
Über 91.000 Kilometer auf dem Tacho, aber immer noch topp in Schuss, unsere „Mieze“ (Triumph Tiger, Baujahr 2000).
Etappe 1: Kempten – Zürich (Cruisen durch die idyllische Schweiz)
Am frühen Sonntag Nachmittag fahren wir bei gutem Wetter los, erstmal Richtung Bodensee, wo wir ein paar seltene Flugobjekte sehen.

Weiter geht’s über die Grenze, kurz nach Österreich und dann in die Schweiz. Ist schon süß, was die dort alles haben:
- einen Plättli Showroom (logisch, eine Fliesenausstellung)
- die Garage Heilerli (also, in die Werkstatt bringt man sein Auto sicher gern)
- eine Hüsli Spielgruppe Paradiesli (da müssen die Kids doch gut aufgehoben sein)
Wobei…

Unsere Fahrt führt uns durch‘s malerische Appenzellerland. Hier ist es ziemlich hügelig, mit dem Gebirge um den Säntis im Hintergrund.



Auch wenn es heute insgesamt nur 200 Kilometer sind, zieht sich die Fahrt. Endlich kommen wir am Zürichsee an.

Es ist super warm, auch noch gegen 18 Uhr, als wir ankommen.
Wir checken in den „Acasa Suites“ im modernen Zürcher Stadtteil Oerlikon ein.

Zwei entspannte Saunagänge später knurrt uns der Magen. Direkt ums Eck finden wir ein tolles indisches Restaurant. Das „Namaste“ begrüßt uns herzlich und das Essen ist der Hammer.

Nach diesem köstlichen Mahl (und leckerem salzigen Lassi) fallen wir müde ins Bett.
Etappe 2: Zürich – Fiesch/Wallis (Kurvenspaß in den Schweizer Alpen)
Nach einem ausgiebigen Frühstück auf der Hotelterrasse wird die Mieze aufgepackt und los geht’s. Anfangs fahren wir ein bisschen Zickzack, bis wir aus Zürich raus sind, aber bald sind wir auf dem richtigen Weg nach Süden, am Westufer des Zürichsees entlang.

Die Route führt am idyllisch gelegenen Ägerisee vorbei.

Immer wieder erscheinen imposante Bergformationen.

Zur Mittagszeit erreichen wir bei strahlendem Sonnenschein Ingenbohl am Vierwaldstättersee.




Auf wenig befahrenen Straßen führt uns der Weg immer wieder über nette Dörfchen.

Dann endlich der erste „richtige“ Pass, der Furkapass.


Die Tigerin fährt super – Kurve um Kurve schraubt sie sich den Pass hoch ohne zu meckern.

Ich würde gern mal in all die verlassenen Hotels an den Passstraßen reinschauen – die waren zu ihren besten Zeiten bestimmt toll.

Auch auf fast 2500 Metern ist es einigermaßen warm, obwohl in den Bergen ringsum noch relativ viel Schnee liegt.

Noch ein letzter Blick in die Weite, Richtung Aletschhorn, danach sausen wir den Pass auf der anderen Seite wieder runter.
Kurzer Stopp beim ebenfalls verlassenen Hotel Belvedere, danach fahren wir ins Wallis, mit den vielen beeindruckenden alten Holzhäusern, wo die Welt irgendwie stehen geblieben zu sein scheint.
Nach knapp 200 Kilometern kommen wir ganz entspannt um 15.30 Uhr in Fiesch an, und beziehen dort unser Zimmer im „Hotel Derby“. Sieht so aus als ob wir die einzigen Gäste sind – ist hier wohl nicht gerade die Hauptsaison.
Da der Wetterbericht für den Abend nichts Gutes verheißt, ziehen wir uns schnell um und wandern los. Nach ca. 4 Kilometern und 300 Höhenmetern durch einen kleinen Bergwald erreichen wir Fürgangen. Die dortige Hängebrücke hab ich schon gesehen, als wir mit dem Motorrad vorbeigefahren sind.
Jetzt sind wir da – an der 280 m langen Hängebrücke über die Lammaschlucht.

