Die Anreise – ein Abenteuer für sich …
Was gibt es Schöneres als am Neujahrstag bei frühlingshaften Temperaturen von 16 Grad und Sonnenschein Richtung Flughafen Zürich zu fahren, um nach über dreijähriger Fernreiseabstinenz mit meinen Patenkindern und der Mama nach Südamerika zu reisen…? Das ist kaum zu toppen, mag man denken, wäre da nicht das überdimensionale Reisegepäck, das wir zusammen mit zwei lebhaften Kleinkindern im Schlepptau haben. Bilder sagen in dem Fall mehr als Worte (man bedenke, es reisen zwei Erwachsene mit einem Einjährigen und einem nicht mal Dreijährigen):

Wie auch immer wir es geschafft haben, am Ende muss (nach mindestens 30-minütigem Check-In Prozedere) mein Bruder, der uns zum Flughafen gefahren hat, lediglich eine Großpackung Windeln mit zurück nach Hause nehmen, die den Rahmen dann wirklich gesprengt hätte. Alles andere hat uns Air Europa ohne Aufpreis durchgehen lassen, inklusive pinkfarbenem Rollator für die Oma der Jungs.
Am Flughafen dauert es zwar lang, bis wir schließlich am Gate sind, und es ist anstrengend (weil wir zu dem Aufgabegepäck natürlich auch noch massenhaft Handgepäck haben), aber alles läuft gut, außer dass die Sohlen meiner Wanderschuhe plötzlich beide zerbröseln und fast von alleine abfallen. Die Kinder finden es interessant, ich eher ungünstig, da ich keine Schuhe zum Wechseln im Handgepäck habe 😂.
Ich hatte die Schuhe schon vor ein paar Jahren hergerichtet, weil ich sie in Ecuador verschenken wollte (die waren ja eigentlich noch gut, bis auf die abgelatschte Sohle), aber das hat sich jetzt wohl erledigt.

Nach 2 1/2-stündigem Flug landen wir am Abend in Madrid, wo wir fünf Stunden Aufenthalt haben!
Jetzt heißt es Kinder bei Laune halten.
Das klappt recht gut!

Um 1.45 Uhr startet endlich der Flieger. Die Wartezeit haben wir gut gemanagt, und jetzt haben wir schlappe 10.40 Stunden Flug bis Quito vor uns 🙈.
Wir haben tolle Sitze, alle zusammen und mit viel Platz. Die Kinder schlafen schnell ein, und ich nach dem „Abendessen“‘ gegen 3 Uhr morgens auch. Ich kann allerdings nicht behaupten gut und lange geschlafen zu haben.
Als ich es mir irgendwann mit dem Kleinen am Boden gemütlich gemacht habe und nochmal kurz eingeschlafen bin, gibt es plötzlich Turbulenzen, die zwar nicht spürbar sind, die aber dazu führen, dass wir uns wieder anschnallen müssen und das Geplärre erstmal groß ist. Zurecht 😩. Fünf Stunden haben wir zwar schon hinter uns, aber ohne Schlaf wird die restliche Strecke doch etwas zäh.

Irgendwie geht’s trotz allem – ein bisschen Kinderbespaßung hilft natürlich. Nachdem den restlichen Flug über das Anschnallzeichen nie mehr ausgeschaltet wurde, ist das irgendwann nicht mehr nachvollziehbar…! Wir haben deswegen trotzdem teilweise am Boden mit den Kindern gespielt, um die Zeit bis zur Landung zu überbrücken.
Pünktlich gegen 6.20 Uhr Ortszeit kommen wir zusammen mit unserem gesamten (!) Gepäck am 2. Januar bei Regen in Quito an. Klappt ja wie am Schnürchen – bis auf das Wetter (aber auch das wird später besser – zumindest hört der Regen auf).
Am Flughafen spring ich mal wieder eine Weile den Jungs hinterher, die nach dem langen Flug offensichtlich Bewegung brauchen und in alle Richtungen ausschwärmen (der eine rennend, der andere in Windeseile krabbelnd), bis uns schließlich unser „Taxi“ abholt.

Wir verstauen unser ganzes Gepäck auf dem Pickup und fahren erstmal nach Quito, um bei der Familie einer Bekannten zu frühstücken! Das tut gut, da es im Flieger außer dem nächtlichen Abendessen nichts gab, was man nicht extra bezahlen und wahrscheinlich hätte vorbestellen müssen.
Danach treffen wir noch weitere liebe Freunde aus Quito, die ich am Ende des Urlaubs nochmal wiedersehen werde.
Kurz vor Mittag fahren wir los, Richtung Süden! Auch während dieser Fahrt auf extrem holprigen und kurvigen Straßen kann ich keine Minute das Auge zumachen. Zum Einen will ich die schöne Landschaft genießen, aber hauptsächlich halten mich meine kleinen Quälgeister auf Trab 🥰.

Als wir schließlich nach fast 34 Stunden Reise in Misahualli bei „unserem“ Restaurant „Playa Tortuga“ ankommen, bin ich reif für ein Bier 😂.

Sehr schön hier, direkt am Rio Napo. Nur die Sandflöhe sind unbarmherzig – kaum sitzen wir eine Minute, beißen sie schon!
Die Kinder stört das nicht – die schnappen sich einfach einen Ball und spielen Fußball!

Ich bin gespannt wie lange ich es heute aushalte – hab sicher in den letzten 36 Stunden maximal zwei Stunden geschlafen.
Zum Abendessen gibt es „Maito de Tilapia“ – Tilapia-Fisch gegrillt im Bananenblatt, mit Tomatensalat, Yuca und Palmherzen. Mein absolutes Lieblingsgericht hier. Mega lecker!

