Taj Mahal & Rajasthan
28. Oktober – 18. November 2018
Abreise bei 3 Grad und Schneeregen – wenn das nicht das optimale Wetter ist um in die Wärme abzuhauen… 😊

Indien, wir kommen…
1. Tag
Nachtflug mit Oman Air über Muscat. Ankunft am frühen Montagnachmittag in Delhi. Bereits am Flughafen sehen wir schon, dass das Lichterfest Diwali kurz bevorsteht. Alles ist schön dekoriert und wir werden mit „Happy Diwali“ begrüßt. Am Ausgang werden wir vom Fahrer unseres Hostels erwartet.

Ca. eine Dreiviertelstunde später kommen wir nach wilder Fahrt beim „Hindustan By Backpackers Heaven“ mitten im Zentrum, in Paharganj in der Nähe des Connaught Place, an. Wir hatten Glück mit dem Verkehr; es war nicht so viel los wie gedacht. Der Fahrstil unseres Chauffeurs war allerdings nicht ganz ohne! Es grenzt an ein Wunder, wie das alles funktioniert, ohne dass man ständig irgendwelche Zusammenstöße sieht. Das Hostel liegt in einer wenig belebten Seitenstraße, was auf eine ruhige Nacht hoffen lässt.
Nach kurzer Siesta holen wir Geld am ATM – 10.000 Rupien sind das Maximum, aber immerhin, mit rund 120 Euro kommt man hier schon ein Stück weit.
Die Temperatur ist angenehm warm, nicht zu heiß, und so stürzen wir uns mutig ins abendliche Getümmel. Autos, Motorräder, Fahrrad- und Motorrikschas, dazwischen Fußgänger, Hunde, Kühe und ein paar Touristen, die sich durch die engen Gassen vorbei an unzähligen Straßenständen schlängeln. Man muss einfach in Bewegung bleiben, bloß nicht stehen bleiben, dann klappt es auch sich halbwegs sicher fortzubewegen!
Wir essen ein traumhaft leckeres, vegetarisches Thali zu Abend (250 Rs.) und haben dann noch eine Bar gefunden, in der wir unser ‚Welcome to India‘ Bier trinken können – ein Kingfisher „Premium“; na ja, das Erdinger am Münchner Flughafen hat schon besser geschmeckt ;-).

Beim Rückweg zum Hotel hören wir laute Trommelmusik. Wir sehen ein geschmücktes Pferd, ein bunt beleuchtetes Hotel und eine schicke Hochzeitsgesellschaft. Dazu Feuerwerk und ohrenbetäubende Böller der Marke „Romantic“. Wie passend! Dann reitet der Bräutigam auf dem Pferd davon.

Und wir wandern ins Hostel zurück, spielen noch eine Runde Kicker und lassen den Abend gemütlich ausklingen.

Mit Internet ist irgendwie nicht viel los. Aber die Hoffnung ist da, dass es morgen geht… Gute Nacht!
2. Tag
Internet ist wieder da! Erstmal ausgeschlafen, dann ein eher bescheidenes Frühstück im Roof Top Restaurant, mit ständiger Beobachtung durch zwei hungrige Krähen.
Am späten Vormittag geht‘s zum „Complimentary Sightseeing“, mit einem Fahrer namens Taank. Das hat Abdul vom Hostel für uns organisiert. Da wir den Urlaub entspannt angehen wollen, haben wir sein Angebot gerne angenommen.
Erst zum Shree Lakshmi Narayan Mandir Tempel, einer riesigen, schönen Tempelanlage. Schuhe aus und rein.

Dann zum Indira Gandhi Memorial. Wir reihen uns als einzige hellhäutige Touristen in die Schlange ein und werden durch das ehemalige Wohnhaus von Indira Gandhi geschoben, wo sie 1984 ganz in der Nähe ermordet wurde.