Unglaublich – wo doch in der Schweiz alles mega teuer ist, ist der Zugang zu dieser Brücke ganz einfach frei. Wie schön, und vor allem auch, dass keine anderen Leute da sind.
Über die Brücke laufen macht Spaß, wobei (oder gerade weil) sie wirklich ordentlich schwankt wenn man ein bisschen hin- und herschaukelt, was man natürlich nicht darf 😏.


Am anderen Ende der Brücke, in Mühlebach bzw. im kleinen Dörfchen Ernen, finden wir das „Café Hängebrigga“, das uns durstigen Wanderern noch zwei Humpen Feldschlösschen offeriert (zur Erklärung – hier heißt die Halbe Bier „Humpen“, an anderen Orten in der Schweiz auch „Kübel“ 😂). Das tut gut, und so können wir den Rückweg nach Fiesch frisch gestärkt antreten.

Zurück im Dorf gehen wir in einer Enoteca in der Nähe des Hotels noch Pizza essen. Wir sind im Hotel zurück, bevor der Wind auffrischt und es zu leicht zu regnen beginnt.
Etappe 3: Fiesch – Albertville (am Mont Blanc Massiv vorbei Richtung Frankreich)
Wir haben Glück – am Morgen ist es trocken und nicht so kühl wie erwartet. Gutgelaunt fahren wir Richtung Westen, über Brig und Sion, die Hauptstadt des Wallis.

Unser Weg führt uns in die französischsprachige Westschweiz, an der Rotten, dem Quellfluss der Rhône entlang.

Weiter Richtung Frankreich ist die Gegend von vielen Weinbergen geprägt.

In Martigny, noch in der Schweiz, machen wir einen Stopp in einem kleinen Vorort. Das Restaurant im „Hotel Les Trois Coronnes“ an einem schnuckeligen Platz lacht uns an. Da ein starker Wind bläst, der uns vorhin beinahe von der Straße gefegt hätte, sind die Plätze im Freien leer, aber innen ist es sehr gemütlich.

Wir genießen ein 3-Gänge-Menü im vollbesetzten Restaurant, das offenbar von vielen Einheimischen in der Mittagspause besucht wird. Ganz selbstverständlich werden wir hier auf Französisch angesprochen. Pas de problème! Das Essen ist richtig lecker (mit Himbeeren auf Vanilleeis als Dessert 😊), so dass wir uns gut gesättigt auf die nächste Etappe begeben.
Es geht nach Chamonix am Mont Blanc. Wenn das Wetter besser gewesen wäre, hätten wir vielleicht sogar die 83€ für die Berg- und Talfahrt auf die Aiguille du Midi investiert, aber so ist uns das doch zu unsicher. Wir fahren weiter, und können zumindest noch einen Blick auf einen Stück Gletscher am Mont Blanc Massiv erhaschen.

Trotz Wolken ist die Gegend beeindruckend.

Die Orte, durch die wir fahren, sind größtenteils wie ausgestorben. Im Winter ist hier wahrscheinlich die Hölle los.

Nach etwa 220 Kilometern kommen wir in der Olympiastadt Albertville an. Wir haben eine nette Unterkunft in Grignon (südlich der Stadt) gebucht, das „Au Ptit Bonheur“, also „beim kleinen Glück“. Das Zimmer ist wunderschön und die Umgebung super ruhig.
Wir wandern am frühen Abend ca. 3,5 Kilometer bis zum Stadtzentrum von Albertville. Was soll ich sagen… schön ist die Stadt nicht gerade.
Mein Highlight – dieses Schild einer Psychotherapeutin. Ich weiß nicht, ob ich bei jemandem mit diesem Namen in Therapie gehen möchte…

Wir finden in der Fußgängerzone eine schöne Tapas Bar, wo wir leckeres Brot mit Olivenpaste und eine spanische Vorspeisenplatte essen und dazu Spritz trinken.