21 Uhr: Gute Nacht💤! Die Grillen zirpen und ich freu mich aufs Ausschlafen – hoffentlich 😂.
Der erste Tag im Dschungel
Was soll ich sagen… 3.36 Uhr und der erste Gockel fängt zum Krähen an. Ein paar andere Vögel und Hunde stimmen lauthals in das morgendliche Konzert ein. Ein Wunder, dass ich trotzdem nochmal bis kurz nach fünf Uhr schlafen kann. Dann kommt auch schon vom Nebenzimmer die Frage ob Tante Birgit noch schläft. Würde sie ja gern, aber …
Noch im Dunklen muss ich mit der Taschenlampe auf Erkundungstour gehen, und noch vor dem Frühstück geht’s ab zum Fluss.

Nachdem es heute morgen etwas geregnet hat, ist es jetzt trocken und es wird zunehmend wärmer. Das hält uns nicht davon ab, gleich noch eine Runde Fußball zu spielen. Ich muss als extra Übung öfter mal Richtung Fluss rennen, um den Ball wieder hochzuholen.
Wir machen heute einen Ausflug nach „Kamak Maki“, dem Dörfchen der indigenen Kichwas, bei denen ich vor fast zehn Jahren ein Jahr lang als Volontärin gelebt und gearbeitet habe.

Der Fluss frisst immer mehr vom Land, so dass es inzwischen wieder ein paar Meter Grundstück weniger sind, auf dem die Familie ihren Heilpflanzengarten, das Kichwa-Museum und die „Dschungelapotheke“ sowie die Gehege der Tiere unterbringen kann.
Es hat sich einiges geändert, auch die Tiere. Immerhin lebt noch Pancho, der schöne bunte Scharlachara (der rote vom Titelfoto), und Chonno, das wilde Schwein, das sich damals, nachdem ich eine Woche dort war, an meinen weißen Beinen festgebissen hat. War nicht schön und ich habe bleibende Erinnerungen, aber ich hab ihm inzwischen verziehen!

Den Spielplatz gibt’s auch noch – und mit dem passenden Gegengewicht klappt es einigermaßen mit dem Wippen 😉.

Die verrückten Affen kannte ich noch nicht, aber die sind natürlich die Attraktion für alle Besucher, vor allem für die kleinen.


Mir ist die kleinere Ausführung, der Mono Chico, doch lieber!

Anschließend geht‘s mit dem Boot weiter nach Misahualli. Den Kindern gefällt die 20-minütige Fahrt. Mir auch – und der Fahrtwind tut bei der Hitze gut!


In Misahualli essen wir ein feines „Almuerzo“ = Mittagsmenü. Das kostet 3$ für eine Suppe, ein Hauptgericht und ein Glas Guayusa – eine Art Eistee, der aus heimischen Pflanzen hergeste wird und aufputschend wie Kaffee wirken soll. Zum Essen gibt es Hühnersuppe und gebackenen Fisch. Sehr lecker!
Für den Rückweg nehmen wir die Seilbahn („Tarabita“), die gebaut wurde, als vor ein paar Jahren die Brücke über den Fluss plötzlich zusammen gebrochen ist, über die ich 2013/14 oft selbst mit meinem roten Käfer gefahren bin, um die Kinder zur Schule zu fahren. Unglaublich!

Wir kommen heil am anderen Flussufer an und laufen zum Restaurant Playa Tortuga zurück, nicht ohne unterwegs noch ein Eis zu kaufen.

Den restlichen Nachmittag verbringen wir mit Aufräumen und dem Versuch, die dreckigen Kinder zu waschen, was sich schwierig gestaltet, weil es gerade (genau genommen seit heute Vormittag) kein Wasser gibt. Am Gartenschlauch kommt immerhin etwas Wasser raus und die Schubkarre dient als Duschwanne – kommt nicht sehr gut an, aber wer sich fünfmal am Tag komplett einsaut, muss das aushalten 😂.
Die Sonne begrüßt uns heute gleich am Morgen
Total irre – heute Früh hat der erste Gockel, wohl ein besonderer Frühaufsteher, schon um halb zwei Uhr gekräht. Zum Glück kann ich dann doch noch bis fünf Uhr schlafen 😉.
Schon am Morgen kann man sehen, dass es ein strahlend schöner Tag wird.



Vormittags steht der anstrengende Teil des Tages an – Shopping mit zwei Kids. Wir fahren mit dem Auto nach Tena (allein die etwa 40-minütige Autofahrt ist schon eine Herausforderung; bei der Hinfahrt sind aber alle noch recht friedlich 😂).
In Tena heißt es nützliche Dinge für den Haushalt zu besorgen, Lebensmittel sowie das nötige Material, um über die 110 Volt Steckdosen Geräte aus Deutschland, die mit 230 Volt laufen, betreiben zu können.
Die Jungs werden mal kurz vor dem Supermarkt geparkt, damit wir die Einkäufe einladen können. Nur dank eines megaklebrigen Riesenlutschers konnten wir verhindern, dass es beim Einkaufen eskaliert. Es gibt einfach viel zu viele potenziell interessante Sachen zu kaufen, die vor allem unseren Großen ansprechen.

Es ist erschreckend, wie teuer hier alles ist, wenn man bedenkt, dass der Lebensstandard in Ecuador deutlich niedriger ist als in Deutschland und die Leute nur einen Bruchteil verdienen. Wir haben einen Einheimischen gefragt, wo man Dinge am günstigsten kaufen kann, aber selbst in den Läden staunt man nur. Zum Beispiel kosten ein paar läppische Spüllappen gleich mal 4 Dollar, oder 24 Rollen Toilettenpapier 11 oder 12 Dollar! Das ist der Wahnsinn. Von „Luxusgütern“ wie Käse ganz zu schweigen (der günstigste Mozzarella kostet über 4 Euro). Da wundert es einen nicht mehr ganz so, dass sich hier offenbar niemand etwas auf die Seite spart…
Von Stunde zu Stunde wird es heißer und bei der Rückfahrt kann keiner mehr still sitzen. Stattdessen ist Blödsinn machen angesagt. Das muss an der Affenhitze liegen 😅

Nach dem Mittagessen zuhause packen wir unsere Badesachen zusammen (inklusive aufblasbarem Motorrad) und gehen runter an den Fluss.