Sehr interessant – und meine Wasserflasche, die ich bei der Eingangskontrolle abgeben musste, hab‘ ich tatsächlich wiederbekommen.
Anschließend bringt Taank uns zu den Lodi Gardens, einer wunderschönen, ruhigen Parkanlage abseits von jeglichem Lärm und Gestank. Hier kann man neben einem tollen Bonsai-Garten grüne Papageien, Streifenhörnchen und verliebte indische Pärchen beobachten. Außerdem gibt es ein Mausoleum und sonstige Gemäuer zu sehen. Eine schöne Oase in der Stadt.

Danach fahren wir in den Süden der Stadt, um den Qutub Minar Komplex anzuschauen. Die erste Sehenswürdigkeit heute, bei der wir tatsächlich Eintritt bezahlen müssen. 600 Rs. – dafür müssen wir für’s Ticket nicht anstehen und können am Eingang auch den schnellen Zugang für die Besucher mit „high value tickets“ benutzen (Inder zahlen nur 40 Rs.). Eine beeindruckende Anlage, mit 72 m hohem Turm, den böse Zungen als Schornstein bezeichnen.


Fotoshooting mit einem Security Mitarbeiter gibt‘s auch noch, gegen ein bisschen Bakschisch.
Nach dem Mittagessen chauffiert uns Taank zum Lotustempel, einem modernen Gebäude der Baha’i Glaubensgemeinschaft. Ganz anders als alles was wir bisher gesehen hatten. Als wir rauskommen, sinkt die Sonne gerade über der Spitze der lotusblumenförmigen Kuppel des Gebäudes.

Am India Gate vorbei schlängeln wir uns schließlich im Feierabendverkehr zum Hostel zurück.
Ein schöner, erlebnisreicher Tag geht zu Ende.
Wir ziehen abends nochmal kurz um die Häuser. Das Kingfisher „Ultra“ in Sam’s Bar schmeckt übrigens viel besser als das „Premium“, und dazu passt wunderbar ‚Masala Papadum‘.
3. Tag
Heute erkunden wir Delhi mit der Metro. Auf dem Weg erstmal traditionelles Frühstück mit ‚Parantha‘, einer Art gefülltem, würzigen Pfannkuchen. Das gibt uns eine gute Grundlage für den Tag.

Frisch gestärkt geht’s zur U-Bahn. Für 200 Rs. bekommen wir ein Day-Ticket, mit dem wir auf allen Strecken fahren können. Die Bahn und die Stationen sind erstaunlich sauber und ruhig, und es geht richtig geordnet zu.

Man merkt doch, dass die Metro noch relativ neu ist. Sicher können sich nur Leute der gehobenen Klasse die Tickets leisten. Ist auf alle Fälle richtig entspannend im Vergleich zu dem Gewusel auf den Straßen.
Am Bahnhof versuchen wir mal den offiziellen Schalter zu finden, an dem man als Tourist Zugtickets zu regulären Preisen kaufen kann. Gar nicht so einfach. Immer ist jemand zur Stelle, der einem weis machen will, dass es dort nur Tickets für „locals“ gibt und man als Ausländer in ein „Tourist Office“ gehen muss…
Wir haben uns ohnehin bereits entschieden, den etwas einfacheren Weg zu gehen, und uns Taank als Fahrer für die nächsten 13 Tage gebucht, nachdem wir von mehreren Seiten gehört haben, dass man speziell zur Diwali Zeit keine Chance hat einen Zug zu bekommen, wenn man nicht schon Wochen vorher reserviert hat (Kosten ca. 700 EUR pro Person für Fahrer, Hotels mit Frühstück, 2 x Safari, Zugticket Ajmer-Delhi).
Unser nächstes Ziel, die Jama Masjid Moschee. Ich kannte diese bereits von meiner ersten Indien Reise vor 11 Jahren.