Dann wandern wir wieder zu unserer Unterkunft zurück. Die 10.000 Schritte haben wir locker erreicht. Ist auch gut so, als Ausgleich für das stundenlange Plattsitzen des Allerwertesten auf dem Motorrad 😅.
Etappe 4: Albertville – Aussois (mehr Pass-Spaß in Frankreich)
Wir verlassen unser „Kleines Glück“ nach einem leckeren und nachhaltigen Frühstück auf der Terrasse. Die Sonne scheint, es verspricht ein schöner Tag zu werden.

Zunächst fahren wir nach Combloux, in der Hoffnung einen Blick auf das Mont Blanc Massiv zu erhaschen (Tipp von unserer sympathischen und teils etwas verpeilten Vermieterin, einer interessanten Dame aus Paris mit künstlerischer Ader und handwerklichem Geschick).

Wir fahren weiter nach Flumet, dann Richtung Süden, über Les Saisis, Hauteluce und Beaufort.

Wir machen einen kurzen Fotostopp und fahren über kurvige Sträßchen und den kleinen Pass „Cormet de Roselend“ (Teil der Tour France), wo es zeitweise elendig kalt ist, nach Bourg-Saint-Maurice weiter.

In Bourg-San-Maurice, einer größeren Stadt, machen wir eine etwas verspätete Mittagspause und wärmen uns in einem Restaurant mit leckeren Burgern auf.
Wir haben noch gut drei Stunden Fahrt vor uns.

Das nächste Highlight, die etwa 25 Kilometer lange Fahrt auf den „Col de Madeleine“. Die Passstraße ist sehr kurvenreich, eng und nicht besonders gut ausgebaut. Alles ist recht ursprünglich. Zum Glück hält sich der Verkehr in Grenzen, aber man muss trotzdem permanent wachsam sein.


Wir halten uns nicht allzu lange an der Passhöhe auf, da es uns inzwischen doch ziemlich kalt geworden ist.

Unser Rückweg über La Chambre führt uns kurz vor unserem Tagesziel an einer Festungsanlage vorbei.
Um 18 Uhr kommen wir nach ca. 260 Kilometern im Aussois an, einem kleinen Ort im „Vanoise Nationalpark“. Wir buchen uns für zwei Nächte im „Fleurs et Neige“ ein.

Wir schaffen es gerade noch, dass wir in einer Bar ein kleines Bier bekommen, zum Essen reicht es allerdings nicht mehr. In weiser Voraussicht haben wir uns im Supermarkt ein paar Kilometer vor Aussois mit einer Flasche Wein und einer großen Tafel Schokolade eingedeckt. So verdursten und verhungern wir zum Glück nicht 😏.

Das Dörfchen ist wirklich süß, aber um 20 Uhr werden hier die Bürgersteige hochgeklappt (zumindest jetzt in der Nebensaison).
„Ruhetag“ in Aussois (Muskelkraft und Kondition statt PS)
Heute hat die „Mieze“ Pause. Wir gehen wandern. Der Morgen begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein! Bevor wir loslaufen, klappern wir alle Läden im Ort ab, um die Verpflegung für unsere Tour zu sichern. Der einzige Supermarkt ist geschlossen. Aber beim Metzger bekommen wir eine feine Salami am Stück, und beim Bäcker gibt es Baguette und Coca Cola. Frisches Trinkwasser gibt es zudem hier an jedem Brunnen.
Um 10 Uhr geht’s los. Komoot verspricht uns eine tolle Tour – 5 Sterne ⭐️ !
Der erste Anstieg ist ziemlich anstrengend. Es geht schnurstracks die Skipiste hoch.

Zunächst erreichen wir den Stausee „Barrage de Plan d‘Aval“ auf etwas unter 2000 m. Der Weg führt uns dann weiter zum nächsten Stausee mit beeindruckender Staumauer, dem „Plan d‘Amont“.

Bis hierher (und sogar noch ein Stück weiter) kann man mit dem Auto fahren, aber wir sind dennoch ziemlich einsam unterwegs.

