Weitwandern bis Ljubljana – 2020

Dieses Jahr sind zwei Dinge anders als sonst. 1. ist Corona, und 2. haben wir im Sommer Urlaub. Das heißt, es geht nicht nach Nepal, Indien, Südamerika oder in sonstige Gefilde außerhalb des europäischen Kontinents – wir bleiben in Europa. Auch Flugreisen reizen mich momentan nicht so sehr. Was gibt es also Besseres als einfach von zuhause aus loszulaufen!? Das wünschenswerte Ziel in drei Wochen ist Ljubljana in Slowenien.

Zum Teil müssen wir zwischendurch Bus oder Bahn nehmen – sonst schaffen wir die über 500 km nicht in 20 Tagen. Es gilt ja auch ein paar nicht unerhebliche Höhenmeter zu überwinden. Soweit der Plan (Komoot hilft bei der Ausarbeitung der Tour im Detail). Der Rucksack ist gepackt (ca. 10 kg ohne Getränke und Verpflegung). Ein Zelt sowie Schlafsäcke und Luftmatratzen für alle Fälle sind auch mit dabei. Das Abenteuer kann losgehen!

Wie die Tour in Wirklichkeit verläuft, werde ich hier berichten. Vielleicht will ja mal jemand einzelne Etappen nachlaufen, deswegen versuche ich die wichtigsten Infos, Highlights und Tipps zusammenzufassen.

Tag 1 (Ende Juli 2020): Betzigau – Pfronten

An den ersten beiden Tagen haben wir noch eine Mitstreiterin, die uns begleitet (wir gehen mal davon aus, dass sie das nicht nur macht, um sicherzustellen, dass wir auch wirklich weg sind 😉).

Haustür zu und los geht’s!

Das sind die Fakten:

Tourverlauf: Wanderung ab Betzigau über den Kempter Wald (Stein, Bodelsberg) und über Oberzollhaus nach Oy, dann weiter nach Nesselwang.

Kempter Wald – immer wieder mystisch

„Frühschoppen“ in der „Elster“ in Oberzollhaus

Nachmittags kurze Einkehr im Gasthof der „Postbrauerei“ in Nesselwang (das Bier schmeckt allerdings etwas seltsam). Über den Kapeller Höhenweg weiter nach Pfronten und in unsere Unterkunft bei Röflings.

Kurz vor Pfronten

Laufzeit (ohne Pausen): 5:43 h

Km: 28,7

Höhenmeter: 660 m hoch, 500 m runter

Wetter: etwas bewölkt, warm und bis auf einen kurzen Schauer trocken

Highlights des Wegs:

  • Kempter Wald (auch wenn ich den schon fast auswendig kenne)
  • Kappeler Höhenweg
  • Blick auf die Berge um Pfronten, kurz vor unserem Etappenziel

Sprüche des Tages:

1. Eine Gruppe älterer Herren beim Frühschoppen in der „Elster“ in Oberzollhaus: „Was, wie weit wollt ihr??? Haben sie euch die Fahrräder geklaut?“

2. In der gleichen Lokalität. Frage nach der Toilette – Antwort der Bedienung: „Da wo sie immer war!“ – Gut zu wissen, vor allem wenn man zum ersten Mal dort ist 😉.

Tierische Begegnungen: zwei verspielte Rehe und ein Fuchs im Kempter Wald, eine bunt gestreifte Raupe und ein schwarzer Salamander auf dem Weg nach Pfronten

Ausfallerscheinungen: Ausschlag an den Füßen (muss wohl von den neuen Socken kommen) – juckt immerhin nicht; außerdem Bisse durch blutrünstige Bremsen

Unterkunft: Airbnb „Offline Pfronten“ bei Josefine – super schön!

Abendessen: „Brauereigasthof Falkenstein“ in Pfronten – 20 min Fußmarsch von der Unterkunft entfernt (als wären wir heute nicht schon genug gewandert)! Hat sich aber gelohnt. Sehr gutes Essen und Bier.

Tag 2: Pfronten – Grän (Bad Kissinger Hütte)

Erstmal leckeres Frühstück in der „Bäckerei Lipp“ in Pfronten, dann geht’s los.

Wir brauchen uns nicht aufbrezeln! Sind doch top gestylt 😂.

Tourverlauf: Über Pfronten-Steinach an der Talstation der Breitenbergbahn vorbei, die Reichenbachklamm hoch, über den Bösen (gar nicht so bösen) Tritt zur Bad Kissinger Hütte.

Reichenbachklamm – etwas schweißtreibend, aber sehr schön

Blick Richtung Aggenstein

Blütezeit des gelben Enzians

Laufzeit (ohne Pausen): 3:40 h

Km: 11,1

Höhenmeter: 970 m hoch, 100 m runter

Wetter: der Wahnsinn – sonnig und insbesondere in der Klamm schwülwarm

Highlights des Wegs:

  • die schöne Klamm
  • der Aufstieg zur Hütte
  • der abendliche Abstecher auf den Aggenstein
  • … alles toll

Sprüche des Tages:

1. Beim schweißtreibenden Aufstieg durch die Klamm: „Ich muss schwitzen wie ein dreibeiniger Hund“

2. „Heute sind alle ganz schön muhaglig“ (anders gesagt: stofflig, mufflig bzw. einfach unfreundlich) – angesichts der Massen an Leuten, die alle auf die Bad Kissinger Hütte wollen und von denen viele das Grüßen offenbar vergessen haben.