Das Wasser ist warm, aber trotzdem erfrischend. Jeder findet so seinen Spaß!

Ich tu mir beim Versuch, das Wassermotorrad zu besteigen, anfangs etwas schwer.

Schließlich ändere ich die Technik und es klappt doch noch mit dem Foto!

Sobald wir aus dem Wasser raus sind, fallen wieder die Sandflöhe über uns her. So treten wir bald den Rückzug an und versuchen uns mit dem Schlauch vor unserem Haus den restlichen Sand wegzuspülen!
Danach gibt’s für alle frisches Popcorn, aus der neuen Maschine!
Regen und viel Arbeit
Ich kann jeden Tag länger schlafen, heute schon bis etwa sechs Uhr. Vielleicht weil ich mich an die Zeitumstellung gewöhnt habe, vielleicht aber auch weil man wegen des Regens die nachtaktiven Tiere nicht hört und das regelmäßige Plätschern beruhigend wirkt.
Am Vormittag regnet es noch eine Weile weiter. Da bietet es sich an ein bisschen im Haus zu arbeiten. Es gibt noch genug zu tun.
Wir richten ein Spielzimmer für die Kinder her, wo man sie auch mal allein rumtoben lassen kann. Sobald der Raum leer geräumt ist, geht es ans Streichen.


Die Farbe ist echt zäh und deckt nicht so gut auf den Betonwänden, so dass sich das Ganze doch länger hinzieht als gedacht.

Die Mittagspause tut gut und es macht Spaß unserem kleinen Wilden bei seinen Gehversuchen zuzuschauen.

Als wir mittags per Videocall daheim anrufen, muss ich mir die Frage gefallen lassen, ob die in Ecuador keine Pinsel zum Streichen haben und man das mit den Händen machen muss… Versteh ich gar nicht – nur weil ich ein bisschen Farbe an den Händen habe 😂!

Die Preisfrage ist nur wie ich die Farbe jemals wieder abbekommen soll. Den ganzen Tag schon gibt es kein Wasser. Wobei selbst wenn Wasser da ist, ist der Wasserstrahl aus der Dusche eher armselig. Deswegen ist die große „Badewanne‘ sowieso die beste Option.
Ich spring gleich mit den ganzen Klamotten und mit einer Seife bewaffnet in den Rio Napo. Ich glaub ich muss eine halbe Stunde schrubben, während der Hund des Hauses, Angelique, immer an meiner Seite ist und auf mich aufpasst.

Aufgrund des Regens ist das Wasser ziemlich trüb, also genau genommen eine braune Brühe, aber ich fühl mich hinterher trotzdem wie neu geboren 😊.
Am Abend bekommen wir leckeres „Asado“, Fleisch vom Grill.

Bis das Essen fertig ist, wird das neue Zimmer gleich mal ausprobiert.

Es ist angerichtet!

Nachdem am Nachmittag das Wetter wieder besser war, ist es wieder ein schöner, warmer Abend.
Die meisten von uns sind gegen 21 Uhr schon müde, nur einer will noch Party machen 😂.

Na dann, gute Nacht!
Shoppingtag – auch keine Erholung
(Anmerkung vorweg: Falls im Blog ein paar Bilder fehlen, liegt das daran, dass wir seit gestern kein WLAN mehr haben, weil jemand das Internet nicht bezahlt hat 🙈. So ist das hier… Immerhin ist das normale Mobilfunknetz einigermaßen gut – tatsächlich sogar besser als in Betzigau 😉)!
Das mit dem Ausschlafen bis sechs Uhr gestern war wohl eher eine Ausnahme. Heute sind wir schon wieder früh munter. Mir tun alle Knochen weh vom Streichen, aber sonst ist alles gut 😉.
Wir müssen nochmal nach Tena, um Besorgungen zu machen. Unter anderem muss ich einen Geburtstagskuchen 🎂 für morgen bestellen.
Wir fahren mit dem Bus, der direkt vor unserer Haustüre in San Pedro hält. Die 45-minütige Fahrt nach Tena kostet 1,10 Dollar – das ist noch immer sehr günstig.

Am Bahnhof kommen wir an den üblichen Essenständen vorbei, und mir steigt ein feiner Geruch in die Nase – aber ich bin noch satt vom Frühstück.

Wir sind früh dran. Die Kinder sind gerade auf dem Weg zur Schule bzw. Vorschule.

Erstmal müssen wir noch die Telefonkarten, die wir gekauft haben, aufladen lassen. Allein das dauert gefühlt eine halbe Stunde. Irgendwie braucht hier alles mehr Zeit als bei uns daheim… Dazu kommt die Hitze.
Wir sind allerdings ganz cool unterwegs.

Wir kaufen Badmöbel, Haushaltswaren, Glühbirnen, etc. Gut, dass es im Hornbach von Tena einen mini Spielplatz gibt, wo man die Kinder mal kurz einsperren kann 😂.

Allmählich werden wir hungrig. Wir finden ein schönes Lokal, das leckere Gerichte mit Fisch und Meeresfrüchten anbietet. Ich esse „Encebollado“, eine Art Fischsuppe, mit zusätzlich Garnelen. Dazu gibt es Popcorn und Bananenchips.

Vom Mittagessen gestärkt, geht unsere Einkaufstour weiter. Wir müssen auch noch ein paar Lebensmittel kaufen. Wenigstens schlafen die Kinder jetzt – jeder auf seine Art.

Am Abend ist noch eine Wahlveranstaltung in Tena, da im Februar Kommunalwahlen anstehen. Deshalb ist in der Stadt einiges los.