Alpenrosen und viele andere blühende Pflanzen säumen unseren Weg. Es ist wunderschön hier und wir sind glücklich, dass wir so tolles Wetter haben (daheim ist es wegen der Schafskälte gerade nicht so prickelnd, wird uns berichtet).


Allmählich frischt der Wind auf, und so müssen wir uns doch ein bisschen einpacken.

Langsam aber stetig wandern wir weiter hoch. Noch immer lässt sich die Zahl der anderen Wanderer, die uns begegnen, an einer Hand abzählen.


Schade, dass wir keine Gämsen oder Steinböcke zu sehen bekommen – die müssten eigentlich hier in der einsamen Bergwelt unterwegs sein.

Kurz danach trauen wir unseren Augen kaum. Eine Gruppe Gänsegeier startet nicht weit weg von uns – erst sitzen sie an einem Hang im Gras, und als sie uns wittern fliegen die imposanten Tiere los.

Um 13 Uhr erreichen wir den höchsten Punkt der Tour auf 2350 m. An einer Schutzhütte, die wie alle anderen leider noch nicht geöffnet hat, packen wir unsere Brotzeit aus und genießen den Blick auf die Bergwelt um uns herum.

Der Runterweg ist ganz entspannt. So langsam wird es auch wieder wärmer und wir können nach und nach ein paar unserer Zwiebelschalen ablegen 😅.

Geschafft – um kurz nach 15 Uhr sind wir wieder zurück in Aussois

In unserer Lieblingsbar (zufälligerweise der einzigen Bar im Ort) genießen wir ein Bierchen an der Sonne 🍻☀️.

Anschließend erkunden wir noch den kleinen Ort. Der Friedhof ist interessant. Viele Gräber sind schon sehr alt und wurden offenbar seit Jahrzehnten nicht mehr gepflegt. Dann holt sich die Natur ihr Terrain zurück. Einige Grabsteine haben zudem die Form von Bergen.

Bei unserer Tour durch‘s Dorf entdecken wir schließlich, schon fast unerwartet, ein Restaurant, das am Abend geöffnet hat. Da es keinen (offenen) Supermarkt oder sonstigen Lebensmittelladen gibt, sind wir froh, dass wir am Abend nicht darben müssen.
Auch hätten wir uns nur ungern bei uns in der Unterkunft (die irgendwas zwischen Jugendherberge und Seniorenheim mit Tanztee ist 😅) zwischen die Halbpensionisten eingereiht.
Das 3-Gänge-Menü im „L‘Etagne“ ist wahnsinnig lecker, aber fast zu heavy (sehr käselastig).

Voll gegessen und müde wandern wir zum Hotel zurück. Rechtzeitig zum WM Auftakt in Mexiko schalten wir den Fernseher ein. Mal sehen, ob wir es schaffen das Eröffnungsspiel gegen Südafrika anzuschauen oder ob wir vorher einschlummern…
Etappe 5: Aussois – Lago d‘Orta (vom Gebirge zu den Seen)
Bei Traumwetter verlassen wir unser schönes, nur leider zu dieser Jahreszeit etwas verschlafenes Dörfchen.

Wir hoffen, der „Col de l‘Iséran“ Pass macht heute wie angekündigt um 12 Uhr auf (bisher gilt die Wintersperre). Da wir frühzeitig dran sind, machen wir erst noch einen Abstecher über Lanslebourg und fahren dann die kleine Passstraße zum „Mont-Cénis“ See hoch.
Interessant ist, dass der Pass im Winter geschlossen ist und Skipisten direkt über die Straße verlaufen.
Auf halber Höhe werden wir jäh ausgebremst, natürlich nicht von Skifahrern, sondern von Rindviechern.