Tierische Begegnungen: „Alkali-Schafe“ (wendlerscher Ausdruck für Alpacas), eine Gemse (eher ungewöhnlich – normalerweise trifft man sie eher in kleinen Gruppen an)

Ausfallerscheinungen: außer Schweißausbrüche keine

Unterkunft: „Bad Kissinger Hütte“, unterhalb des Aggensteins – schöne Berghütte mit toller Aussicht

Abendessen: Halbpension auf der Hütte mit super leckerem 3-Gänge-Menü (und Nachschlag)

Bad Kissinger Hütte

Da geht unsere Wanderbegleitung wieder! Schade!

Fast wie auf dem „Dach der Welt“

Mal kurz in 19 min noch auf den Aggenstein hochgesprungen – geht ohne Rucksack ganz easy

Und schnell wieder runter gekraxelt – zum Duschen und Abendessen

Tag 3: Bad Kissinger Hütte – Reutte

Was für ein schöner Blick aus dem Fenster am frühen Morgen – die Bergwelt erwacht

Tourverlauf: Über die Sebenalpe (fast allein auf weiter Flur) zum ersten kleinen Gipfel, dem Gamskopf.

Weiter zum Füssener Jöchle, und dann bei traumhaftem Panorama zur „Otto-Mayr-Hütte“ – zum wohlverdienten Frühshoppen mit Radler und Apfelstrudel (ohne Rosinen!).

Einfach traumhaft

Hier gibt es nichts hinzuzufügen …

Weiter am Sababach entlang, über die Musauer Hütte (leider zu) auf sehr einsamen Wegen an der Hahle Alpe und Sulztaler Hütte vorbei (beide nicht bewirtschaftet), und schließlich über die Costarius-Kapelle nach Reutte.

Es zieht sich am Ende ziemlich … und wir haben Durst!

„Mich dürstet – bitt für mich“ 😉

Km 16 – nach fast 800 m hoch und über 1600 m runter – noch mehr Durst

In Reutte angekommen werden unsere Gebete erhört. Prost!

Kaiser-Bier – tut’s in der Not

Laufzeit (ohne Pausen): 5:51 h

Km: 17,7

Höhenmeter: 780 m hoch, 1700 m (!) runter

Wetter: optimal – kurz nachdem wir am Nachmittag im Hotel in Reutte-Lechaschau angekommen sind, bricht ein kleines Unwetter mit Starkregen los, was glücklicherweise bald vorbei ist und uns am Abend einen schönen Regenbogen beschert

Highlights des Wegs:

  • Blick zurück auf den Aggenstein nach nur gut einer Stunde Wanderung (ist immer wieder erstaunlich wie weit man innerhalb kürzester Zeit kommt)
  • der einsame Weg am Hahlekopf vorbei

Ab und zu gilt es ein paar Hindernisse zu überwinden

Sprüche des Tages:

1. „Jetzt ist es wieder soweit – die Schweißtropfen haben mein Kinn erreicht.“

2. „Wenn es den Bär in der Region von Reutte wirklich gab, war er ganz sicher hier – so einsam und ursprünglich das hier ist!“ (und so versteckt mancher Weg)

Tierische Begegnungen: 5 neugierige Gemsen, Millionen von Ameisen; ansonsten im Wald Totenstille – man hört nur das eigene Schnaufen

Ausfallerscheinungen: großer Durst – siehe oben

Unterkunft: „Hotel Goldene Rose“ – ganz ok, nur leider etwas Lärm wegen des Durchgangsverkehrs

Abendessen: Da zwei der vom TripAdvisor empfohlenen Pizzerien, die in der Nähe unseres Hotels liegen, sich entschlossen haben beide am Dienstag einen Ruhetag einzulegen, ich aber unbedingt Pizza essen will, ohne weit laufen zu müssen, sind wir kurzzeitig ratlos. Aber kaum auf dem Rückweg Richtung Hotel (wo wir auch hätten essen können), da erscheint uns eine weitere Pizzeria, das „Palazzo“. Welch Glück – so kann meine hungrige Seele doch noch befriedigt werden.

Tag 4: Reutte – Ehrwald

Über versteckte Pfade durch den Wald – Komoot sei Dank

Tourverlauf: In Reutte erst die Großbaustelle umwandern, dann, nach unfreiwilligem kurzem Abstecher über’s Gleisbett, richtigen Weg über den Heiterwanger See nach Bichlbach gefunden; über den Panoramaweg weiter nach Leermoos und schließlich nach Ehrwald.

Laufzeit (ohne Pausen): 6:21 h

Km: 27,5

Höhenmeter: 690 m hoch, 540 m runter

Wetter: trotz schlechter Vorhersage trocken und sogar sonnig – schon bald sehr schwülwarm

Highlights des Wegs:

  • Heiterwanger See
  • Tierpark in Bichlbach (oft dran vorbeigefahren, aber noch nie dort gewesen)
  • Blick auf das Wettersteingebirge und die Zugspitze

Heiterwanger See – mit „Pelle“

Die Wächter jeder Kleingartenanlage 😂

Hier kommt das Wettersteingebirge allmählich zum Vorschein

Am Abend wird es dann richtig klar

Sprüche des Tages:

1. „Hm, das ist jetzt irgendwie komisch …“ (wenn Komoot mal wieder einen sehr versteckten Pfad ausgesucht hat) – könnte auch bei jedem anderen Tag stehen; kommt nämlich öfter vor, aber andererseits würde uns ohne das Komoot Routing einiges an schönen Wegen und lustigen Verirrungen entgehen.

2. Nach 18 km Wanderung und offenbar schwindender (Geistes-)Kraft: Person 1 beim Anblick von Seerosen im Teich am Wegesrand: „Schau mal die schönen Sonnenblumen!“ Kurz darauf Person 2 angesichts einer Vogelscheuche auf dem anliegenden Feld: „Was macht denn die Heuschrecke da?“ -> Fazit: zu lange Etappen tun nicht gut!