Ich nehme schließlich für 90 Cent den 19 Uhr Bus von Tena zurück nach Misahualli (der Rest der Truppe ist schon früher heimgefahren). Erst kommt der Bus 20 Minuten zu spät (ich hab schon befürchtet, er kommt gar nicht mehr). Und dann will ich gegen 20 Uhr in Misahualli mit dem Boots-Shuttle nach Shiripuno/San Pedro fahren (weil ja die Brücke nicht mehr existiert), um zu unserem Haus zu kommen. Also laufe ich Richtung Bootsanlegeplatz, aber weit und breit ist kein Capitano in Sicht. Der einzige, den ich sehe, ist ein junger Kerl in Schuluniform, der ebenfalls im Bus war. Ich frag ihn, ob er auch nach Shiripuno will. Er meint ja, und dann steigt er in eins der Boote ein und ich hinterher. Da es stark geregnet hatte, wischt er mir noch mit einem Handtuch den Sitz ab, und dann schmeißt er selbst den Motor an und fährt uns nach Shiripuno 😂. Der Spaß kostet mich 50 Cent und nach ein paar Minuten bin ich auch schon daheim.
Im Restaurant feiern wir noch ein bisschen Geburtstag (nach deutscher Zeit ist es ja längst soweit)! Selbst so eine spontane Feier spricht sich hier schnell rum und es kommen ein paar Leute (zum Biertrinken).

Feliz Cumpleaños
Es ist mein Geburtstag – ich kann tatsächlich bis halb sieben ausschlafen.

Danach heißt es im Restaurant aufräumen und sauber machen – alles soll ja für das Tilapia Essen, das ich mir gewünscht habe, schön aussehen.
Es regnet – und wir haben immer noch bzw. wieder kein Wasser. Wie soll ich mich da für das Fest fein machen? Hier muss man manchmal etwas kreativ sein…

Frisch „geduscht“ fühlt es sich schon besser an. Also ab in die Küche, Tilapias vorbereiten. Die Fische werden nur gesalzen und dann in Bananenblätter eingewickelt – unten muss man sie fest zubinden, damit die Flüssigkeit nicht ausläuft. Den Geschmack bekommt der Fisch während des Grillens von den Bananenblättern.

Zum Trinken gibt es Guayusa, und natürlich Bier. Eigentlich hätte es Rotwein geben sollen, den sie extra für mich organisiert haben, aber beim Versuch den widerspenstigen Korken aus der Flasche zu ziehen, bricht der Korkenzieher ab und die Spirale bleibt im Korken stecken. Alle weiteren Versuche die Flasche zu öffnen scheitern zunächst. Erst am Abend klappt es schließlich mit einem neuen Korkenzieher. Aber hinterher ist der auch verbogen 🙈. Gute Qualität aus Ecuador für zwei Dollar 😂.

Bevor wir essen bekomme ich noch von allen ein Ständchen. Dann genießen wir den leckeren Fisch mit Yuca und Tomatensalat.


Nach dem „offiziellen Teil“ fällt den Kindern nichts besseres ein, als an der frisch gefüllten Regentonne mit Wasser und Dreck rumzuspielen.

Am Nachmittag besuchen wir Don Alonso und Mamita Rebeca, die Urgroßeltern von unseren Zwergen, die vor einigen Jahrzehnten Kamak Maki aufgebaut haben und inzwischen um die 80 sein dürften. Wir haben ein Blutdruckmessgerät und Medikamente mitgebracht. Schön beide nach langer Zeit wiederzusehen – eine Zeitlang ging es Alonso sehr schlecht, aber er hat sich wieder erholt.

Am späten Nachmittag essen wir dann noch meinen Geburtstagskuchen, den ich in Tena bei der Konditorei „Napoles“ bestellt habe.

Am Abend feiern wir ein bisschen weiter – mit frittierten Yucas, selbstgemachter Guacamole, Tortillachips und Käsesoße. Das Restaurant füllt sich und viele Gäste kommen, die was trinken wollen. Der Klopper ist eine Familie, Eltern mit Tochter, der Vater ziemlich betrunken. Als sie heim wollen, fragen sie ob wir einen Helm für die Tochter haben, den wir ihnen leihen können, weil sie mit dem Motorrad da sind und der Papa nicht mehr so sicher fahren kann 🙈. Was soll man dazu sagen?
Endlich Urlaub! 😂
Heute ist Sonntag und wir machen mal auf Touristen. Die Zeit verfliegt und wir schaffen es erst mittags loszukommen, gerade dann als es plötzlich zu tröpfeln anfängt.

Mit dem Boot setzen wir nach Misahualli über.

Da das Frühstück nicht sehr üppig war, haben wir schon Hunger und gehen als erstes zum Mittagessen. Unser heutiges Almuerzo besteht aus einer Suppe mit Knödeln aus Kochbananen, inklusive eines Knochens mit etwas Fleisch dran, und gegrilltem Hühnerfleisch mit Reis, Bohnen und Soße. Sehr lecker und absolut ausreichend als Stärkung für unsere geplante Tour.
Eigentlich wollten wir zu den „Latas“ Wasserfällen wandern, aber unser Taxifahrer empfiehlt uns eine andere Lagune, die nicht viel weiter weg ist – hier geht es mit dem Auto eine ziemlich schottrige Straße den Berg hoch, zur „Kallari Pakcha“ Lagune. Zu laufen sind es dann nur ein paar Minuten.

Die Lagune ist schön – mit einem großen Becken zum Schwimmen.

Wir schlüpfen in unsere Badeklamotten und hüpfen ins Wasser, das angenehm erfrischend ist.


Den Rückweg bis zur Hauptstraße laufen wir zu Fuß.

Wir kommen an ein paar Dschungelkühen vorbei, die ganz neugierig zu uns gelaufen kommen. Leider verschläft mein „Rucksack“, der Kühe immer besonders liebt, das.

Da ab „Latas“ ein Bus nach Misahualli fährt, warten wir dort an der Straße, nachdem wir vorher noch Fotos des gigantischen Baums am Eingang gemacht haben.