Eine größere Kuhherde wird von einigen Helfern den Berg hochgetrieben. Wir haben neulich schon mal über eine Strecke von etlichen Kilometern die eindeutigen Hinterlassenschaften von den Vierbeinern gesehen und uns vorgestellt wie mühsam es sein muss die Kühe über so eine große Distanz den Berg hoch zu bringen. Jetzt sehen wir es mit eigenen Augen. Ist offensichtlich ein Kraftakt und ein Geduldsspiel für alle Beteiligten.
Irgendwann kommen wir schließlich an der Herde vorbei und erreichen den türkisfarbenen See.

Wir halten nur kurz an und drehen dann wieder um. Beim Rückweg sind noch ein paar der Kühe auf der Straße, aber die meisten haben bereits ihre Hochweide erreicht.
In Lanslebourg wärmen wir uns an der Sonne mit einem Cappuccino auf (auch wenn die Sonne scheint ist es auf den Pässen noch ziemlich kühl).
Nun ist es bereits Mittag und wir machen uns auf Richtung „Col de l‘Iséran“. Ein Schild zeigt in grün „Ouvert“ an, das nächste in rot „Fermé“. Ersteres stimmt zum Glück. Der Pass, der uns auf der anderen Seite nach Val d‘Isère führt, ist geöffnet – just in time!


Die Schneewände lassen vermuten, dass noch ordentlich geräumt werden musste, um den Pass zum Saisonstart frei zu bekommen.



Es geht wieder bergab, über Val d‘Isére und weiter nach Bourg-San-Maurice, das wir bereits kennen.
Wir machen einen kurzen Stopp beim Bäcker (belegtes Baguette, leckerer Flan und Cola), und fahren danach weiter Richtung Italien. Der Weg führt über den „Petit Saint Bernard“ – hier ist er zu sehen, auf 2188 Metern:

Und plötzlich zeigt sich noch ein anderer, den wir neulich schon vergeblich gesucht hatten – der Mont Blanc.


Je weiter runter wir kommen, umso wärmer wird es. Da wir heute eine große Strecke vor uns haben, entscheiden wir uns, für die letzten 180 Kilometer teilweise die Autobahn bis zu unserem Tagesziel, dem „Lago d‘Orta“ zu nehmen. So sparen wir ca. 1 1/2 Stunden Zeit. Am Ende, nach 380 Kilometern, erreichen wir den See, der unter (mal wieder) interessanten Wolkenformationen liegt.


Wir beziehen unser Hotel „Croce Bianca“ direkt an der Promenade in Omegna am Nordufer des Sees und stürzen uns nach einer erfrischenden Dusche direkt ins Getümmel.
Na ja, das ist vielleicht etwas übertrieben, aber im Ort ist tatsächlich einiges geboten. An diesem Wochenende findet die Schwimmveranstaltung „Oceanman“ statt, wo Schwimmer in unterschiedlichen Kategorien antreten. Am Abend gibt es kleine Stände mit Essen, Trinken und Live-Musik.





Etappe 6: Omegna/Lago d‘Orta – Gravedona/Lago di Como (Lake hopping)
Nach dem Frühstück schauen wir bewundernd den Schwimmern des Oceanman Events zu, die schon kurz nach halb zehn von ihrer zwei Kilometer Runde zurück zum Ufer kommen (Start war um 9 Uhr).

Es gibt auch noch eine Kids Runde – die Kleinen absolvieren eine Strecke von 500 Metern und werden am Ziel richtig gefeiert.
Wir packen unser Gepäck aufs Motorrad und fahren zunächst Richtung Lago Maggiore.

Es geht eine Weile am Westufer entlang Richtung Norden.

Wir kommen ziemlich gut durch, ohne nennenswerte Stockungen – was angesichts der Temperaturen durchaus angenehm ist.


An Locarno vorbei geht es weiter Richtung Lugano.

Auch der Luganer See liegt wunderschön – er ist eingebettet zwischen bewaldeten Hügeln und Bergen im Hintergrund.
Nach etwa 160 Kilometern kommen wir um 15 Uhr super entspannt (wenn auch etwas durchgeschwitzt) am heutigen Ziel an, in Gravedona am Lago di Como. Wir beziehen unser Zimmer im schön gelegenen „Hotel Lauro“.

