Nepal – Manaslu Tour
Oktober/November 2019 – Birgit, Helmut und Tobias – Team Allgäu auf Tour
Kleine Vorbereitungstour am Freitag Abend – Grünten / Allgäu


Tag 1
Los geht’s ab dem Frankfurter Flughafen. Endlich Urlaub!!! Beinahe hätte uns der heutige Marathon einen Strich durch die Rechnung gemacht, aber unser Shuttle schafft es gerade noch rechtzeitig uns vom Parkplatz zum Terminal zu bringen, bevor die Masse der Läufer anrollt!
Unser Flieger von Air China geht am frühen Nachmittag – alles läuft prima, der Service ist ok und die knapp 9 Stunden nach Chengdu sind gut auszuhalten.
Tag 2
In Chengdu (Stadt der Pandabären, wie wir gelernt haben) haben wir etwa 5 Stunden Aufenthalt.

Wir frühstücken (chinesische Teigtaschensuppe), ruhen uns auf komfortablen Liegen im Transitbereich aus und wundern uns über einen Tischkicker mit drei Torwarten!

Weiter geht’s – in ca. 3,5 Stunden nach Kathmandu. Wir erblicken vom Flieger aus bereits die Ausläufer des Himalaya-Gebirges und die Vorfreude steigt.

Am Nachmittag kommen wir in Nepal an – wie immer erst etwas Wirrwarr am Flughafen in Kathmandu, bis man rausfindet was man tun muss, um einreisen zu dürfen! Papierformular und/oder Automat? Schließlich klappt unsere Registrierung am Automaten (wäre sogar online möglich gewesen, und sicher schneller). Dann bezahlen wir die 50 USD Visagebühr (vor zwei Jahren waren es noch 40 USD) und schnappen unser Gepäck, das wie üblich bereits neben dem stillstehenden Band etwas verloren herumliegt.

Ein Fahrer vom „Taleju Boutique Hotel” erwartet uns vor dem Flughafengebäude. Das Hotel ist ganz komfortabel, am Rand des beliebten Touri-Hotspots Thamel gelegen, mit kleinem Garten und Terrasse.
Kurz frisch gemacht stürzen wir uns noch ins Getümmel – alles ist wegen des nepalesischen Neujahrfests “Tihar” schön geschmückt, ein paar junge Leute tanzen auf der Straße, aber insgesamt ist wenig los. Besonders der Verkehr ist weit weniger chaotisch als üblich.


Wir trinken ein Bier im traditionellen “Kathmandu Guest House” und essen lecker Indisch im Restaurant „Third Eye”.
Tag 3
Nach dem Frühstück treffen wir uns mit AD Sherpa und John Child von „Friends in High Places“ (www.fihp.com), unserem Trekkinganbieter, mit dem wir vor zwei Jahren bereits am Annapurna Basecamp waren. Wir machen letzte Absprachen und verabreden uns für den nächsten Tag.
Wir haben nun den ganzen Tag Zeit für Sightseeing in Kathmandu.
Zunächst steuern wir mit einem Taxi (nach kurzem Verhandeln mit dem Fahrer – das gehört schließlich dazu!) „Pashupatinath” an, die Tempelanlage der Hindus, wo die Toten am Bagmati-Fluss öffentlich verbrannt werden und wo sich gläubige Hindus, mehr oder weniger asketische Sadhus und Touristen nebst Affen und Kühen tummeln.



Pashupatinath ist immer wieder ein Erlebnis, wenn auch für europäische Gemüter etwas makaber.

Danach fahren wir zu einem der größten buddhistischen Tempel weltweit, der Stupa von „Bodnath“. Auch immer wieder beeindruckend, vor allem die Dimensionen des strahlend weißen Bauwerks und die Atmosphäre dort – abseits des Trubels und Lärms der Straße.

In einem Rooftop Restaurant essen wir zu Mittag, gönnen uns ein Bier und beobachten das bunte Treiben von oben.
Anschließend wollen wir zum „Affenberg“. Die Fahrt gestaltet sich etwas schwierig, da gerade eine Parade junger Nepalis stattfindet, die mit Jeeps (und lauter Musik, die aus den Boxen dröhnt) die Straßen blockieren. Erst denken wir das hätte mit dem Neujahrsfest zu tun, aber es sieht eher nach einer „Fridays for Future“ Demo am Dienstag aus! Wir wissen es nicht!

Irgendwann kommen wir (nach langer Taxifahrt mit extra Trinkgeld für die unerwartete Verzögerung) in „Swayambhunath“ an, dem sogenannten Affentempel. Es heißt man ist dort nicht vor den unzähligen Affen sicher, die schnappen, was ihnen in die Finger kommt, aber in der Regel sind sie recht harmlos und mit sich selbst beschäftigt!

Es geht viele Stufen hoch, oben thront eine schöne buddhistische Stupa. Zudem hat man hat einen tollen Blick über die Stadt, die diesmal nicht so sehr unter einer Dunstglocke (bzw. Smogschicht) zu liegen scheint, wie ich das in Erinnerung hatte, obwohl der Verkehr in der stetig wachsenden Stadt sicherlich nicht weniger wird. Vielleicht täusche ich mich auch.

Zum Abschluss der Besichtigungstour gehen wir in den „Garden of Dreams“, einer kleinen Oase inmitten der Stadt.

Ideal für verliebte Pärchen, und Ruhepol nach einer anstrengenden Sightseeingtour.
Dann bummeln wir noch durch Thamel und lassen uns ein tolles Abendessen im Thai-Restaurant „Yin&Yang“ schmecken.

Als Betthupferl gibt’s einen Mojito im „Roadhouse Café”. Ein schöner Abschluss einen erlebnisreichen Tages!
Tag 4
Frühstück To-Go und los geht’s um 6:15 Uhr zum Busbahnhof. Dort treffen wir unseren Guide Ang Kami Sherpa und die Träger Karma Sherpa und Mimchiri Sherpa – zwei ganz liebe, aber winzige (und sicher zähe) Kerlchen.