In Misahualli trinken wir erstmal „Batidos“ – eine Art Milchshake mit Früchten. Die kommen im 0,5 Liter Weizenglas. Sehr lecker und sättigend. Am besten man bestellt jedoch den Batido ohne Zucker, sonst hauen die noch ein paar Löffel Zucker rein!
Danach beobachten wir ein Weilchen das alltägliche Spektakel der Affen, die im Ort frei rumspringen und gerne den Leuten irgendwelche Dinge stibitzen.

Italienischer Abend
Endlich mal wieder duschen!!! Und das auch noch mit warmem Wasser. Luxus pur!
Da morgen zwei Freunde aus Deutschland kommen, machen wir alle zusammen eine kleine „Minga“ Aktion, was auf Kichwa heißt, dass man gemeinsam etwas anpackt. Das Zimmer muss hergerichtet werden und alles rundherum muss aufgeräumt und ausgemistet werden.
Der Kleine wird in der ecuadorianischen Hängematte geparkt, bis er irgendwann gar nicht mehr so glücklich ist, als er aufwacht 😂.

Der Große darf Papa beim Ausräumen und Abtransportieren helfen.

Ich hänge noch die Wäsche zum Trocknen auf, die ich gestern in Etappen gewaschen habe. Es gibt eine Waschmaschine, die zwar nur mit kaltem Wasser funktioniert, aber das geht schon. Die läuft jedoch nur, wenn es Wasser gibt. Und oft – wie heute – hängt man die Wäsche bei Sonnenschein draußen auf die Leine und später nimmt man sie wieder runter, weil es zu regnen anfängt, und eine halbe Stunde danach wird es wieder schön und das Spiel beginnt von vorn.
Am Nachmittag geh ich nach Kamak Maki, um dort den inzwischen 13-jährigen Deybis zu treffen, den ich seit 2012 kenne, einen Urenkel von Alonso und Rebeca. Seine Mutter hat ihn mit 13 oder 14 bekommen, und seinen Vater kennt er nicht. Ich hab mich damals bei meinem langen Aufenthalt 2013 viel um ihn gekümmert und unterstütze ihn noch heute wenn nötig (und das kommt oft vor). Er hat es nicht leicht. Momentan denkt seine Mama, sie könnte nach USA auswandern, um dort Geld für die Familie zu verdienen. Sie ist seit Ende November unterwegs, war schon in Mexico, ist jetzt aber wieder zurück in Ecuador und wartet in der Hauptstadt auf die nächste Gelegenheit mit irgendeiner Tante wieder Richtung Norden zu wandern. Deybis wird deswegen aktuell abwechselnd von seiner Oma und deren Schwester betreut.
Er hilft ab und zu in Kamak Maki, wie heute – unter anderem beim Mahlen des Kakaos, den sie verkaufen und aus dem sie auch Schokolade machen.

Ich hab ihm Klamotten mitgebracht, die ihm, glaube ich, gut gefallen haben. Er ist immer sehr wortkarg, aber er hat alle gleich anprobiert und sie passen auch ganz gut. Also nehme ich an er hat sich gefreut 😊. Für mich ist es auf alle Fälle schön ihn wiederzusehen.
Mich nimmt dann ein Boot mit zurück nach Misahualli, da sowieso noch eine Gruppe in Kamak Maki war, die auch dorthin gebracht werden muss.
Wir kommen ein paar Bäumen vorbei, auf denen Hunderte von weißen Reihern („Garzas“) sitzen, die oft in einer großen Schar über den Fluss fliegen. Das ist jedesmal wieder beeindruckend!

Allgemein ist die Stimmung am Abend ganz schön.

Toppen kann das natürlich nur noch die Weihnachtsbeleuchtung in Misahualli.

Ich kaufe noch etwas für Pizza ein, die ich unbedingt mal für alle machen wollte – also warum nicht heute! Der Rest ist sowieso noch auf Einkaufstour in Tena – und die sind sicher froh wenn sie daheim was zu essen bekommen.
Diesmal mache ich nicht den Versuch mit dem Boot zu fahren, sondern laufe zur Seilbahn, und setze für 25 Cent ans andere Flussufer über. Im Dunklen ist das schon ein bisschen scary, denn am anderen Ufer gibt es keine Beleuchtung. Von der Seilbahn sind es normalerweise etwa 5-10 Minuten bis zur Unterkunft. Ich bleibe aber bei Marias Kiosk hängen, da dort gerade eine erfolgreiche Kakaoernte gefeiert wird und ich auf ein Bier eingeladen werde.
Zurück im Restaurant bekomme ich gleich eine super Gehilfin!

Auch wenn der Teig etwas zäh war, schmeckt die Pizza super 👍. Und zum Trinken gibt‘s Cabernet Sauvignon aus dem Tetrapack. Mal eine schöne Abwechslung zum Bier, zumal es in Ecuador faktisch nur die eine Biersorte gibt, Pilsener!

Holpriger Ausflug nach Pusuno
Heute bekommen wir Besuch von Freunden aus Deutschland. Sie haben die Nacht in Tena im Hostel Limoncocha verbracht, weil sie erst nachts von Latacunga / Quilotoa angekommen sind (nach 11-stündiger Busfahrt). In der Früh kommen sie mit dem Bus nach Misahualli, wo wir sie mit dem Boot abholen und gleich noch Brötchen mitnehmen.

Die Wartezeit in Misahualli überbrücken wir am Affenmonument – da sind die beiden ganz zufrieden.

Nach dem (späten) Frühstück müssen wir natürlich unseren Gästen zeigen, wie schön es ist, mit Blick auf den Fluss ein kühles Bier zu trinken.

Dann richten wir uns für einen Ausflug nach Pusuno, wo es eine neue Tour zu einer großen Lagune mit Wasserfall gibt.