Tierische Begegnungen: wieder unzählige, super aufdringliche Bremsen, „Pelle“, der unbedingt mit aufs Foto will, kuschelige Hasen, weiße Kängurus, Ziegen mit langen geschwungenen Hörnern, zwei Esel, die kilometerweit auf einem sogenannten Panoramaweg wandern, obwohl man bis kurz vor Ende des Wegs kein Panorama sieht, Schmetterlinge und viele andere…

Imposant

Ein „Kaisermantel“ am Wegesrand

Ausfallerscheinungen: Halluzinationen oder Gedächtnisaussetzer – wie erwähnt

Unterkunft: „Gästehaus Adlerhorst“, Ehrwald – sehr nettes Häuschen mit grandiosem Blick auf die Berge

Abendessen: Pizzeria „Al Castagno“ – absolut zu empfehlen; Nudeln (z.B. Taglioni Neri, eine sizilianische Spezialität, oder Spaghetti mit Meeresfrüchten)

Das haben wir uns verdient

Tag 5: Ehrwald – Seefeld

Tourverlauf: Über einen schönen Weg in 45 min zur Talstation der Ehrwalder Almbahn (mit Umweg über eine Metzgerei, um uns mit Verpflegung für den Weg einzudecken); mit der Bahn hoch zur Ehrwalder Alm.

Von dort weiter zu Fuß durch das Almenparadies Gaistal (mit Einkehr in der gleichnamigen Alpe – diesmal Apfelstrudel mit Rosinen), entlang der Leutascher Ache bis Klamm und Platzl. Kurz vor Seefeld nach einem langen und heißen Tag noch Einkehr im „Gasthof Neuleutasch“ zum Eisessen!

Mango- und Erdbeereis – das ist Sommer!

Laufzeit (ohne Pausen): 0:45 h + 5:07 h

Km: 3,5 + 23,9

Höhenmeter: 150 m hoch, 50 m runter + 370 m hoch, 690 m runter

Wetter: megaheiß – aber trotzdem gut auszuhalten

Highlights des Wegs:

  • die beeindruckende Bergwelt um uns herum
  • das kühlende Wasser der Leutascher Ache, um die Füße etwas zu erfrischen

Wunderschön

Tut das gut!!!

Spruch des Tages: Bedienung auf der Gaistalalm zu einem Gast: „Willst dein Bier mit oder ohne Spaß?“ – Ich glaube sie meinte mit oder ohne Alkohol 😉.

Was will man mehr?

Tierische Begegnungen: Ziegen auf der Alm, deren Hälse eigentlich immer länger werden müssten, weil sie am liebsten das Gras auf der anderen Seite des Zauns fressen

Ausfallerscheinungen: die Füße tun nach über 100 km in 5 Tagen doch allmählich etwas weh; da nützt auch der Kraftort zum Auftanken wenig …

Am Kraftort „Bewusstsein und Erdung“

Unterkunft: „Haus Gabriel“ in Seefeld, sehr stilvoll und mitten drin

Abendessen: „Südtiroler Stuben“ – traditionelle, leckere Küche

Tag 6: Seefeld – Innsbruck

Der Tag beginnt um 7 Uhr wunderschön mit Frühschwimmen im Seefelder Wildsee.

Leider ist der See nicht besonders tief und daher etwas schlammig – man sollte die Füße beim Schwimmen nicht zu tief ins Wasser strecken! 😉

Tourverlauf: Da die Strecke von Seefeld nach Innsbruck doch recht lang ist (fast 30 km, mit vielen Höhenmetern) und wir inzwischen ein bisschen k.o. sind, kürzen wir einen Teil der Strecke mit dem Zug ab. Zu Fuß geht’s aber zunächst über schöne (Wald-)Wege und die Schlossbachklamm nach Hochzirl, wo wir in den Zug einsteigen und in 23 min (für 2,70€) nach Innsbruck fahren.

Schöne, einsame Waldwege

Zugfahren in Zeiten von Corona

Laufzeit (ohne Pausen): 2:48 h

Km: 11,0

Höhenmeter: 320 m hoch, 590 m runter

Wetter: wieder fantastisch – heiß, aber nicht so feucht, also erträglich

Highlights des Wegs/Tags:

  • Schlossbachklamm
  • Flanieren in der Innsbrucker Innenstadt

Schlossbachklamm

Fußgängerzone in Innsbruck

Fühlt sich an wie Urlaub … 😂

Sprüche des Tages:

1. „Ich wusste du enttäuscht mich nicht“, als es nach einer Weile auf normalem Forstweg (endlich) wieder einen schmalen Pfad den Wald runter ging („du“ will heißen – mein Komoot Routing)

2. „Das nenn ich mal wirklich einen Entspannungstag!“ (ist was für Alpencross-Insider)

Tierische Begegnungen: Fischlein und Enten beim Frühschwimmen, eine Blindschleiche im Wald – sieht man auch nicht so oft

Ausfallerscheinungen: keine

Unterkunft: „Hotel Sailer“, sehr zentral gelegen und nur ein paar Minuten vom Hbf Innsbruck weg – nicht ganz billig, aber sehr schön

Abendessen: Wurst- und Hähnchensalat im „Stiftskeller“ – man kann dort auch Bier trinken; Abschluss des Abends im „Café Treibhaus“ bei einem Glas Wein

Tag 7: Innsbruck – Lienz

Heute Vormittag genießen wir noch das Flair von Innsbruck.Im schön angelegten Hofgarten Hier gibt es wieder Sonnenblumen zu bewundern, äh, Seerosen natürlich 😊

Und vor dem Landestheater (in dem gerade das Orchester etwas von Mozart geprobt hat, was schön anzuhören ist) eine etwas andere Installation …

Ich sag’s doch immer – die hatten damals schon Handys!