Zusammen trinken wir noch einen leckeren Milchtee, bevor wir die 10(!)-stündige Busfahrt nach Soti Khola antreten. Der Bus ist sehr einfach und eher ungeeignet für Menschen unserer Größe. Helmut reißt sich gleich beim Einsteigen das Knie an einer Schraube am Sitz auf und Tobias kann auch die ganze Fahrt über nicht gerade sitzen.
Zum Mittagessen gibt es unser erstes Dhal Bhat, das nepalische Nationalgericht aus Reis, Linsensuppe, Gemüsecurry und scharfen Pickles. Nachschub gibt’s mit der Schöpfkelle aus großen Blechkübeln. Mahlzeit!
Alles in allem überleben wir die Fahrt ohne nennenswerte bleibende Schäden und kommen um 17 Uhr am Zielort auf etwa 700 m an. Der Fahrer hat eine Meisterleistung vollbracht – insbesondere angesichts der immer schlechter werdenden Straßen (bzw. der mit Schlaglöchern durchsetzten Sandpisten) je näher wir Richtung Berge kamen!
Unser Zimmer im „Green Valley Hotel“ am Fluss ist ganz ok (mit Gekko, der hoffentlich böse Stechmücken frisst – schon seit längerem grassiert das Dengue-Fieber in Nepal!).
Tag 5
Das gleichmäßige Rauschen des Flusses lässt uns lange schlummern. Gut erholt starten wir in den ersten Wandertag. Endlich gehts richtig los!
Zunächst heißt es „Wasser machen“ – mit unserem Steripen UV-Gerät. In 90 Sekunden kann man damit ganz einfach einen Liter Wasser entkeimen!
Bei schönem Wetter wandern wir gemütlich um 9 Uhr los, auf gut ausgebauten Wegen Richtung Norden.

Es sind ein paar vereinzelte Trekker unterwegs, aber nicht allzu viele.
Ich kann heute meine Sofortbildkamera gleich in Einsatz bringen. Während einer kurzen Pause mache ich ein Foto von den Kindern, die um das Tea House herumspringen. Total süß. Die gewiefte Mama fragt auch gleich nach, ob ich ebenfalls ein Foto von ihrem Baby machen kann. Hat sich also schon gelohnt, das Ding mitzuschleifen.


Die Mittagspause verbringen wir in einem Restaurant an einer der unzähligen und teils recht abenteuerlichen Hängebrücken, mit tollem Blick auf den Fluss!

Bei so mancher Flussüberquerung versuche ich nicht ins Wasser zu fallen, während die Kleinen mit Freude in den Pfützen plantschen.


Kurz nach 14 Uhr kommen wir bereits in Macchakhola an (869 m), unserem heutigen Zielort. Das Hotel „River View Cottage“ ist ganz gemütlich und hat eine schöne Terrasse im Grünen.
Wir erkunden das Dorf ein wenig und spielen nach dem Abendessen mit unserem Guide und den Trägern Mikado. Macht allen super viel Spaß!

Tag 6
Nach etwa 9 Stunden Schlaf (zumindest was 2/3 unserer Gruppe betrifft) klingelt uns der Wecker um 6:25 Uhr wach! Wir packen unser Zeug zusammen, frühstücken und wandern gegen 8 Uhr los. Es geht in Flussnähe permanent bergauf und bergab.
Vormittags kehren wir kurz ein und trinken local coffee. Schmeckt sehr gut! Den Mittag verbringen wir in einem schönen Gartenrestaurant und ich erfahre was rundherum alles angebaut wird. Die Gegend ist sehr fruchtbar.

Wie bereits gestern bestellen wir Suppe und eine Portion Momos (mit Gemüse gefüllte Teigtaschen) für alle. Tobias‘ O-Ton: ‚In Momos könnte ich mich reinlegen!‘ (Was er zu meinem Porridge, das ich gern zum Frühstück esse, nicht sagt – dazu meint er, das könne er dann auch noch essen, wenn er keine Zähne mehr hat. – Aber dies nur am Rande!)
Am Nachmittag laufen wir bei zunehmender Hitze noch drei Stunden. Zieht sich ganz schön. Immerhin sehen wir neben ziemlich großen Eidechsen und schönen Schmetterlingen auch ein paar Affen. Die Landschaft ist genial!

Nach gefühlten 1000 Höhenmetern erreichen wir kurz vor 16 Uhr Jagat, einen etwas größeren Ort auf ca. 1300 m. Im „Himalayan Tourist Guest House“ (pink gestrichen) kommen wir gut unter. Mit der versprochenen Hot Shower wird es jedoch nichts, aber wir verbringen dennoch einen schönen Abend (heute ausnahmsweise mit WiFi – eine Stunde für 150 Rupien, ca. 1,20 €).
Tag 7
Gleiches Prozedere am Morgen, aber dann die Hiobsbotschaft, dass nach bereits zwei Tagen unsere mobile Wasseraufbereitungsanlage nicht mehr funktioniert. Das darf nicht wahr sein – wir wollten vermeiden, dass wir ständig Plastikflaschen kaufen müssen (so wie viele andere Trekker auch, wie wir festgestellt haben), und nun das! Tja, kann man jetzt nicht mehr ändern!
Dann stelle ich aus Versehen noch meinen Rucksack auf eine große, grüne Heuschrecke, die leider nicht mit einem Schreck davonkommt.
Trotz der Widrigkeiten des Morgens wandern wir um 8 Uhr fröhlich los. Der Weg ist teils sehr spektakulär in die schroffen Felsen gezimmert, mit ziemlich steilem Abhang zum Fluss – ohne Sicherung, versteht sich.