Erst geht’s wieder mit dem Boot nach Misahualli, und wir essen zu Mittag. Von dort fahren wir mit dem Pickup mit Luis („Mercadito“), der seit Jahren der Taxifahrer unseres Vertrauens ist, etwa 45 Minuten über holprigste Straßen, wenn man diese überhaupt so nennen kann. Wir setzen uns auf die Ladefläche, denn wann sonst bekommt man die Gelegenheit dazu. Das ist hier eigentlich auch verboten, aber außerhalb der Stadt interessiert das niemand. Macht einfach Spaß sich den Wind um die Ohren wehen zu lassen, auch wenn das Hinterteil von dem Geruckel irgendwann ein bisschen weh tut.

Plötzlich fängt es zu regnen an und dann quetschen wir uns für den Rest der Fahrt zu acht ins Auto.
Ab dem Parkplatz geht es auf eine etwa 40-minütige Wanderung runter zur Lagune von Pusuno.

Ein Guide erzählt uns ein bisschen was über frühere Tierfallen (die Vorführung klappt nicht immer so ganz wie geplant) und das Felsengesicht, das man nur daran erkennen kann, weil sie mit weißer Farbe Mund, Nase und Augen auf eine Felswand gemalt haben (toll!).

Was ich vom „Friedhof der Schnecken“ halten soll, weiß ich nicht – angeblich legen hier die Schnecken ihre Eier ab und sterben dann – deswegen haben sie ihnen hier ein Denkmal gesetzt.

Nach etwas Kraxelei kommen wir an der Lagune an. Wunderschön, kommt aber auf den Bildern leider nicht so raus.


Wir lassen die Kinder beim Mercadito, der jetzt auch der Babysitter unseres Vertrauens ist, und gehen zum Schwimmen.

Von dem Felsen kann man schön runterspringen. Ich mag so was ja gar nicht, aber ich trau mich dann doch 💪.



Zurück in Misahualli sind wieder die Affen die große Attraktion!

Regen ohne Ende
Es kübelt wie aus Eimern. Wir wollten heute eigentlich Tubing machen, also auf Schläuchen von LKW-Reifen von Misahualli auf dem Rio Napo nach Kamak Maki fahren, was aber bei dem Wetter keinen Sinn macht. Erstens ist der Fluss ziemlich angeschwollen, und zweitens macht das bei schönem Wetter mehr Spaß. Wie entscheiden uns für eine etwas ausführlichere Führung durch Kamak Maki und fahren mit dem Auto hin.



Wir machen eine Tour mit Hector und bekommen den (Heil-)Pflanzengarten erklärt, und das Museum mit den Tierfallen, rituellen Steinen und Gebrauchsgegenständen der Kichwas.

Danach probieren wir uns im Blasrohrschießen. Obwohl das Rohr etwa 2,50 m lang ist, ist es gar nicht so schwer die Scheibe zu treffen wie gedacht.

Anschließend sehen wir wie Schokolade hergestellt wird. Nachdem die Früchte aufgeschnitten wurden, kann man das Fruchtfleisch von den Kakaobohnen lutschen.

Die Kakaobohnen müssen dann getrocknet werden. Den Schritt haben wir übersprungen und gehen gleich zum Rösten bereits getrockneter Bohnen über.

Die gerösteten Kaffeebohnen schält man und reibt das Ganze in der Mühle. Alles wird erwärmt und es wird noch Guayusa und Zucker dazugegeben (beim zweiten Versuch geben wir Bier statt Guayusa dazu – funktioniert auch).

Einfach nur fein. Und zum Schluss der Tour waschen wir noch Gold.

Letzter Tag im “Oriente”
Bei anfangs schönem Wetter fahren wir mit dem Taxi nach Ahuano und dann ca. 30 Minuten mit dem Boot weiter Richtung „Amazoonico“, der Tierauffangstation, die wie ein Zoo angelegt ist.



Als wir beim Amazoonico ankommen, müssen wir etwa eine halbe Stunde warten, bis ein Guide für uns Zeit hat. Da machen wir einen großen Fehler! Wir bestellen zwei Bier, ohne vorher auf den Preis zu schauen. Eine 0,6 Liter Flasche kostet 5 (!) Dollar. Normalerweise kauft man die Literflasche für 2,50 Dollar. So eine Unverschämtheit – hoffentlich kommt der Gewinn dann wenigstens den Tieren zugute!
Beim Rundgang sehen wir eine Anaconda, viele Affen, Papageien, Tukane, Schildkröten (auch freilaufend, also halbwild), Wildschweine, Kaimane und Tapire.

Tapire sind meine Lieblingstiere hier; dieser Tapir heißt Navidad, weil sie an Weihnachten gefunden bzw. gerettet wurde, und sie ist zusammen mit Carnaval. Die beiden haben zwei Junge – eins davon heißt Pumpkin 😂.
Plötzlich fängt es zu schütten an und wir wären in kürzester Zeit patschnass, hätten wir nicht so tolle Schirme!

Der Boden wird sofort richtig schlammig.
Nach dem Amazoonico geht‘s mit dem Boot ein paar Minuten weiter zur „Laguna de Caimanes“.
Erst einmal bekommen wir eine Vorführung, wie man das Traditionsgetränk „Chicha“ herstellt – aus Yuca. Wir bekommen am Ende eine Kostprobe. Die kommt nicht so gut an – schmeckt ein bisschen wie eingeschlafene Füße.

Danach wandern wir auf matschigen Wegen weiter, vorbei an farbenprächtigen Pflanzen.

Wir dürfen sogar eine Yuca-Pflanze selber ernten.

Endlich kommen wir zu den Kaimanen. Es sind unzählige, die aber meist nur auftauchen, wenn es Fleisch gibt.

Lianen gibt es auch – und die halten sogar 😂.

Zurück am „Punto de Ahuano“ wird gerade der Linienbus von Tena auf das andere Ufer übersetzt. Das sieht sehr spannend aus. Und dann essen wir zu Mittag.