Kurz vor der Abreise aus Innsbruck entdecken wir noch diesen Künstler – Queensbeat – genial!

https://youtu.be/cLSo3PwTvuU

https://youtu.be/TKmCMexcqVw

https://youtu.be/R0LGuS7cOBA

Und bald darauf sitzen wir im Bus nach Lienz (3 1/2 Stunden – über den Brenner)!

Bei Toblach begrüßen uns die Dolomiten!

In Lienz kommen wir gerade noch rechtzeitig an, um uns noch im Supermarkt Frühstück und eine Brotzeit für morgen zu holen!

Übernachtung: „Appartement Dina Mariner“ in Lienz – sehr modern und mitten im Zentrum

Abendessen: unser Gastwirt hat uns eine Empfehlung gegeben, das neu eröffnete syrische Restaurant „Lotus“ – einfach umwerfend, diese Geschmacksvielfalt

Sehr zu empfehlen – für Schlemmermäuler wie uns, die auch die internationale Küche lieben

Fazit des Tages: Dieser Ruhetag (fast ohne Laufen) hat wirklich gutgetan, und war gleichzeitig alles andere als langweilig 😊

Tag 8: Lienz – Maria Luggau

Tourverlauf: Zunächst bei leichtem Regen zum Bahnhof – um 6:50 geht der Zug – eine Station und 9 Minuten später sind wir in Thal, von wo wir loslaufen. Erst wieder 3,5 km zurück Richtung Lienz, dann übers Luggauer Brückele (über die Drau). Auf zum Pilgerweg nach Maria Luggau (6 Stunden sind dafür angegeben und wir müssen über 1300 Höhenmeter hoch).

Der Weg scheint nicht oft begangen zu werden, ist ziemlich zugewuchert; außerdem viele Bäume, die Stürmen zum Opfer gefallen sind und jetzt teilweise den Weg versperren.

Es wird immer felsiger und plötzlich taucht ein Klettersteig vor uns auf. Spannend – mit dem schweren Rucksack auf dem Rücken.

Klappt sehr gut und macht Spaß ein bisschen rumzukraxeln. Nur die Querung des Geröllfelds ist etwas knifflig, aber am Ende gut machbar. Bald darauf erscheint eine Art Hochebene und dann kommt der Kofelpass, wo es erstmal die mitgebrachte Brotzeit gibt.

Ab da gehts fast nur noch runter – zieht sich, aber (trotz eines Umwegs, weil mein Komoot-Weg gegen Ende nicht auffindbar ist und kurzer Besichtigung der Basilika in Maria Luggau), sind wir vor 15 Uhr in unserer Unterkunft in Maria Luggau.

Blick auf unseren Zielort Maria Luggau mit der Basilika

Laufzeit (ohne Pausen): 6:37 h

Km: 23,4

Höhenmeter: 1610 m hoch (!), 1270 m runter

Wetter: nach kurzem Nieselregen trocken, hätte für den langen Anstieg nicht besser sein können – nicht zu heiß, aber sehr feuchte Luft, am Nachmittag ein bisschen Sonne

Highlight des Wegs:

  • der plötzlich auftauchende Klettersteig
  • die schöne Hochebene am Kofelpass

Spruch des Tages: Aufmunternde Worte des freundlichen Schaffners am Morgen im Kärntner Dialekt: „Is ned des beste Wedder heit!“

Tierische Begegnungen: zwei Kröten, zwei Haflinger, unzählige Heuschrecken (diesmal wirklich), aber ansonsten nichts, nicht mal eine Menschenseele auf unserem Pilgerweg bis kurz vor Maria Luggau

Ausfallerscheinungen: aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit noch größere Schweißausbrüche als sonst

Unterkunft: „Gasthof Luggau“ , Maria Luggau (zufälligerweise genau der Gasthof, in dem wir auf unserer letztjährigen Motorradtour einen Cappuccino getrunken haben)

Abendessen: Im Gasthof feine Rucola-Creme Suppe und Kärtner Kasnudeln

Tag 9: Brot- und Morendenweg

Tourverlauf: Mit dem Bus von Maria Luggau bis Sankt Lorenzen, ein Stück auf der Straße weiter zu Fuß, abbiegen nach Obergail, dann den Brot- und Morendenweg entlang (ca. dreistündige Tour)

Hier sieht man noch die Spuren des nächtlichen Regens

Am Ende haben wir wegen einer Einkehr und einem gemütlichen Schwatz mit dem Wirt vom „Lahnerhof“ (bei einem Achtele „Graf Bubna“) unseren Bus zurück um 5 Minuten verpasst, und gerade hat es heftig angefangen zu regnen. Also laufen wir mit unseren Regenponchos zum Supermarkt und holen uns zur Überbrückung der Wartezeit auf den nächsten Bus (eine Stunde später) ein Bierchen und einen kleinen Prosecco. Alles gut!

So geht die Zeit schnell vorbei und um 17 Uhr sind wir wieder in unserer Unterkunft.