Beeindruckend, aber man muss bei jedem Schritt wachsam sein! Auch weil einem ständig schwer beladene Mulikarawanen entgegenkommen (Faustregel: immer auf der Bergseite ausweichen!).
Wir treffen immer wieder dieselben Wanderer, kleine Grüppchen vorwiegend aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Holland, (Süd-)Osteuropa und USA. Insgesamt sind nicht sehr viele Wanderer auf dem Trek unterwegs, aber man begegnet sich öfters, meistens bei den Pausen, da alle ähnliche Etappen laufen.
Die Vegetation von Bambus bis hin zu Kiefern und viel Obst- und Gemüseanbau ist wunderschön. Zudem gibt es hier in der Gegend zahlreiche kleine, noch sehr ursprüngliche Dörfer.



Mittagessen ist wieder super! Vegetarische Nudelsuppe mit Ei und Momos. Das brauchen wir auch dringend zur Stärkung!

Und ich habe die längste und höchste Hängebrücke ever gesehen – unglaublich!

Heute ist wieder ein traumhaft sonniger Tag, was uns gewaltig ins Schwitzen bringt. Denn wir sind sogar noch eine Stunde länger als gestern unterwegs. Wir laufen eine ziemliche Strecke und die Höhenmeter würde ich wieder auf minimum 1000 schätzen. Wie gestern – immer wieder bergauf und bergab…

Um etwa 17 Uhr kommen wir in Deng auf 1890 m an. Die „New Bamboo Lodge“ ist komplett aus Holz gebaut und es gibt für 300 Rs. sogar eine warme Dusche (zumindest für 2/3 vom Team Allgäu). Wie schön!!!
Zum Abendessen gibt’s Dhal Bhat – all you can eat. Wahnsinnig lecker!
Im Gastraum ist es dank Ofen in der Küche recht warm, aber im Zimmer ist es schon ziemlich kühl, wobei wir noch nicht einmal auf 2000 Metern sind. Wie soll das erst auf 4000 Metern werden…
Tag 8
Fast wie frisch geräuchert wachen wir auf. Die ganze Nacht ist Rauch vom Ofen in der Küche zu uns ins Zimmer gekrochen! Den Geruch bekomme ich den Vormittag über nicht mehr los.
Heute ist es nicht ganz so sonnig wie die letzten Tage, trotzdem schön – zum Wandern eigentlich optimal.
Wir laufen oberhalb des Flusses weiter, an alten Gebetsmühlen und Mani-Denkmälern aus tibetischen Steintafeln vorbei.

Ab und zu gönnt uns Ang Kami eine Verschnaufpause, die wir dringend benötigen. Es ist (kaum überraschend) auch heute wieder sehr weit und wegen des permanenten Auf und Abs anstrengend.

Am Nachmittag entdecken wir eine Gruppe von Hanuman-Languren-Affen im Wald. Schöne Tiere, teilweise ziemlich riesig.

Als wir schließlich nach durchaus abenteuerlicher, da abschüssiger Wanderung auf sandigen Pfaden oberhalb des Flusses Namrung auf 2630 m erreichen, werden wir von einer Dame der German Bakery mit leckeren Backwaren empfangen.

Ein Stück Schokokuchen lässt uns fast die Mühen des Tages (mit gefühlten 1200 Höhenmetern) vergessen. Heute übernachten wir im „Namrung Guest House“. Wir kommen gerade dort an, als es leicht zu regnen anfängt. Was für ein Glück, dass wir rechtzeitig in der Unterkunft sind.
Mit Hot Shower ist heute allerdings nichts los. Ohne Sonne kein warmes Wasser. Na gut! Und WiFi ist kaputt. Auch ok!
Also spielen wir noch ein bisschen Mikado! Ang Kami ist echt gut (er könnte Chirurg werden), aber auch unsere fleißigen Träger stellen sich ziemlich clever an!
Immerhin gibt es einen Holzofen in der Gaststube! Direkt um den Ofen ist es bullig warm, aber sobald das Feuer nachlässt, wird es kalt.
Nach dem Abendessen hilft schließlich nur, sich in den Daunenschlafsack einzumummeln und früh schlafen zu gehen.
Tag 9
Der Tag startet wieder klar und in der Ferne sieht man gerade noch die frisch verschneiten Berge, bevor Wolken aufziehen.
Wir verlassen zusammen mit vielen anderen Trekkern gleichzeitig die Unterkunft – heute war in der Lodge tatsächlich einiges los.
Ein bisschen Sonne bekommen wir während des Tages zu sehen, aber meist ist es bewölkt.
Unterwegs treffen wir einen kleinen Buddha – vielleicht der künftige Dalai Lama? Die richtige Haltung beherrscht der Kleine schon (oder die Kleine!?).

Wir sehen viele ländliche Betriebe, die noch traditionell bewirtschaftet werden, große Weizenfelder, Beete für Kartoffel-, Kohl-, Karottenanbau etc. – und fleißige Arbeiterinnen.

Die gelb gefärbten Nadeln der Lärchenbäume sind faszinierend, wechseln sich mit fast mystischen Wäldchen ab. Sicherlich wäre im Frühjahr alles noch bunter, aber dieses interessante Farbenspiel zeigt sich nur im Herbst!

Wir stoßen zudem auf die erste Yakherde. Der Hirte verkauft nebst selbstgewebten tibetischen Schals passenderweise Red Bull, auf das wir allerdings verzichten.

Die gut 850 Höhenmeter netto meistern wir ohne Probleme, auch wenn wir schon über 3000 m sind und die Luft allmählich dünner wird. Es geht meist bergauf und der Fluch des ewigen Auf- und Abs scheint von uns gewichen zu sein, zumindest vorläufig.
Gegen 15 Uhr kommen wir schon in Shyala an und beziehen zunächst als einzige Gäste eine am Ortsrand gelegene Unterkunft, „Nubri Shyala Guest House“, wo wir erst mal eine Runde Fußball spielen und dann in den zweifelhaften Genuss einer eiskalten Dusche kommen. Leider ist rundherum alles in Wolken.

