier meist 7-8 Euro, ebenso für ein kleines Glas Wein.

Wir schauen uns neben der „Christ Church“ noch die „Saint Patrick‘s Cathedral“ an und erkundigen uns ein wenig über den Heiligen Patrick.

In die Kirchen gehen wir nicht rein – beide sind nur mit Ticket und Audio-Guide zugänglich. Da genießen wir lieber die Sonne im Freien.

So langsam bekommen wir Durst. Wir steuern wieder das Pub „The Brazen Head“ an, wo wir heute einen sonnigen Platz im Freien ergattern. Endlich T-Shirt Wetter!!! Bisher konnten wir unsere kurzärmeligen Sachen nur unter warmen Pullis und Regenklamotten anziehen.


Am späteren Nachmittag finden wir ein weiteres tolles Pub, in das wir gerade rechtzeitig flüchten können bevor ein Platzregen losbricht. Es regnet sicher eine halbe Stunde heftig, bis auf einmal wieder die Sonne scheint.
Wir essen in dem Pub zu Abend, während wir die Niederlage der Schweiz gegen England miterleben müssen. Interessanterweise sind im Pub fast alle für die Schweiz.
Danach gehen wir in das Herz des Temple Bar Bezirks. Hier ist ziemlich viel geboten.
Zu viel…

Der Trubel ist uns hier ein wenig zu groß (und es gibt eindeutig zu viele Junggesellinnenabschiede), so dass wir wieder Richtung Quay gehen und dort ins „Fitzgerald“ schauen, wo es Livemusik und (mal wieder) Fußball gibt.

Was soll man sagen… wieder eine super Kneipe. Ist schon irre, wieviele tolle, alte Pubs es hier gibt, die alle ihren Charme haben und wo fast überall am Abend Live-Musik geboten ist. Toll! 😊
Sonntag, 7. Juli
Unser letzter Tag in Irland. Nach einem leckeren traditionellen irischen Frühstück in einer mit bunten Plastikblümchen geschmückten Bar fahren wir mit dem Zug 30 Minuten ab der Tara Street auf die östlich von Dublin gelegene Halbinsel Howth.
Heute steht nochmal Wandern auf dem Programm. Aber zunächst drehen wir, nachdem wir in einem Café einen Americano getrunken haben, eine Runde am Hafen.

Wir haben wieder Glück mit dem Wetter – die Sonne scheint.


Von der Weite sehen wir ein paar Robben, die einem Fischerboot raus aufs Meer folgen. Wir hoffen später noch weitere zu sehen.
Jetzt geht unsere Wanderung los – auf der lila Route machen wir die „Bog of the Frogs“ Loop, was auch immer das bedeutet…
Meine erste Aktion ist die lange Hose in eine kurze zu tauschen – gute Entscheidung! Es wird allmählich richtig warm – ca. 18 Grad schätzungsweise ☀️.

Auch wenn die Tour nicht so atemberaubend ist wie die Klippenwanderungen an der Westküste genießen wir jeden Schritt.


Manchmal sagen Bilder mehr als Worte. Daher spare ich mir viele Worte zur heutigen Tour, auch weil wir in 4 1/2 Stunden schon wieder aufstehen und zum Flughafen müssen.







Nach 14 Kilometern erreichen wir wieder den Hafen von Howth.


Zurück in Dublin ruhen wir uns erst ein bisschen aus. Danach ziehen wir wieder los. Heute gibt‘s Abendessen in „The Church“. Grandios – eine Kirche, die zum Restaurant umgebaut wurde!
Danach nochmal Live-Musik, diesmal im architektonisch äußerst interessanten „Merchant‘s Arch“ Pub. Wieder ein Highlight.

Ein schöner Abschluss eines mega Urlaub mit den Mädels 😍
…unglaublich , was ihr Drei in so kurzer Zeit für Abenteuer erlebt in einzigartiger Natur und original Irish Pubs. Habt Spaß und einen funktionierenden Mietwagen, der euch noch an so manchen irischen Traumort bringen wird.
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