Laufzeit (ohne Pausen): 3:50 h

Km: 17,2

Höhenmeter: 580 m hoch, 580 m runter

Wetter: viel besser als erwartet – Vorhersage: den ganzen Tag Regen, tatsächliches Wetter: schön warm und teilweise sonnig bis etwa 15 Uhr – danach allerdings zum Teil heftiger Regen

Highlight des Wegs: „Steineckenalm“ (mit sehr feiner Erbsensuppe mit viel Gemüse und Debrezinern und einem Schnapserl aufs Haus)

Spruch des Tages: Sollte es heute nicht den ganzen Tag regnen??? (zum Glück ist die Wettervorhersage manchmal ziemlich daneben)

Tierische Begegnungen: der Bienenlehrpfad – sehr interessant; außerdem kann man sich dort im Tschurtschn-Wurf üben (Tschurtschn = Tannenzapfen)

Ausfallerscheinungen: überhaupt keine – einfach nur beschwingtes Wandern; auch die Oberschenkel sind trotz des heftigen Anstiegs von gestern nicht beleidigt

Unterkunft: Gasthof Luggau, wie vorige Nacht

Abendessen: wieder im Gasthof Luggau – diesmal Rahmschnitzel mit Gemüse und Kroketten, ganz klassisch und lecker

Tag 10: Maria Luggau – Hermagor – Pressegger See

Tourverlauf: Mit drei verschiedenen Bussen (und der einzigen nahtlosen Verbindung am Vormittag) fahren wir von Maria Luggau nach Sankt Lorenzen, weiter nach Kötschach und schließlich nach Hermagor. Von dort laufen wir über einsame (und – Überraschung! – etwas zugewucherte und nasse) Waldwege zum Pressegger See.

Nachmittags zum Entspannen „Slow Trail“ um den Pressegger See – gemütliche 6 km Wanderung

Do ist’s wirklich sehr schön!

Laufzeit (ohne Pausen): 2:12 h (+1:25 h)

Km: 8 (+6)

Höhenmeter: 250 m hoch, 250 m runter (+ 100 / 100)

Wetter: nach Regen in der Nacht ist der Morgen trocken – teils kommt sogar die Sonne raus; Richtung Hermagor erwischt uns jedoch der Regen; später entgegen der Vorhersagen richtig warm und sonnig – unglaublich; was für ein Glück (ich war mir sicher wir müssen unser Zelt auf nassem Rasen aufbauen, während es regnet, und verbringen eine feuchtkalte Nacht im Zelt)

So sieht sie aus, unsere Unterkunft für die nächsten zwei Nächte – im Trockenen aufgebaut, fast ein Wunder nach dem schlechten Wetterbericht

Highlight des Wegs: Pressegger See – sehr schön in die Landschaft eingebettet (und mit Spiel & Spaß für Groß und Klein)

Spruch des Tages: „Bald sind wir wieder in der Zivilisation!“, spricht sie und verschwindet im Unterholz (während er sich mangels einer Machete mit den Wanderstöcken den Weg bahnt) …

Tierische Begegnungen: die Seehexe – allerdings nur in Form eines wunderschönen Cafés oberhalb des Sees

Ausfallerscheinungen: Akku vom Handy und Batterien der Stirnlampe

Unterkunft: „Naturpark Schluga Seecamping“ am Pressegger See – ein sehr komfortabler Campingplatz nicht weit vom See mit eigenem Zugang

Abendessen: Seebad Restaurant mit Alois‘ griechischen Spezialitäten – die Nacht im Zelt kann kommen

Tag 11: Garnitzenklamm

Tourverlauf: Geplant war eine etwa 6/7-stündige Wanderung ab Hermagor zur Garnitzenklamm (mit etwa 740 Höhenmetern); leider sind derzeit Teile der Schlucht gesperrt, deswegen können wir nur eine kleinere Runde laufen (trotzdem beeindruckend schön)! Ziemlich viel los! Tipp: ermäßigter Eintritt mit DAV-Ausweis!

Damit wir auch sicher auf unser Tagespensum von mindestens 20 km kommen, laufen wir als „Ausgleich“ den ganzen Weg nach Presseggen zurück 😉. Alles easy für Supergirl und Pan Tau:

Laufzeit (ohne Pausen): gut 2 1/2 Stunden in der Schlucht (verkürzter Rundweg), ca. 1 Stunde von Hermagor dorthin und etwa 2 Stunden zurück

Km: schätzungsweise über 20 (kein Tracking möglich aufgrund des schwachen Handyakkus)

Höhenmeter: keine Ahnung – ca. 500

Wetter: nicht wie erhofft; es nieselt immer wieder und die Sonne lässt auf sich warten – kommt erst am Abend raus und dann wird es schnell kühl

Highlight des Wegs: die Klamm an sich – nicht ungefährlich, aber wunderschön

Sprüche des Tages:

1. „Jetzt wird es etwas heller!“ – Kaum ausgesprochen, hat es angefangen zu nieseln; das wiederholt sich den ganzen Tag über mehrmals

2. „In Kärnten ist eigentlich immer schönes Wetter, wenn ich da bin!“ – Ja, eigentlich!

Tierische Begegnungen: keine nennenswerten

Ausfallerscheinungen: wie gestern: Handyakku

Unterkunft: im Zelt – letzte Nacht war soweit okay, außer dass unsere holländischen (höllischen) Nachbarn sowie weitere Camper bis spät in die Nacht lautstark gefeiert haben

Abendessen: wieder am See beim „Alois“ – diesmal Burger mit Fleisch und Veggie (Stärkung unterwegs beim „Klammwirt“ mit leckerem Forellenfilet und Kasnudeln)

Tag 12: Villach

Tourverlauf: Nach gemütlichen Zeltabbauen und kleinen Frühstück geht’s mit dem Zug von Presseggen nach Villach.

Dort steigen wir auf ein anderes Fortbewegungsmittel um, nachdem wir mittags direkt ins Hotel einchecken können – das Fahrrad! Wir haben uns für die nächsten drei Tage Trekkingbikes gemietet.

An der Drau entlang

Wir radeln zum Ossiacher See und genießen dort das kleine Strandbad St. Andrä.

Dann umrunden den schönen See ganz, bevor wir am Abend nach Villach zurückkehren.

Brücke an der Drau

Fahrzeit: ca. 3 Stunden

Km: ca. 40-45

Höhenmeter: etwa 270 m

Wetter: Sonne!!!