‚Ein schöner großer Platz, der einlädt um ein bisschen zu verweilen und in Ruhe die Leute zu beobachten. Ich bekomme am Eingang einen lila Umhang, damit auch alles schön bedeckt ist. Mit Ruhe ist nach kurzer Zeit allerdings nix mehr, weil alle möglichen Inder ein Foto bzw. ‚Selfie‘ mit uns machen wollen. Junge Typen, aber auch Frauen und Väter, die ihre Kinder mit uns fotografieren möchten. Schon sehr lustig!

Danach drehen wir noch eine Runde über den muslimisch geprägten Markt. Auch sehr interessant.

Hier bekommt man alles, von wunderschönen glitzernden Kleidern bis hin zu Bosch Bohrmaschinen und Autoersatzteilen.

Weiter dann zum Connaught Place, dem modernen Teil der Stadt mit schicken Läden und Restaurants.

Im Chai Point trinken wir feinen ‚Masala‘ Gewürztee und essen ‚Samosa‘ Teigtaschen. Danach machen wir uns per Motorrikscha auf den Rückweg Richtung Main Bazaar Road, der Einkaufsstraße in der Nähe unseres Hostels.
In Sam’s Bar gibt‘s noch ein Bierchen und so geht der vorerst letzte Abend in Delhi gemütlich zu Ende.
4. Tag (***TAJ MAHAL***)
Allerheiligen in Deutschland – Highlight Nummer 1 der Reise für uns: Taj Mahal. Wir machen uns früh auf und verlassen die erwachende Hauptstadt in Richtung Agra. Je weiter wir von der Stadt wegkommen, umso weniger Smog liegt in der Luft. Um Delhi herum kann man kaum ein paar hundert Meter weit sehen. Nach und nach wird es grüner, mit vielen Ackerflächen, die bei der langanhaltenden Trockenheit (ca. 8 Monate im Jahr Hitze und kaum Regen) mühsam bewässert werden müssen. Mit durchschnittlich 80 km/h rollen wir gemächlich auf der breiten und wenig befahrenen Straße dahin. Zur Frühstückspause halten wir an einer schönen Raststätte. Mittags kommen wir in Agra an.
Das Umfeld der Stadt sieht sehr ärmlich aus. Man mag nicht glauben, dass hier täglich Zehntausende von Touristen vorbeikommen und Geld in die Stadt bringen.
Zunächst betrachten wir den Taj Mahal von der gegenüberliegenden Seite des Yamuna Flusses, von den Gärten aus, in denen der Shah Jahan ursprünglich sein eigenes Grabmal bauen wollte.

Von dort aus können wir schon die vielen Leute sehen, die am Denkmal herumspazieren, während wir den gigantischen Anblick erstmal entspannt von der Weite genießen dürfen.
Mitten im Grünen zeigt sich ein einsamer Kingfisher (Eisvogel) in voller Pracht.

Nach einem (mal wieder) leckeren Mittagessen endlich Besichtigung des Taj Mahal!
Eintritt für Ausländer, ohne Schlangestehen, 1100 Rs. + 50 Rs. für Überzieher für die Schuhe, zum Betreten des Inneren des Hauptgebäudes, wo sich die Grabmäler des Shahs und seiner Frau befinden. Eine Flasche Wasser ist immerhin inklusive, aber meinen Kaugummi muss ich aus Sicherheitsgründen abgeben.

Beim Rundgang durch die Anlage haben wir einen Sikh als Führer, der uns die unglaubliche Geschichte des Monuments erklärt, das zwischen 1632 und 1653 von 20.000 Arbeitern zu Ehren der Lieblingsfrau des Shahs erbaut wurde, die nach der Geburt ihres 14. Kindes gestorben war.

Abgesehen von dem Erzählten bietet das Denkmal viele interessante Details wie die Arbeiten am Marmor, die Edelsteine aus verschiedenen Ländern, die Architektur, etc. – einfach umwerfend!