Später wärmen wir uns mit Tee, Dhal Bhat und Bier vor dem Ofen auf. Neben einer Truppe nepalesischer Trekker sind wir die einzigen Gäste.

Tag 10
Heute ist unser lucky day! Um 5:45 werden wir wach, weil wir ein paar Jubelschreie von draußen hören. Wir schauen beim Fenster raus und vor uns erstrahlen der Manaslu (mit 8163 m der achthöchste Berg der Welt) und einige andere hohe Berge im späten Nachthimmel! Der Blick ist unfassbar schön! Wir ziehen uns in Windeseile an und gehen raus. Ein 360 Grad Bergpanorama, wie gemalt! Der Tag könnte nicht traumhafter beginnen!
Ganz langsam erhellt sich der Himmel und dann fangen die weißen Spitzen des Manaslu an zu brennen, als die Sonne aufgeht. Einfach nur WOW!

Super, dass unsere Lodge so außerhalb und einsam gelegen ist, dass wir das Spektakel fast ungestört genießen können.
Nach dem Frühstück lassen wir noch die Sonne vor unseren Hüttchen ins Gesicht scheinen.

Zur Feier des Morgens machen wir ein Gruppenbild mit unserer tollen Mannschaft. Wir können noch immer nicht fassen, in welch gigantischer Umgebung wir uns plötzlich befinden.

Dann laufen wir gemütlich los – es sind nur zwei Stunden bis Samagaun/Sama(Ryo), das etwas höher liegt, auf ca. 3600/3700 m. Wir sind fast allein unterwegs. Nur der Manaslu und die anderen Bergriesen begleiten uns. Die meisten anderen Trekker haben diese Etappe am Vortag gemacht. Dass wir antizyklisch unterwegs sind, ist gar nicht so schlecht!

Wir beziehen noch am Vormittag unsere Zimmer im „Mount Manaslu Hotel“ (die einzige Lodge bisher, in welcher es einen Spiegel gibt – wahrscheinlich besser, wenn man keinen hat ;-)) und trinken auf der Dachterrasse Tee. Zum ersten Mal kommt auch unser mobiles Solarpanel zum Laden unserer elektronischen Geräte in Einsatz – bisher hatten wir immer Zugang zu Strom und die Powerbanks waren noch voll, da war es nicht nötig, das Handy etc. extra aufzuladen. Ist dennoch sehr praktisch – man legt das Panel eine Stunde in die Sonne und kann in der Zeit das Handy voll aufladen. Außerdem waschen wir Wäsche, die bei Sonne und Wind ganz gut trocknen sollte.

Nach dem Mittagessen ziehen wir mit Ang Kami los zum Birender Tal See, der türkis schimmert und an dessen Ufer unzählige Steinmännchen stehen. Vom Manaslu Gipfel sind nur noch die obersten Spitzen zu sehen. Wie fast immer am Nachmittag zieht es sich allmählich zu.

Auf dem Weg kommen wir noch an einem kleinen buddhistischen Tempel vorbei, wo gerade eine Zeremonie (Puja) mit lautstarkem Tröten und Trommeln stattfindet. Das Dorf ist sehr tibetisch geprägt – es gibt eine ganze Siedlung mit Tibetern.
Zurück in der Unterkunft warten wir in der Stube auf das Anheizens des Ofens und hoffen, dass die Batterie für das WiFi bald aufgeladen ist, damit wir heute mal wieder ins Internet können. Das dauert eine Weile, aber dann klappt es schließlich – mit beidem!
Was für ein genialer Tag!!! Wegen solcher Tage sind wir hier in Nepal und nehmen so manche Anstrengung während des Treks und die Kälte in der Nacht gerne in Kauf!
Tag 11
Nach einer klaren Nacht mit überwältigendem Sternenhimmel (auf der Höhe muss man gezwungenermaßen nachts ab und zu mal raus) zeigt sich der Manaslu am Morgen ohne jegliches Wölkchen.
Frühstück ist erst um 8 Uhr, da heute auch wieder ein kurzer Tag ansteht. Wir laufen eine Stunde später slowly, slowly los, und folgen damit dem Rat unseres Guides. Ohnehin gibt es so viele traumhafte Fotomotive, dass wir ständig stehen bleiben.

Es sind kaum Leute unterwegs und so können wir die Landschaft in Ruhe auf uns wirken lassen und auch mal ein bisschen auf Felsen rumklettern und Fotoshooting vor filmreifer Kulisse machen.
Ang Kami ist sehr geduldig mit uns. Auch er genießt das schöne Wetter, das alles andere als selbstverständlich ist.

Gegen Mittag kommen wir in Samdo auf 3870 m an. Wir sind im „Zambala Guest House“ untergebracht, wo auch gerade der nepalesische Entwicklungsminister zugegen ist, um sich ein Bild über die Entwicklung im Dorf zu machen (und um über die Pläne Chinas zu sprechen, eine Straße von Tibet hierher zu bauen). Später wird er mit seinen Begleitern per Hubschrauber nach Kathmandu ausgeflogen.
Wir richten uns ein, essen zu Mittag und machen einen kleinen Spaziergang durchs Dorf, das größer ist als erwartet.

Vor den Häusern stapeln sich Holz und Kuhdung zum Heizen. Und immerhin gibt es Strom (und Satellitenschüsseln auf vielen Häusern). Trotzdem kaum zu glauben, dass man hier im Winter überleben kann. Bei der Schule will ich morgen ein paar Buntstifte vorbeibringen.

Am Nachmittag sitzen wir im Gastraum, lesen und warten mal wieder darauf, dass einer den Ofen anheizt. Kurz nach 17 Uhr ist es endlich soweit, aber bis der Ofen schließlich so bestückt ist, dass er tatsächlich richtig Wärme abgibt, dauert es noch ein bisschen. Dann ist es recht gemütlich (auch wenn sich 2/3 unserer Mannschaft wünschen, dass noch mehr angeheizt wird), und auch das Baby wird am Ofen aufgewärmt.