Highlights des Wegs:

  • der Weg an einem Bachlauf entlang (angenehm kühl)
  • der See mit seinen vielen kleinen Strandbädern und dem ursprünglichen Teil auf der Rückseite

Sprüche des Tages:

Im Strandbad:

1. „Endlich Urlaub!“ 🤣

2. österreichischer Gruppenleiter einer Pfadfindertruppe: „Auf, let’s jump into the Fluten!“

Tierische Begegnungen: nur die Fischlein am Ufer des Ossiacher Sees

Ausfallerscheinungen: diesmal tun nicht die Füße, sondern der Po weh

Unterkunft: „Hotel City“, direkt am Bahnhof und nicht weit von der Innenstadt entfernt – total ruhig, super Frühstücksbuffet, und mit eigener Fahrradgarage

Abendessen: Bei „Mr Wu“ lecker asiatisch gegessen – Tom Yam Gung Suppe und rotes Thai-Curry

Tag 13: Villach – Rosenbach (bei Sankt Jakob im Rosental)

Tourverlauf: Zunächst von Villach an den Faaker See. Das schwere Gepäck haben wir auf die Gepäckträger geschnallt – so geht es einigermaßen mit dem großen Rucksack.

Faaker See

Der See ist etwas kühler als der Ossiacher See, aber super angenehm; das Wasser ist fast türkis und sehr erfrischend. Genau richtig an so einem heißen Tag!

Nach ausgiebigem (Sonnen-)Baden (Tipp: Regenschirm als Sonnenschirmersatz – zumindest um den Kopf zu schützen, und Rettungsdecke als Unterlage, wenn der Boden noch vom letzten Regen durchnässt ist) geht’s weiter Richtung Drau, über Sankt Jakob nach Rosenbach (im schönen Rosental) – der letzte Anstieg vor dem Ort hat es in sich!

Fahrzeit: insgesamt 2:30 h

Km: 29

Höhenmeter: 500 m hoch, 390 m runter

Wetter: mega!!!

Highlights des Wegs: 

  • Faaker See (kleine, öffentliche Badeanstalt in Egg)
  • „Dorfwirt“ Richtung Faak – inmitten eines nachgebauten Dorfs mit vielen schönen Blumen, einem Strand und einem schönen Gasthaus (Ziegenkäse mit Sesampanier!)

Dorfwirt

Faaker See

Spruch des Tages:

„Ich wollte eigentlich nur gemütlich den Drauradweg runterfahren, und keinen Alpencross machen!“ – Der teilweise „unkomoote“ Weg mit einzelnen Anstiegen kann mit dem (nicht sehr hochwertigen und schon etwas verschlissenen) Trekkingbike und einem schweren Rucksack auf dem Rücken doch recht anstrengend sein …

Tierische Begegnungen: Haubentaucher im Faaker See (die plötzlich zwei Meter vor mir aufgetaucht sind), neugieriges Damwild und kuschelige Rindviecher

Ausfallerscheinungen: Sonnenbrand – an den Körperstellen, die bisher noch nicht viel Sonne abbekommen hatten 🙈

Unterkunft: „Gasthof Matschnig“, Rosenbach – sehr schön

Abendessen: im Gasthof: leckeres Zanderfilet und Grillteller

Tag 14: Rosenbach – Loibl (Deutscher-Peter)

Tourverlauf: Mit dem Rad geht’s entlang der ruhigen Drau, deren Oberfläche wie ein Spiegel wirkt, Richtung Südosten.

Die Drau – so friedlich

In Ferlach geben wir unsere Räder beim Tourismusbüro ab und trinken noch was im Schlossparkcafé. Danach Stärkung mit Backhendlsalat und weiter geht’s zu Fuß Richtung Loiblpass.

Dabei durchqueren wir die faszinierende Tscheppaschlucht (wieder ermäßigter Eintritt mit DAV-Ausweis).

Der Tschauko-Wasserfall, benannt nach dem Naturforscher und Weltenbummler Dr. Peter Tschauko (er hat den Steig zum Wasserfall Ende des 19. Jahrhunderts errichten lassen), ist der Höhepunkt am Ende der Tour. Wunderschön!

Des Weiteren gibt es noch einen Naturlehrpfad, wo unzählige Pflanzen beschrieben werden. Sehr interessant (nach dem Keltischen Baumkreis, der sich am Geburtsdatum orientiert, bin ich eine „Tanne“ – schon wieder was gelernt)!

Am späten Nachmittag kommen wir beim „Deutschen Peter“ an, unserem heutigen Tagesziel.

Fahrzeit (ohne Pausen): 2:00 h

Laufzeit (ohne Pausen): 2:45 h

Km: per Fahrrad: 25, zu Fuß: 10

Höhenmeter: insgesamt 1030 m hoch, 940 m runter

Wetter: sonnig und heiß

Highlights des Wegs:

  • eine voll ausgestattete Durchfluss- und Pegelmessstation von OTT HydroMet am Loiblbach (das muss man selbst im Urlaub fotografieren)

  • der Tschaukowasserfall

Sprüche des Tages:

1. „Jetzt bin ich aber dann froh, wieder von dem Hobel runterzukommen!“ (bezieht sich auf das geliehene Bike, das nicht ganz dem Standard entspricht, den wir bei unseren eigenen Rädern gewöhnt sind)

2. „Da ist er wieder!“ – gemeint, der Schweißtropfen am Kinn

3. Gegen Ende der Schlucht (beim Passieren des Schilds auf dem Naturlehrpfad, das den Kriechgünsel beschreibt); „Ich fühl mich (nach dem schweißtreibenden Aufstieg durch die Schlucht) jetzt auch wie ein kriechender Günsel!“

Tierische Begegnungen: ein Esel auf dem Weg (diesmal nicht wir selbst!), Lamas, Hängebauchschweine, Ziegen und viele weitere Tiere beim Gasthof „Deutscher Peter“

Ausfallerscheinungen: Po tut nach den 25 km heute noch mehr weh, und Schweißausbrüche in der Schlucht

Unterkunft: „Deutscher Peter“ an der Straße zum Loiblpass – super Unterkunft

Abendessen: traditionelle geselchte Kärntner Wurst mit Sauerkraut (saugut!) & Tomaten-Mozzarella Nudeln (auch lecker); als Nachtisch „Indianer mit Schlag“ – eine leckere Kalorienbombe

Tag 15: Deutscher Peter – Loiblpass – Podljubelj

Tourverlauf: Der Tag startet mit „Ei mit Smile“ und einem tollen Frühstück.