Am Nachmittag besuche ich noch mein neunjähriges Patenkind in Tena. Ich hab ihr ein bisschen Kleidung mitgebracht. Sie ist für ecuadorianische Verhältnisse sehr groß (die größte in der Klasse), so dass ihr die Sachen gerade so passen. Sie hat sich trotzdem sehr gefreut.

Abschied von Misahualli und Fahrt nach Baños
Heute heißt es Abschied nehmen von Misahualli – wir packen unsere Sachen und fahren zu siebt im Pickup nach Baños. Die Fahrt dauert knapp drei Stunden.

In Baños haben wir uns im Hostel “Nomada” eingebucht, das günstig, sauber und gut gelegen ist. Als ich hier meinen Koffer mit zwei Paar noch etwas feuchten Schuhen aufmache, kommt kein so ganz feiner Geruch raus. Am besten schnell wieder zumachen 😂. Hier können wir auch direkt noch ein bisschen Kleidung zum Waschen geben.
Wir schlendern ein bisschen durch die Stadt und erkundigen uns bei den verschiedenen Agenturen welche Tour wir morgen machen könnten.

Jetzt haben wir aber richtig Hunger! Ich esse „Churrasco“. Das ist Rindfleisch mit Reis, Pommes, Avocado, Linsen, Salat und Spiegelei. Unglaublich lecker, und die riesige Portion reicht für den Rest des Tages 😂.

In Baños gibt es auch eine ganz besondere Art Süßigkeiten herzustellen. Der Strang wird immer wieder in die Länge gezogen und gefaltet.


Wir sehen eine tolle Bar, in die wir auf jeden Fall am Abend gehen wollen.

Abends schlendern wir über einen kleinen Kunsthandwerkermarkt und kaufen noch ein paar Souvenirs ein. An einem Stand warten wir eine ganze Weile bis der Verkäufer auftaucht. Da sehen wir, dass der einfach gerade am Kartenspielen war und kurz mal keine Zeit für uns hatte.


In der „Nativa“ Bar trinken wir später Mojito und Caipirinha. Happy Hour gilt hier wohl den ganzen Abend.

Abenteurlicher Tag in Baños
Heute ist Action angesagt – volles Programm. Leider regnet es in der Früh und es sieht auch nicht so aus, als ob es bald besser werden würde. Zudem ist es recht kühl.
Deswegen fahren wir nicht wie ursprünglich angedacht mit dem Rad die „Ruta de las Cascadas“ hinunter, sondern nehmen das Auto. Los geht’s mit Aktivität Nummer 1. Wir starten beim riesigen Wasserfall „Pailon del Diablo“, etwa eine halbe Stunde von Baños entfernt, und nehmen erst den Weg, wo man zunächst ein Stück absteigen muss und dann zum Wasserfall hochläuft.
Hier ist es zum Glück trocken, aber nass werden wir später trotzdem, wegen des tobenden Wasserfalls 😂. Die Wucht des Wassers ist gewaltig, insbesondere nachdem es zuvor geregnet hatte.

Es ist einiges los – der Wasserfall ist aber auch ein absolutes Highlight!



Wieder am Eingang angekommen gibt es noch einen Snack und dann nähern wir uns dem Wasserfall von oben.

Es lohnt sich auch hier nochmal 2$ zu investieren. Der Blick von oben ist etwas ganz Besonderes.

Nach einem schönen Mittagessen fahren wir wieder Richtung Baños, zur Aktivität Nummer 2, der Zip-Line bei „Adventure Ecoturismo Agoyan“. 10 Dollar kostet die Kombi Zip-Line & Seilbahn.

Ich wähle die „Superman“-Position, also mit dem Kopf voraus.

Los geht‘s, mit einer Go Pro bewaffnet, falls man am Ende den Film anschauen bzw. kaufen will, um zu sehen was man für ein ängstliches Gesicht gemacht hat, oder auch nicht.

Mir macht es richtig Spaß! Obwohl ich weiß, dass ich nur an zwei losen Schlaufen aufgehängt über eine 100 Meter tiefe Schlucht sause, fühlt es sich toll an, mit Blick auf den Wasserfall zur anderen Seite hinüber zu schweben.

Am Ende wir man automatisch abgebremst, sofern man dasselbige erreicht. Wenn nicht, schwebt man über dem Abgrund und kann durchaus leichte Panikattacken bekommen, bis ein Helfer sich zu einem gehangelt hat und einen rettet. Zum Glück ist mir das nicht passiert 👍.

Aktivität Nummer 3 steht an (volles Programm heute), die Riesenschaukel „Fantasias De Volar“, zu der man über eine kurvige, 10 km lange Straße von Baños aus gelangt. Auch der Spaß kostet 10 Dollar.
Bevor es los geht fragen wir uns (wie schon vorher bei der Zip-Line) welchen Sinn eigentlich die Helme haben. Kaum vorstellbar, dass die im Falle eines Absturzes irgendeinen Nutzen haben würden… 🙈.

Der Blick auf Baños ist gigantisch, auch wenn es etwas bewölkt und schon beinahe dunkel ist.

Als die Schaukel losgelassen wird und Fahrt aufnimmt, dreht sich mir der Magen um, wie in der Achterbahn.
Nach dem ersten Schwung über den Abgrund wird es aber richtig toll und ich genieße es.

Das ist nochmal ein absolut cooles Erlebnis und eine Steigerung zur altbekannten Riesenschaukel am „Casa de Árbol“.