Jetzt müssen wir nur noch das Besteck verteidigen, das uns von anderen ständig vom Tisch geklaut wird, wenn wir nicht aufpassen (die Löffel hat Karma vorher extra noch am Vorhang abgewischt). Und dann gibt’s Abendessen! Ohne Bier!!!
Wir haben bis zur Passüberquerung Bierverbot von unserem Guide auferlegt bekommen. Ist besser so, wegen der Höhenanpassung. Und ganz nebenbei auch für unser Reisebudget – denn der Bierpreis schlägt doch ziemlich zu Buche – eine (660 ml) Flasche kostet bis zu 700 Rupien (!), also etwa 5,50 Euro, was teurer ist als eine Lodge-Übernachtung für zwei Personen im Doppelzimmer, oder eine vollwertige Mahlzeit. Also ein wahres Luxusgut und es schadet nicht sich ein paar Tage zu kasteien ;-).
Tag 12
Heute bleiben wir in Samdo zur Akklimatisierung.

Nach einem späten Frühstück (und Ausnutzen der Restwärme der Solardusche zum Wäschewaschen) laufen wir den Hügel oberhalb des Dorfs hoch und erreichen so 4100 m.

Der Aufstieg zu den dortigen Gebetsfahnen ist steil und teilweise müssen wir uns durch das Gestrüpp kämpfen. In etwa einer Stunde sind wir oben. Die Luft wird zunehmend dünner, aber wir haben uns bereits gut der Höhe angepasst und mit gleichmäßigem Tempo klappt das Vorwärtskommen schon.

Trotzdem brauchen wir oben einen Moment zum Durchatmen.

Leider ist es heute ziemlich bewölkt, aber trotzdem wage ich mich nach dem Mittagessen unter die Dusche (die nächsten Tage ist die Chance noch geringer, Haare waschen und vor allem diese trocken bekommen zu können). Von Restwärme kann nun leider nicht mehr die Rede sein; immerhin ist das Wasser nicht ganz eiskalt. Ich bin tapfer! Mit Buff und Mütze auf dem Kopf (selbst während einer Siesta im warmen Schlafsack am Nachmittag) sind die Haare schließlich am Abend halbwegs trocken.

Am Ofen trau ich mich endlich die Mütze abzunehmen, um die Haare ganz trocken zu bekommen – nach der stundenlangen Mützentrocknung sehe ich zwar aus, als ob mein Fön explodiert wäre, aber die Haare sind schließlich trocken!
Außerdem shoppe ich noch ein Paar Wollhandschuhe im lokalen Fachhandel – 500 Rupien; dazu zwei Snickers, auch 500 Rupien! Jetzt bin ich für die Passüberquerung gerüstet.

Der Abend geht wie üblich früh zu Ende, der zweite Abend ohne Bier – ganz schön hart für 2/3 des Teams, also für diejenigen, die sich auch permanent über den ihrer Meinung nach zu wenig angeheizten Ofen beklagen – ok, ich geb zu, mit ein paar Sägespänen und Yakdung lässt der Heizeffekt des Ofens tatsächlich etwas zu wünschen übrig ;-).
Tag 13
Wieder eine lange Nacht (so viel wie hier schlaf ich sonst bei Weitem nicht!). Aber die Energie brauchen wir schon, um die Kälte und das Gehen in der Höhe auszuhalten! Toi toi toi sind wir alle fit – bisher hat keiner größere gesundheitliche Probleme (außer kleinere Erkältungsbeschwerden). So kann es weitergehen, insbesondere jetzt, kurz vor dem Höhepunkt der Tour!
Gegen 8:30 Uhr laufen wir heute los. Bis Daramsala, unserem letzten Ziel vor dem Pass, sind vier Stunden angesetzt. Wir schaffen die Strecke in ca. 2 1/2 Stunden, schwer schnaufend, aber ohne uns voll auszupowern.

Es ist bewölkt, nur ab und zu spitzelt die Sonne ein bisschen durch. Oben, auf 4470 m, schneit es ein bisschen.

Wir haben Glück – unser Guide hat für uns drei ein Zimmer organisiert, wobei es normalerweise hier (im ‚Hotel Larke La“ – wobei der Begriff Hotel etwas irreführend ist) normal nur größere Mehrbettzimmer gibt. Guter Mann!

Die Zimmer sind in einem Metallcontainer mit Matratzen auf dem Boden. Das war’s. Und im Gemeinschaftsraum gibt es keinen Ofen. Na bravo!
Wir verbringen den Nachmittag mit Essen, Teetrinken, Backgammonspielen und Lesen.
Erstaunlicherweise treffen wir hier neben ein paar Altbekannten viele Leute, die uns bisher nicht begegnet sind – zwei Gruppen von Franzosen und einige andere. Ich schätze mal, in den verschiedenen Unterkünften in Daramsala werden es ca. 100 Trekker sein, die morgen über den Pass wollen.
Zwischendurch bringen ein paar Gemsen Abwechslung, die sich ganz nah ans Camp herantrauen.

Nun müssen wir nur noch hoffen, dass die Prophezeiungen der Guides stimmen – demnach soll das Wetter morgen, am Tag der Passüberquerung, gut sein! Noch windet es und es schneit noch ein bisschen, abgesehen davon, dass es saukalt ist.
Wir gehen bereits um 19:30 Uhr nach dem Abendessen ins Bett. Mal sehen, ob wir Schlaf bekommen.
Tag 14
3:00 Uhr – der Wecker klingelt. In unseren Blechhütten war es nachts erstaunlich warm! Und ich hab sogar relativ gut geschlafen. Wir schauen beim Fenster raus und sehen einen gigantischen Sternenhimmel. Wenn das mal kein gutes Vorzeichen ist!
Nach einem kleinen Frühstück ziehen wir gegen 4:15 Uhr los, zusammen mit vielen anderen Trekkern.
Unser Guide ist so schlau, dass er gleich am Anfang eine sehr langsame Gruppe überholt. Wir kommen gut voran, und ab etwa 5:45 Uhr dämmert es, so dass wir bald unsere Stirnlampen ausmachen können.