Wir verabschieden uns von den Tieren und wandern los.

Es geht bergauf, am Bach entlang einen Hohlweg hoch; gerade mal drei Bergläufer kommen uns am Vormittag entgegen, ansonsten ist niemand unterwegs (nur später noch ein 75-jähriger Kärntner E-Biker, der meint er sei jetzt unterwegs, weil Radfahren auf den Forststraßen in dem Gebiet verboten ist, aber die Jäger gerade alle Mittag machen 😉).

Die Karawanken im Hintergrund

Wir kämpfen uns mit einigen Irrungen zum Teil durch dichtes Gestrüpp (einschließlich meterhoher Disteln) und über versteckte Pfade im Wald den Berg hoch.

Schließlich sind wir überglücklich, als wir den 1368 m hohen Loiblpass erreichen. Sofort sind wir in einer anderen Welt – hier wird fast nur noch slowenisch gesprochen.

Nach einer ausgiebigen Pause geht’s auf der alten, steilen Loiblpassstraße (wo jedes Jahr im September eine Oldtimer Rallye ausgetragen wird) hinab. An der slowenischen Grenze will niemand was von uns! Also gehts direkt weiter bis nach Podljubelj.

Laufzeit (ohne Pausen): 6 h

Km: 20,8

Höhenmeter: 1130 m hoch, 1180 m runter

Wetter: wieder der Wahnsinn – beim Aufsteigen sehr heiß

Highlight des Wegs:

  • Ankunft oben auf dem Loiblpass
  • Das leckere Essen auf der Loiblpass-Hütte (Jota Eintopf und als Nachtisch „Struggli“ – Topfenstrudel)

Sprüche des Tages:

1. „Hier sind wir wirklich Corona-safe; da schnappt uns höchstens der Bär.“

2. „Wir sind auf einem richtigen Weg – kaum zu fassen!“ (nach verschiedenen Fehlversuchen und sonstigen abenteuerlichen Pfaden, die wir zwar gefunden haben, die aber nicht unbedingt die Bezeichnung „Weg“ verdienen.

3. „Hast du bei Komoot als bevorzugte Wegart ‚Schmugglerpfade‘ im Setting eingegeben?“

4. „Am letzten Zipfel von Slowenien hast du 4G, in Betzigau gerade mal E.“

Tierische Begegnungen: viele Schmetterlinge, die uns umschwärmen, oder wohl eher die unzähligen Blumen am Wegesrand

Ausfallerscheinungen: Komoot – zweimal stehen wir an einer angeblichen Wegkreuzung, wo weit und breit kein Abzweig zu erkennen ist – stattdessen dicht bewachsene, zugewucherte Hänge, die keinerlei Weg vermuten lassen, wie hier:

Da wir manchmal bereits mit Wegen zu kämpfen haben, die wir finden, wollen wir uns die offensichtlich nicht vorhandenen Wege gar nicht erst antun – das hat uns am Ende sicher ein paar Kilometer und 300-400 Höhenmeter extra gekostet, weil wir andere Routen finden mussten.

Außerdem sind meine Waden wegen des Durchstreifens von zugewachsenen Wegen etwas beleidigt, was sich in komischen roten Punkten äußert.

Unterkunft: „Camp Podljubelj“ – ein sehr schönes, ruhiges Camp außerhalb des Orts Podljubelj, das alles hat, was man braucht!

Abendessen: Kaminwurzen und Schüttelbrot, das wir bereits in Ferlach eingekauft haben – dazu Getränke, die wir bei den Jungs vom Campingplatz-Kiosk kaufen konnten

Tag 16: Podljubelj – Kranj

Tourverlauf: Einstimmig stellen wir uns gegen Komoot und die vorgeschlagene Route; extra Höhenmeter brauchen wir heute keine! Also laufen wir durch das Dorf Podljubelj (statt den Umweg über den Wald oberhalb zu nehmen) bis nach Trzic.

Hier braucht man kein Komoot

Kaffeepause dort (+ ein großes Eis), dann weiter Richtung Süden. Wo ich im Komoot ein Restaurant lokalisiert habe, das an ein paar Fischteichen liegt, und wo wir uns eine kühle Erfrischung erhofft haben, befindet sich sogar eine Gaststätte (die Restaurants, die wir gestern geortet hatten, gab es dagegen überhaupt nicht mehr). Aber leider ist diese geschlossen – wir machen trotzdem Pause in den Liegestühlen und ich kühle meine Füße ab.

Wir laufen weiter, finden bald noch eine rettende „Gostilna“, wo wir uns mit Pizza, Salat und Bier stärken, bevor wir uns auf den restlichen Weg nach Kranj machen.