Den für Fotos in allen möglichen Stellungen posierenden Besuchern (90% der Besucher sind Inder), den Frauen mit ihren tollen bunten Saris oder Punjabi Suits oder auch den jungen Typen mit den hippen Frisuren, die Selfies machen, könnte man ewig zusehen.

Schade, dass wegen der Umweltverschmutzung das Grabmal mehr und mehr in Mitleidenschaft gezogen wird. Es gibt Bemühungen, die Fassaden zu reinigen und zu schützen, aber wer weiß, wie lange das anhält.
Auf alle Fälle ein einmaliges und unvergessliches Erlebnis!!!
Die Nacht verbringen wir im Hotel „Taj Villa“ in Agra (sehr schön, leider ohne Internet), und morgen geht’s schon weiter.
5. Tag
Schön ausgeschlafen machen wir uns gegen 9 Uhr auf in Richtung Süden. Meist sind die Straßen ganz ordentlich, aber streckenweise müssen wir durch Baustellen fahren, wo sich unerklärlicherweise ständig kurze fertige Abschnitte mit unfertigen abwechseln; da ist es teilweise recht holprig, aber Taanks Auto macht alles tapfer mit.

Die Dörfer unterwegs sind sehr chaotisch und wir haben uns nur gefragt wie das Leben unter den Umständen dort überhaupt möglich ist. Irgendwie scheint es zu gehen. Trotzdem Wahnsinn!
Da ist es erholsam zwischendurch mal bei einem Hindutempel anzuhalten und die bunten Malereien zu bewundern.

Ab und zu wird die Landschaft etwas hügelig und je mehr wir uns Rajasthan nähern, umso öfter sehen wir Kamele als Lasttiere.
Mit Mittagessen in einem Touri-Restaurant (mit sündteurem Bier hinter einer Serviette versteckt, da im Bier-Garten öffentliches Trinken von Alkohol nicht erlaubt ist) und Teepause (absolut legal in einem einfachen Lokal am Straßenrand) dauert die ganze Fahrt fast 8 Stunden.


Super, dass wir mit der „Ranthambhore Villa“ eine tolle Unterkunft in der Kleinstadt Ranthambhore bekommen haben, mit Garten und sogar Pool, und so den Abend nach der langen Fahrt richtig genießen können.

Außerdem hat das Zimmer das größte Bad, das ich vermutlich jemals hatte – keine Ahnung, was sich der Architekt dabei gedacht hat, aber zwischen Waschbecken und Toilette sind es bestimmt 5 Meter – und dazwischen ist nur leerer Raum.
6. Tag (***SAFARI***)
2. Highlight der Reise, die Tigersafari. Morgens um 6.30 Uhr werden wir abgeholt und fahren mit einem sogenannten „Canter“-Wagen, einem einfachen, aber sehr stabilen Gefährt, auf das 20 Personen passen, in den Ranthambhore Nationalpark. Anfangs ist es noch recht kühl – gut, dass im Reiseführer stand, dass man sich erstmal was Warmes anziehen soll.

Im insgesamt 1400 Quadratkilometer großen Naturschutzgebiet leben ca. 65 Tiger. Angeblich hat man hier die beste Chance in ganz Indien, Tiger zu sehen.

Wir fahren durch die trockene und staubige Landschaft und sehen erstmal hauptsächlich Affen (Hanuman Languren), Pfaue (Indiens Nationalvogel), grüne Papageien, eine Art Hirsche, Rehe und Stachelschweine.


Dann sehen wir zufällig, wie gerade aus einem See ein etwa 4 Meter langes Krokodil steigt. Das hätten wir hier auch nicht erwartet.


Die Tiger lassen allerdings auf sich warten. An einem Platz verweilen wir einige Zeit, dann fährt unser Canter weiter, bis der Guide plötzlich ein Signal von einem Kollegen bekommt.
Im Eiltempo geht‘s zu einer schönen Wasserstelle und prompt, nach kurzem Warten, kommt eine Tigermama mit ihrem (schon großen) Nachwuchs vorbei. Kaum zu fassen!