Unglaublicherweise befindet sich auf etwa 4800 m eine Teestube (eine Steinhütte mitten im Nichts), in der wir uns mit warmen Schwarztee aufwärmen können.
Gegen 6:30 Uhr gehts weiter. Es ist noch immer ziemlich kalt (in den Wasserflaschen gefriert das Wasser), aber zum Glück hat es noch keinen Wind! Sobald die Sonne über die Bergspitzen kommt, wird es endlich wärmer.

Der Anstieg ist nicht so unangenehm wie befürchtet. Nicht zu steil und trotz der Höhe und Kälte mit kleinen Pausen zwischendurch gut zu bewältigen.

Die Bergriesen, die uns umringen, sind umwerfend und wir sind voller Vorfreude auf den Pass. Die Strecke zieht sich allerdings, und so sind wir erst nach gut vier Stunden am „Larke Pass“ auf 5106 m, dem Höhepunkt unserer Tour.

Inzwischen, gegen 8:30 Uhr, hat uns die Sonne aufgewärmt und die Finger sind wieder aufgetaut, um unzählige Fotos machen zu können.

Ein überwältigendes Gefühl, dort oben zu stehen und es geschafft zu haben! Traumhaft!!! Wir sind alle überglücklich und stolz!
Der Abstieg ist etwas steil und auch nicht ganz einfach, aber wir bewundern weiter die Landschaft und freuen uns über den wahnsinnig tollen Tag und unsere Leistung!

Auf 4400 m machen wir eine Hopfen- und Ingwertee-Pause und danach geht’s nochmal 700 Höhenmeter runter nach Bimtamg, wo wir nach über 10 Stunden Tour um 14.30 Uhr ankommen und im „Tibetan Hotel & Lodge“ untergebracht sind.
Jetzt haben wir uns alle eine warme Dusche und ein Gorkha-Bier an der Sonne verdient!

Lange werden wir es heute sowieso nicht aushalten. War ein langer, anstrengender, aber wunderschöner und unvergesslicher Tag!
Tag 15
Wieder bei Kräften nach einer erholsamen Nacht und einem stärkenden Frühstück laufen wir bei kühlen Temperaturen, aber Sonnenschein los. Wir haben heute 1700 Höhenmeter vor uns, hauptsächlich bergab.
Der Weg schlängelt sich oberhalb des Flusses entlang, und wir genießen einen traumhaften Blick zurück auf die weiß verschneiten Berge.

Zwischendurch befinden wir uns wieder mitten in einem mystischen Wald voller mit Moos bewachsener Bäume.

Mittags sitzen wir zusammen mit vielen anderen Trekkern in einem Teahouse in Surti und genießen die Sonne! Ist schon Wahnsinn, gestern unterhalb des Passes haben wir uns frühmorgens fast die Finger abgefroren, und heute sitzen wir schon wieder im T-Shirt da und schwitzen.
Ansonsten zieht sich der Weg ziemlich. Neben einem Stau auf einer Abbruchkante oberhalb des Flusses, der durch eine Schafherde verursacht wurde, sehen wir an drei unterschiedlichen Stellen Affen, außerdem eine Art Bergmaus und Ziegen sowie Kühe, die über lange Hängebrücken wandern.

Zudem treffen wir auf viele hart arbeitende Menschen und Tiere. Die Uhren gehen hier noch einiges anders als in unserer fortschrittlichen, verwöhnten westlichen Welt!




Am Nachmittag gibt es noch eine Teepause in Tilije, und kurz nach 16 Uhr kommen wir doch etwas erschlagen in unserem Hotel „Heaven Guesthouse“ in Darapani an. Das leckere Dhal Bhat zum Abendessen (+ Gorkha Bier) entschädigt uns für einen weiteren anstrengenden Tag!
Tag 16
In Darapani treffen die Manaslu- und die Annapurna-Umrundung aufeinander. Das heißt, uns kommen ab jetzt einige Wanderer (meist ohne Guide und Träger) entgegen, die den Annapurna Circuit machen. Einerseits sind wir neidisch, dass die alle noch eine schöne Tour vor sich haben, und wir fast durch sind. Andererseits bin ich für meinen Teil doch inzwischen ziemlich k.o. Meine Energie hab ich irgendwo auf dem langen Runterweg gestern verloren.
Die Wanderung heute geht zunächst auf der holprigen (und höchst steinschlaggefährdeten) Fahrstraße entlang, die bis Manang führt.

Dann zweigen wir über den Fluss ab und laufen wieder an spektakulären Felsformationen (mit Bienenstöcken), feuchten, moosbewachsenen Hängen und gigantischen Wasserfällen vorbei. Die Vegetation wird immer grüner.


In „Tal“ machen wir eine schöne Teepause in einem Roof Top Restaurant. Die Sonne scheint und wir genießen die Aussicht von der Terrasse aus.
Dann müssen wir aber weiter. Wir haben noch was vor uns!

Bis zum Mittagessen in Chamje zieht es sich ziemlich und ich brauch erst einmal eine Cola, um meine Lebensgeister wieder zu erwecken (nachdem Helmut mich den steilen Anstieg vor dem Ort teils hochschieben musste). Immerhin, danach ist es nur noch weniger als eine Stunde bis zu unserem Zielort Jagat, auf etwa 1300 m, wo wir gegen 15 Uhr ankommen.