Nach einer erfrischenden Dusche laufen wir zur Strandpromenade und genießen dort eine kühle birra media 🍺.

Die Atmosphäre hier hat was von Mittelmeer – wunderschön 🌴!


Etwa einen Kilometer von unserer Unterkunft entfernt ist der Strand von Gravedona. Ist nicht spektakulär, aber das Wasser ist super erfrischend und es macht Spaß ein Stückchen rauszuschwimmen (obwohl die Wassertemperatur gerne etwas angenehmer sein dürfte 🥶).

Nach einem Campari Spritz an der Strandbar wandern wir zum Hotel zurück. Die Stimmung am Abend ist irre schön!

Nach kurzer Pause im Zimmer geht’s zum Abendessen. Nicht weit vom Hotel machen wir ein Restaurant in einem Gewölbekeller ausfindig, das „Cantina & Bottega“.

Wir essen leckeren Fisch vom Comer See und trinken einen Riesling, der in der südlichen Gegend des Sees angebaut wird. Sehr fein!


Danach noch ein kurzer Spaziergang an der Promenade bei schöner Abendstimmung, und dann geht’s zurück ins Hotel. Es kommt bestimmt wieder ein Fußballspiel ⚽️😂.
Etappe 7: Lago di Como – Allgäu (heim zum Fußball schauen)
Wir machen uns auf die letzte Etappe unserer Tour. Es geht wieder Richtung Heimat.
Auch wenn es ein langer Tag wird lassen wir es uns nicht nehmen nochmal ein paar schöne Pässe zu fahren.
Zuächst einmal geht es über Chiavenna ins Bergell, wo wir die Grenze zur Schweiz passieren.

Der erste Pass des Tages ist der Maloia (1812 m). Unterhalb, am Silser See, sehen wir diese Pferde, die friedlich grasen.

Wir cruisen weiter zum Julierpass (2284 m). Die Gegend dort oben hat was von steiniger Mondlandschaft – aber mit einem schönen See.

Auf der anderen Seite unten angekommen sehen wir den wohl hässlichsten Aussichtsturm des Alpenraums 🙈!

Schnell weiter! Der Albula Pass ruft. Im neu erbauten und gemütlichen Albula Hospiz auf 2315 Metern lassen wir es nochmal richtig krachen: Rüblitorte, Käsekuchen, Kaffee und Cappuccino (mit Smiley) für schlappe 26,40 Schweizer Franken. Mit Trinkgeld sind das über 30 Euro. Die nehmen es echt von den Lebenden 😂.

Wir unterhalten uns beim Kaffeeklatsch mit einem Schweizer Paar, auch Motorradfahrer, und genießen die späte Mittagspause.
Über Scuol geht es nach Landeck in Österreich. Wir fahren über Imst zum Hahntenjoch hoch, was auch immer beeindruckend ist, vor allem wenn man bedenkt, wieviel Geröll hier von den Bergen runterkommt.

Als wir um die Kurve herum kommen sehen wir schwarze Wolken. Das darf nicht wahr sein, denken wir. Die ganze Woche haben wir super Wetter und jetzt müssen wir womöglich noch unsere Regenklamotten auspacken!? (Das wäre nicht das erste Mal am Hahntenjoch.)
Wir haben Glück – es regnet nur leicht und nach etwa 10 Minuten sind wir durch das kleine Regengebiet durch.

Schließlich tauchen die bekannten Berge des Tannheimer Tals auf. Endspurt!

Bei bestem Wetter und nach fast 1800 Kilometern (heute 400) kommen wir zuhause an. Alles hat wunderbar geklappt – keine Pannen, Unfälle oder brenzlige Situationen, und viele neue Orte in der Schweiz, Frankreich und Italien kennengelernt. Ich hätte es glatt noch länger aushalten können.
Aber wir mussten ja heim, um rechtzeitig zum ersten Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in USA dabei zu sein ⚽️😅.