Wunderschöne, riesige Tiere! Sie ziehen zügig weiter und laufen vielleicht 10 Meter von uns entfernt vorbei. Genial! Ich hätte nicht gedacht, dass wir wirklich Tiger sehen.
Nach 3 1/2 Stunden Rundfahrt werden wir zurück zum Hotel gebracht. Dort bekommen wir ein stärkendes, sehr leckeres Frühstück.
Mittags besuchen wir ein Women Handicraft Projekt und spazieren über den örtlichen Markt, der alles bietet. Neben Straßenbarbier auch mobilen Zahnarzt, der gerade einem Patienten mit einer Schere (!) im Mund rumfummelt :-O.

Am Nachmittag, nach kurzer Siesta, geht‘s zum zweiten Mal auf Safari. Schon ganz am Anfang Aufregung. Man hat einen Leoparden gesehen, was recht selten passiert, weil die Tiere viel scheuer sind als Tiger. Ich sehe ihn tatsächlich auch durch den Wald springen, dann setzt er sich hin und wir können ihn aus einiger Entfernung in Ruhe beobachten. Wie toll!


Ein voller Erfolg, unser Safari-Tag!
7. Tag
Fahrt nach Jaipur.
Wir verabschieden uns nach einem weiteren opulenten Frühstück von dem sehr netten Personal in unserem Hotel und fahren zunächst die gleiche Strecke zurück, die wir hergekommen waren.
Es ist immer wieder erstaunlich, was man alles wie transportieren kann….



Nach einer Teepause im gleichen Restaurant wie beim Weg nach Ranthambhore (diesmal ohne überteuertes Bier) biegen wir bald Richtung Jaipur ab, der dritten Stadt im „Goldenen Dreieck“ von Indien (Delhi, Agra, Jaipur). Auf den Straßen sieht man jedoch nicht viel „Güldenes“, außer vielleicht den Sand und Staub, der sich über alles legt…
Am Mittag kommen wir in der „rosa Stadt“ Jaipur an.

Nach dem Lunch besichtigen wir die Grabstätte Royal Gaitor – ein schönes, gepflegtes Denkmal.



Danach lasse ich mich überreden, mir angesichts der bevorstehen Diwali Festlichkeiten ein Henna Tattoo machen zu lassen.

Während das Tattoo trocknet laufen wir zum Tempel oberhalb des Denkmals hoch; ganz schön anstrengend bei der Hitze und nicht gerade frischen Luft der Stadt… Trotzdem schön – man hat von dort oben einen super Blick über Jaipur. Und wir sehen einen kleinen, knallgelben Wellensittich, der sich wohl verflogen hat.

Anschließend geht‘s mit Wellness Programm weiter – kleine Ayurveda Massage zur Entspannung (30 Min 1000 Rs.). Sehr wohltuend!
Am späten Nachmittag fahren wir zum City Palace, einer imposanten Palastanlage der Maharadschas. Dort wuselt es nur so vor Touristen, vor allem Chinesen (Ni Hao!).


Beim Sonnenuntergang machen wir uns auf zum Hotel „Nahargarh Haveli“, einem ehemaligen Wohnpalast. Es ist ruhig und gemütlich.

Abendessen im Roof Top Restaurant, von wo man ab und zu schon mal ein Feuerwerk als Vorbereitung zu Diwali sehen kann.
8. Tag (***TIERISCH***)
Was für ein tierisch aufregender Tag! Ich würde mal sagen, ein weiteres Highlight auf unserer Reise 😊.
Der Vormittag geht los mit Besichtigung des Amber Forts etwas unterhalb des Jaigarh Forts – beides sind imposante Bauten auf den Hügeln oberhalb von Jaipur.

Zwar sind viele Touristen unterwegs, zum Teil auf dem Rücken von Elefanten (wir nicht!*) – trotzdem ist es angenehm, hier oben den Stress der Stadt hinter sich zu lassen.