Im „Tiliche Hotel“ gönnen wir uns erst ein Bier auf der Dachterrasse und dann eine lauwarme Dusche.
Der Ort sieht ganz witzig aus – insbesondere wegen der Satellitenschüsseln und Parabolantennen, die auf Felsen mitten im Dorf installiert wurden. Zudem gibt es heiße Quellen, aber ich will heute weder im Dorf herumspazieren geschweige denn nochmal zum Fluss absteigen, um die Hot Springs zu besuchen, auch wenn das meinen Muskeln bestimmt gut getan hätte!
Kurz bevor die Dämmerung einsetzt, sitzen wir noch oben auf dem Dach und uns umschwirren große Fledermäuse.
Tag 17
Unser letzter Trekkingtag! Wie fast jeden Morgen brechen wir bei Traumwetter auf. Im Schatten noch kühl, und an der Sonne später angenehm warm bis heiß!
Der Weg führt uns teils über die holprige Straße, und wir wundern uns immer wieder, wie die Motorräder, Jeeps, Traktoren und Lastwagen überhaupt dort fahren können. Jetzt außerhalb der Monsunzeit mag das noch machbar sein, aber wenn die Straßen regennass sind, kann man sich ein reibungsloses Durchkommen beim besten Willen nicht vorstellen.

Am späteren Vormittag machen wir einen Teestopp und nutzen die Gelegenheit, mit der Sofortbildkamera Gruppenbilder zu machen, die wir dann unseren fleißigen Helfern zusammen mit dem Trinkgeld überreichen wollen.

Die Mittagspause etwas später in Bahundandar haben wir uns redlich verdient, da wir, um das Restaurant zu erreichen, einen steilen Hügel bei brütender Hitze erklimmen müssen. Dafür entschädigen uns ein 360 Grad Blick, leckeres Essen und ein Bierchen.

Außerdem springt Karma, unser Träger, wagemutig in den Orangenbaum, um Früchte für uns zu pflücken.

Danach sind es nur noch etwa 1,5 Stunden, an schönen Reisfeldern und Bambusbäumen vorbei (und Schülerinnen mit tollem langen Haar) bis wir Nadgi erreichen, wo ein sehr rudimentär ausgestatteter Bus auf uns wartet und wo wir sofort die 1,5-stündige Busfahrt nach Besisahar antreten können.

Wahrscheinlich haben unsere Träger den Bus solange aufgehalten, bis wir da waren. Wäre sonst ein großer Zufall gewesen, dass der Bus genau dann abfährt, sobald wir drinsitzen.
Die Fahrt ist sehr spannend, auf der engen Holperstraße. Ab und zu stockt es ein bisschen, wenn Gegenverkehr kommt, der nicht auf das warnende Hupzeichen des Busfahrers gehört hat. Und die Ziege, die im Bus mitfährt, meckert lauthals, als der Fahrer die Musik anmacht – ist wohl nicht ihr Geschmack; na ja, unserer auch nicht wirklich.
Wir sind dennoch der Meinung: „Besser schlecht gefahren, als gut gelaufen!“ Inzwischen merkt man die Knochen doch ganz schön. Und unsere Schuhe zeigen auch deutliche Spuren…

Aber was hatten wir für eine tolle Tour! Es hätte nicht besser laufen können!!!
Zum Abschluss gehen wir in Besisahar mit unserem Guide und den Trägern chinesisch Essen, und dann gibt es noch ein Abschlussbier im „Hotel Tulsi“.
Tag 18
Um 9 Uhr werden wir mit einem Kleinbus am Hotel abgeholt. Dann werden so viele Leute wie möglich in den Bus gequetscht und los geht die Fahrt nach Pokhara. Obwohl es nur 40 km Luftlinie sind, dauert der Spaß (mit Pause) geschlagene fünf Stunden. Kurz nach 14 Uhr kommen wir endlich in Pokhara an, per Taxi geht’s zum Hotel „Middle Path&Spa“ an der Lakeside.
Nun haben wir Hunger und folgen dem Tipp Nr. 1 von Tripadvisor. Direkt in der Straße unseres Hotels gibt es einen (neuen) belgischen Burgerladen („Frituur No.1„) – die Burger und das „Kumbu Kölsch“ Bier dort sind sehr lecker und mal eine Abwechslung nach über zwei Wochen vegetarischem Essen, was dennoch immer sehr lecker war!

Anschließend bummeln wir an der Seepromenade entlang und trinken noch was in der chilligen „Gravity Bar“.

Danach machen wir einen Abstecher ins „Busy Bee“, um eine Runde Billard zu spielen.

Zum Abendessen folgen wir nochmal der Empfehlung von Tripadvisor. Das „Fresh Elements“ liegt ebenfalls in unserer Straße und bietet sehr gute internationale Küche an. Auch ein guter Tipp!
Danach muss ich ins Bett – ich hab mir wohl auch die „common cold“ eingefangen wie der Rest (und wie einige andere Trekker, die ziemlich rumgerotzelt und gehustet haben).
Tag 19
Heute ist einfach nur chillen angesagt – erst ein schönes, ausgiebiges Frühstück im Hotel, dann laufen wir die Shoppingmeile rauf und runter und trinken Cappuccino, Lassi und Fruchtsaft in einem mediterranen Café.

Ein paar Souvenirs finden wir auch und als Belohnung für den erfolgreichen Vormittag gönnen wir uns ein Bierchen an der Promenade.
Die bunten Boote vom Phewa-See sind auch immer ein Fotomotiv wert.

Ach wie entspannend kann so ein Tag in Pokhara doch sein…
Am Abend spielen wir wieder Billard im „Busy Bee“, essen anschließend vietnamesisch im „Pho99“ (sehr lecker – mit schön scharfen grünen Chilis!) und erleben dann noch eine tolle Liveband im „Paradiso“ – super Rock-/Heavy Musik mit einem begnadeten Gitarristen und einer kleinen Rockröhre mit einer mega Stimme!
Tag 20
Ich gönne mir vormittags im Hotel eine Fuß- und Kopf-/Schulter-/Nacken-Massage. Sehr, sehr angenehm!
Zum Mittag gibt’s mal wieder einen leckeren Burger beim Belgier.
Anschließend kann ich die Jungs überreden, ein Boot auf dem Phewa-See zu mieten, um ans andere Ufer überzusetzen und zur Stupa hochzulaufen, bei der ich während meiner ersten Nepalreise 2003 schon war!
Das ist bei dem schwülwarmen Wetter eine ziemlich schweißtreibende Angelegenheit, was ich mir permanent in einem gewissen vorwurfsvollen Ton insbesondere von einem meiner Mitreisenden anhören muss!