Wieder unten in Baños angekommen, ist es schon dunkel und wir gehen noch alle zusammen Burger essen, bevor die Kinder (und leider auch die Mama) ins Bett müssen.
Der Rest von uns trinkt später in der gleichen Bar wie gestern ein paar Cocktails. Danach ziehen wir weiter zur „Ouhlala Bar“, wo man auf Schaukeln sitzend Cocktails schlürfen kann (hier wird einem höchstens schwindlig, wenn man zu viel davon trinkt 😉).
Um den Baños Aufenthalt perfekt zu machen, feiern wir schließlich noch in der „Leprechaun Bar“ bei guter Musik und ein paar Cervezas weiter…

Es geht wieder Richtung Norden
Jetzt heißt es Abschied nehmen – die Familie fährt zurück nach Misahualli. Ist ganz schön traurig, dass ich alle jetzt für über zwei Monate nicht sehen werde… Ich muss dann wohl öfter mal als Online-Nanny einen Videocall machen 😊.
Nach einem megaleckeren Frühstück schlendre ich noch ein bisschen in der Stadt herum (heute ist wieder super Wetter), sammle letzte Eindrücke und beobachte das wilde Treiben und das Fahnenaufgebot anlässlich der anstehenden Wahlen.



Am frühen Nachmittag nehme ich den Bus nach Quito (4,5 Stunden, 6 Dollar). Eine ganze Weile hab ich zu meiner Rechten immer wieder den 5897 Meter hohen Cotopaxi im Blick.


Gegen 18.30 Uhr komme ich am „Terminal Carcelen“ im Norden von Quito an und werde dort von Andrés abgeholt. Mit seiner Familie bin ich seit zehn Jahren befreundet. Ich kann bei ihnen im Stadtteil San Antonio de Pichincha, in der Nähe von „Mitad del Mundo“ (Mittelpunkt der Erde) übernachten.
Der Empfang von seiner Frau Juanita und den inzwischen 18 und 21 Jahre alten Kindern Emily und Matheo ist super herzlich. Wir gehen am Abend gleich noch „Pinchos“ essen – das sind Fleischspieße, die mit Kartoffeln und verschiedenen Soßen serviert werden (meine Lieblingssoße ist „Ají“, eine scharfe, rosafarbene Soße mit Zwiebeln).

Dazu trinken wir ein mini Pilsener Bier (0,33 Liter) – ich wusste gar nicht, dass es das Bier in soooo kleinen Flaschen gibt.

Letzter Tag
Ich hab festgestellt, dass ich in den letzten zwei Wochen hier in Ecuador ein paar Sachen vergessen habe zu trinken 😂. Das holen wir heute nach.
Zum Frühstück bereitet Juanita neben leckeren „Bolas de Verde“ (Knödel aus Kochbananen mit kleingeschnittenem, mit Zwiebeln angebratenem Fleisch) einen Saft aus Baumtomaten zu. Abgesehen davon, dass jede Menge Zucker reinkommt, liebe ich den Saft.


Nach dem Frühstück bekomme ich von der Tochter meine Fingernägel gemacht – sie hat Kurse genommen und ich stelle mich gern als Übungsmodell zur Verfügung, zumal meinen Nägeln eine gründliche Reinigung sehr gut tut, nachdem sie die letzten Wochen eher vernachlässigt wurden und ich gedacht habe, ich bekomm sie nie wieder sauber.
Am Nachmittag statte ich „Mitad del Mundo“ einen kurzen Besuch ab. Ich komm mit Andrés rein, der dort einen kleinen Laden für Schmuck und Kunsthandwerk aus Tagua hat (Tagua ist eine Frucht von einer bestimmten Palmensorte, die es nur hier gibt, und die getrocknet hart wie ein Stein wird, so dass man sie gut verarbeiten kann). In Mitad del Mundo gibt es unzählige Souvenirläden und das große Monument im Zentrum.

Jedes Mal gibt es wieder Neues zu entdecken, aber heute hab ich leider nicht viel Zeit.

Wir wollen schließlich noch zusammen mit Juanita zum Vulkankrater „Pululahua“ hochfahren, was inzwischen Tradition hat, ganz in der Nähe von Mitad del Mundo. Allerdings ist es heute dort oben total neblig und feucht, so dass man überhaupt nichts sehen kann, und wir nur schnell ein Foto machen und wieder nach Hause fahren.

Unterwegs halten wir noch einmal an, um frisch gepressten Zuckerrohrsaft zu trinken – auch das hatte ich bisher nicht geschafft. Sehr lecker. Die Frau aus dem Kiosk meint es besonders gut mit uns, weil wir heute ihre einzigen Kunden sind (kaum vorstellbar, wie so ein Laden überleben kann), und gibt noch einen Schuss Zuckerrohrschnaps mit dazu, was aber eher gruselig schmeckt. Das Gesöff ist ziemlich stark und mir wird‘s direkt warm im Magen 😂.
Am Abend überraschen Andrés und Juanita mich mit Pizza, Mais- und Yucabrot und haben einige Freunde eingeladen, die ich auch alle gut kenne (wir haben in der Vergangenheit öfter mal etwas zusammen unternommen, oder ich hab was für alle gekocht, zum Beispiel Kässpatzen 😂). Die sind alle so lieb und haben immer Spaß – man fühlt sich einfach sauwohl und herzlich willkommen in der Runde.

Mein Fotobuch von 2012-2014, das ich mal für Andrés und Juanita machen hab lassen, sorgt auch für Erheiterung.

Das ist ein schöner Abschluss des Urlaubs, bevor es am nächsten Morgen wieder nach Hause geht.
Adiós!
Um 4.30 Uhr morgens schließt sich der Kreis – selbst hier in der Stadt gibt es Gockel, die schon mitten in der Nacht krähen. Trotzdem fällt das frühe Aufstehen etwas schwer. Andrés bringt mich zum Flughafen. Um sechs Uhr bin ich dort und habe drei Stunden bis zum Abflug! So habe ich genügend Zeit um ein letztes Mal „Bolas de Verde“ zu essen, um frisch gestärkt die Heimreise anzutreten.
P.S. Kleiner Nachtrag
Kurz nach meiner Abreise hat sich das Thema Wassermangel auf wundersame Weise gelöst, nachdem irgendwann überhaupt kein Tropfen mehr aus der Leitung kam und endlich Ursachenforschung betrieben wurde 😊.