Laufzeit (ohne Pausen): 5:43 h

Km: 26,9

Höhenmeter: 250 m hoch, 520 m runter

Wetter: heiß

Highlights des Wegs:

  • Einfach durch die Dörfer zu wandern und die Häuser und oft sehr schön bepflanzten Gärten anzuschauen
  • die vielfältig bewirtschafteten Felder (inkl. Hanfplantage)

  • Fischteich – auch ohne Bewirtschaftung

Spruch des Tages:

A: „Da vorne müssen wir geradeaus!“

B: „Es geht aber nur links oder rechts.“

A: „Also gut, dann eben geradeaus links!“

Tierische Begegnungen: wieder eine Blindschleiche – diesmal eine nicht fotoscheue und gar nicht so kleine!

Ausfallerscheinungen: Pusteln am Fuß und am Bauch, dort wo der Gurt vom Rucksack aufliegt – kommt sicher von der Hitze und ist hoffentlich morgen wieder weg; außerdem wollen die Füße jetzt nicht mehr laufen!

Unterkunft: „Hotel Creina“ in der Nähe des Zentrums von Kranj

Abendessen: Nix – wir haben nur Durst, großen Durst! Es war wieder ein langer, anstrengender und heißer Tag (und die Chili-Pizza vom Nachmittag tut ihr Übriges dazu)!

Nach einer erfrischenden Dusche ist trotzdem noch ein kleiner Bummel in Kranj drin.

Fazit nach 16 Tagen Wanderung (inkl. eines Ruhetags und drei Tagen, an denen wir mit dem Fahrrad unterwegs waren):

  • 352 km aus eigener Muskelkraft bewältigt. davon 96 km mit dem Fahrrad (ich bin schon ein bisschen stolz 😊)
  • 10.160 Höhenmeter (rauf, und ziemlich genau so viele wieder runter)
  • Viele tolle Gegenden durchwandert, überall freundliche Menschen getroffen, lecker gegessen, schöne, unvergessliche Eindrücke gesammelt (und Muckis in den Beinen aufgebaut 😉) …

Jetzt genießen wir noch drei entspannte Tage in Ljubljana.

Tag 17 – 20

Per Bus gehts am späten Vormittag nach Ljubljana.

Hallo Ljubljana – doberdan! Wir haben es tatsächlich geschafft!

Ljubljana war von Anfang an unser Ziel, aber wir wussten nicht, ob das tatsächlich klappt oder ob uns Corona im letzten Moment einen Strich durch die Rechnung macht. Genauso gut hätte es sein können, dass uns irgendetwas anderes dazwischenkommt. War aber nicht so! Alles lief bisher reibungslos und wir sind überglücklich es hierher geschafft zu haben.

Aber nein, es wird doch nicht plötzlich regnen! In Ljubljana ist es doch (eigentlich) immer schön (genauso wie in Kärnten 😉)!

Erst schlagen wir die Hände über dem Kopf zusammen…

Dann wollen wir uns der Schönheit der Stadt aber trotz kurzzeitigem Regen nicht verschließen.

Wir blicken gen Himmel…

… und da ist sie wieder, die liebe Sonne, oben auf der Burg!

Hier empfange ich gewisse Signale!

Warum den Blick in die Ferne schweifen lassen…

… wenn das Gute ist so nah!

Ein schönes Café oben an der Burg lädt zum Verweilen ein!

Einem entspannten Abend (mit Treffen unserer slowenischen Vertriebspartnerin mit ihrem Mann) steht nun nichts mehr im Wege!

Die Tacos vom Mexikaner „El Patrón“ heizen uns vorher allerdings nochmal richtig ein.

Am nächsten Tag brauchen wir dringend eine Erfrischung. In 1 1/2 Stunden fahren wir mit dem Zug (zusammen mit einer Gruppe älterer Damen, die wohl schon einen gezwitschert haben und ihre Gesangskünste zum Besten geben) nach Bled.

Die Burg thront erhaben über dem See.

Und wir erfreuen uns an der Schönheit des Sees und der Umgebung!

Auch die Seerosen bleiben uns bis Bled treu!

Das Wasser ist fantastisch erfrischend und tut meinen (frisch pedikürten, und zuvor schon etwas malträtierten) Füßlein sehr gut!

Auch der Rest kann nicht genug vom kühlen Nass bekommen! Ein Traum, das glasklare Wasser!

Nur eins fehlt noch!

Da isses!!!

Der amerikanische Außenminister, der gerade in Slowenien ist, ist soeben mit etwa 20 Begleitfahrzeugen oberhalb des Burg-Strandbads vorbeigefahren und hakt offenbar einen Termin nach dem anderen ab (insgesamt sehen wir die Karawane an dem Tag dreimal). Uns fällt dazu lediglich ein: „Schee bled – der Mr Pompeo kommt an so einen wunderschönen Ort und kann ihn nicht genießen!“

Wir genießen unseren letzten Urlaubstag dafür umso mehr!

Gegen Abend heißt es zurück nach Ljubljana.

Von dort soll es um Mitternacht per FlixBus nach Memmingen gehen – theoretisch super praktisch, bis fast vor die Haustür in weniger als 7 1/2 Stunden. In der Praxis stellt sich das nicht ganz so reibungslos dar wie gewünscht, aber am Ende kommen wir an Tag 20 um 9 Uhr vormittags glücklich zuhause an!

Was für ein tolles, kleines Abenteuer!

P.S. Sobald die Füße (gilt bei Allgäuern für beides, die Füße und die Beine) einen Tag Ruhe bekommen haben, wurden sie schon wieder unruhig und würden am liebsten gleich wieder los wandern 😂!

2 Gedanken zu “Weitwandern bis Ljubljana – 2020

  1. Das habt ihr bisher sehr gut gemacht und was mich wirklich sehr interessiert, habt ihr denn in Bichlbach, das Bichlbacher Milchbueble getroffen und hat es gejodelt??? 🏃‍♂️🏃‍♂️🏃‍♂️😎

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