Trotzdem ist es genial – der Blick von oben auf die verschneiten Berge des Himalaya, allen voran den Macchapuchhare („Fishtail“), auf den See und auf Pokhara lohnt sich!!! Und die Stupa muss auch einmal umrundet werden.





Ich muss aber auch zugeben, das Bier hinterher in der Gravity Bar haben sich alle wirklich verdient!
Zum Abendessen gehen wir wieder ins „Fresh Elements“ – das Restaurant ist super modern und gemütlich eingerichtet und das Essen ist sehr lecker!
Tag 21
Um kurz vor 9 Uhr gehts zum Flughafen in Pokhara. Diesmal gönnen wir uns den Luxus per Flieger nach Kathmandu zu reisen (die Busfahrt vor zwei Jahren hat geschlagene 10 Stunden gedauert – und eine zehnstündige Busfahrt pro Urlaub muss reichen!). Der Flug (125 USD) mit „Yeti Airlines“ (die gibt“s wirklich!) dauert nur etwa 40 Minuten.

Leider ist die Sicht in die Berge nicht ganz so wie erwartet.

Wir starten bei trübem Wetter in Pokhara, kommen aber bei Sonnenschein und 19 Grad zur Mittagszeit in Kathmandu an. Perfekt!
Dort sind wir wieder im „Taleju Boutique Hotel“, und können auch schon unsere Zimmer beziehen.
Am frühen Nachmittag ziehen wir los – erst gibt es einen Snack im „Melrose Beer Garden“ (mit lokal gebrautem Crafts Beer, Himalayan Red), danach laufen wir Richtung Durbar Square.


Wir besuchen jedoch nur den alten Markt und finden dann in der Freak Street eine coole Kneipe mit Livemusik!

Zum Abendessen probieren wir noch die berühmte Pizzeria „Fire and Ice“ aus, die überall genannt und hoch gelobt wird. Wir müssen erst 15 Minuten warten, bis wir einen Platz bekommen. Drinnen ist es bullig warm, so auch das Bier. Die Pizza schmeckt sehr gut, ist aber mit etwa 8 Euro inkl. Service und Steuer für nepalesische Verhältnisse nicht gerade günstig. Fazit – ok, aber einmal dort gewesen zu sein, reicht wohl auch!
Einen Absacker gibt’s schließlich noch in Sam’s Bar. Auch dort ist es gerammelt voll – ein Besuchermagnet für Touris.
Tag 22
Wir lassen uns nach einem ausgiebigen Frühstück mit dem Taxi für 1000 Rupien (zielsicher verhandelt) nach Bhaktapur fahren, einer der drei Königstädte Nepals und ehemalige Hauptstadt.
Es sind nur etwa 16 km, aber die Fahrt dauert eine Stunde. Teils gibt es zwar Ampeln, die sind jedoch meistens nicht in Gebrauch. Der Verkehr wird durch mehr oder weniger überforderte Polizisten geregelt.
Bhaktapur ist mit einem großen Freilichtmuseum zu vergleichen; der Verkehr ist dort sehr eingeschränkt und daher kann man viel entspannter herumwandern als im Zentrum von Kathmandu. Es gibt unzählige Tempel mit schönen, verspielten Holzschnitzereien und Skulpturen aus Stein.

Wir besuchen zuerst den Durbar Square und machen uns anschließend auf zum Platz mit der fünfstöckigen Pagode (Taumadhi Square). Ein beeindruckendes Bauwerk, das offensichtlich vom Erdbeben 2015 verschont geblieben ist.


Auch eine Schulklasse trifft sich dort zum Fotoshooting. Süß!

Als wir in einem Café mit Blick auf die Pagode etwas trinken, hören wir plötzlich laute Sprechchöre. Unzählige Schulklassen versammeln sich auf dem Platz, um gegen die Beanspruchung eines Landesteils im Nordwesten durch Indien zu protestieren. Wer in dieser Frage tatsächlich im Recht ist sei dahingestellt.
Wir schleichen uns schließlich an den Massen vorbei und besuchen noch den Platz mit einer berühmten Pfauenschnitzerei (die „Mona Lisa“ Nepals).

Danach ist es Zeit für einen Snack mit schönem Blick auf den Platz.
Zum Schluss laufen wir noch über den Pottery Square, wo Töpfer ihre Gefäße täglich zum Trocknen auslegen, und dann gehts zurück nach Kathmandu.

Dort bummeln wir noch ein bisschen durch die Gassen, bevor wir uns am Abend auf zu AD Sherpa’s Haus machen. Der Chef unseres Trekkinganbieters hat uns zu sich nach Hause zum Essen eingeladen. Ist eine nette Geste und wir bekommen nebst pikantem koreanischen Sauerkraut und lecker eingelegtem Tofu als Vorspeise Lasagne und frischen Salat aus dem Restaurant von AD’s Tochtet serviert. Lecker! John ist auch dabei und wir verbringen einen schönen, interessanten Abend mit unseren „Friends in High Places“.
Tag 23
Der Vormittag beginnt gemütlich, mit einem ausgiebigen Frühstück im Hotel.
Schließlich gehen wir noch auf ein letztes Kumbu Kölsch bzw. Himalayan Red ins „Melrose„, das sich nur ein paar Minuten vom Hotel entfernt befindet.

Mittags gehts zurück zum Flughafen. Zurück in die Heimat!
Namaste Nepal – es war wunderschön!