Wir schauen uns das Treiben eine Weile an und laufen dann wieder zum Parkplatz hinab, wo Taank auf uns wartet (auf dem Weg kauf ich noch schnell eine Elefantendecke – nach zähem Verhandeln mit dem Verkäufer).
*Den Elefanten nähern wir uns auf andere Art und Weise. In einem Elephant Rescue Center dürfen wir Elefanten mit Bananen und Zuckerrohr füttern, und die Elefanten dann auch noch knuddeln – d.h. streicheln und den Rüssel umarmen.

Erst muss ich mich schon überwinden, meine Hand mit der Banane in das Maul mit der riesigen, glitschigen Zunge der Elefantendame zu stecken, aber dann ist‘s total lustig.

Man hat ziemlich Respekt vor den großen Tieren, aber die strahlen eine solche Ruhe aus, dass man schnell Vertrauen fasst.
Auf alle Fälle ein weiteres unvergessliches Erlebnis!
Danach fahren wir weiter den Hügel hoch, zum Jaigarh Fort. Abgesehen von den Autos, die „fußkranke“ Inder bis ins Fort hineinfahren, ist es erstaunlich ruhig dort oben.

Wir spazieren gemütlich herum, genießen den Blick ins Tal und nehmen die überdimensionale Kanone in Anschein, die zum Glück niemals eingesetzt wurde.
Nach dem Mittagessen schauen wir die Fassade des Palasts der Winde („Hawa Mahal“) an – ein weiteres interessantes Bauwerk der Stadt, die vor den Zeiten der Umweltverschmutzung sicher mal unglaublich prächtig und imposant war. Viele Bauten der Mahardschas, die erhalten wurden, gibt es glücklicherweise noch zu bewundern.

Als nächstes bringt uns Taank zum Galta Ji, dem Affentempel, etwas außerhalb der Stadt.

Wir kaufen Erdnüsse, um die Affen füttern zu können. Nach einer zweifelhaften Segnung durch einen Hindu-Priester geht‘s ans Eingemachte. 2000 Makaken-Affen leben in der Tempelanlage, in der auch junge Priester-Anwärter ausgebildet werden. Wir füttern die Affen, die uns direkt aus der Hand fressen.
Die Tiere sind dort ganz friedlich, da sie immer genügend zu Fressen haben. Gott sei Dank! Ich bin mir erst nicht sicher, ob ich wirklich einen Affen auf dem Arm sitzen haben möchte, dann ist es aber ganz süß – die kleinen Affen sind echt goldig.


Auch die Schwimm- und Kletterübungen der kleinen Äffchen sind beeindruckend.


Als Abschluss des heutigen Tages fahren wir zum Shri Lakshmi Narayan Tempel, und danach geht‘s zurück ins Hotel.

Ausruhen und auf der Dachterrasse zu Abend essen.
9. Tag
Gestern hatten wir echt Glück mit dem Wetter – heute liegt Jaipur schon wieder unter einer großen Dunstglocke. In ca. 6 Stunden fahren wir die 320 km bis Bikaner. Läuft ziemlich gut, da wir hauptsächlich auf dem National Highway unterwegs sind und uns kaum durch irgendwelche Städte quälen müssen.
Unterwegs treffen wir auf Hochzeitsautos, stolze Besitzer neu gekaufter Autos und Motorräder (gestern war der indische Glückstag für die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs, das nach erfolgreichem Kauf mit Blumen geschmückt wird), eine Zigeuner-Karawane mit Kamelen, etwas überladene Fahrzeuge und vieles andere mehr.



Auch einen neu errichteten Felsen mit Hindu Figuren dürfen wir besichtigen. Der erinnert jedoch etwas an Disney.


In Bikaner angekommen, besuchen wir das beeindruckende Junagarh Fort – sehr sehenswert.


Das Land hat wirklich einiges an Schätzen zu bieten. Weiter geht‘s zum „Sagar Hotel“, das ein bisschen herrschaftlich anmutet und einen tollen Innenhof hat, in dem wir zu Abend essen; wieder mal ein leckeres Veg Thali. Das Essen ist immer so super, dass wir garantiert zunehmen, wenn uns nicht noch Montezumas Rache erwischt, was ich nicht hoffen will! Bisher ist – toi toi toi – alles gut gegangen.
10. Tag (***WÜSTE – KAMELE ***)
Heute ist eine Jeep Safari in die Wüste Thar angesagt.

Die Wüste fängt gleich außerhalb von Bikaner an, und ist nicht so, wie man es sich vielleicht vorstellt. Es gibt immer noch relativ viele Bäume und Sträucher und nur kleine Dünen. Außerdem Kühe, Rehe und Stromtrassen.


Wir besuchen ein paar Dörfchen, wo die Häuser zum Teil aus Kuhdung gebaut werden. Alles macht einen friedlichen und idyllischen Eindruck – die Leute sind relativ schüchtern; hauptsächlich zeigen sich die Kinder.



Bis auf ein kurzes steiles Stück ist die Fahrt recht harmlos – aber natürlich ziemlich staubig.
Deswegen ist es auch ok, dass wir nur zwei Stunden unterwegs sind – danach wird uns es feines Mittagessen in einem Camp gekocht.
Anschließend fahren wir zum National Camel Research Centre, einer großen Kamelfarm mit 319 Tieren.

Außer uns ist zeitweise niemand unterwegs und so können wir die großzügige Anlage ganz unbehelligt durchstreifen. Schon interessante Tiere, die eine gewisse Gelassenheit ausstrahlen.



Nach einer Teepause am Nachmittag besuchen wir noch das Atelier eines Künstlers, der Miniaturzeichnungen macht und dafür schon im Marco Polo Reiseführer erwähnt wurde, Raju Swami.

Auch Postkarten der UNICEF gibt es mit seinen Motiven. Sehr schöne, filigrane Kunst.
Nach dem Abendessen schauen wir vom Dach des Hotels aus das Feuerwerk an, das es in der ganzen Stadt zu den Diwali Festlichkeiten gibt. Einige Böller werden auch direkt neben unserem Hotel gezündet, so dass uns noch oben auf dem Dach fast die Ohren wegfliegen.

11. Tag (***KURIOS, KURIOS***)
Wir fahren heute zunächst zu einer der „kuriosesten Sehenswürdigkeiten Indiens“, wie es der Reiseführer treffend beschreibt. Zum Rattentempel von Deshnok, ca. 30 km südlich von Bikaner. In dem außen rosafarbenen Tempel tummeln sich Tausende von Ratten, die als heilig, da unsterblich gelten.

Wenn einem eine Ratte über den Fuß läuft, bringt das Glück. Wenn man dagegen versehentlich auf eins der Tierchen tritt, ist das ganz ungünstig für’s Karma. Ich glaub, mir ist nur mal eine über die Zehen gehuscht. Also alles im grünen Bereich. Drinnen legen sich die Hinduisten zum Teil sogar auf den Boden des Tempels und küssen denselben, um ihre Verehrung zu zeigen. Alles ziemlich schräg.
Die Ratten werden gefüttert und es ist lustig zu sehen, wie die ganze Meute sich um eine riesige Milchschüssel zum Trinken versammelt hat.

Weiter geht‘s dann nach Südwesten. Nach der Mittagspause führen uns ein paar Jungs ihre selbstgebastelten Böller vor – kracht ganz schön. Heute ist überall noch Feiertag und die Jungs streifen mit ihren Cliquen durch die Gegend und haben Spaß.

Insgesamt sind es 220 km nach Jodhpur, der „Blauen Stadt“, die wegen ihrer zahlreichen blauen Dächer in der Altstadt so bezeichnet wird. Als wir am Nachmittag dort ankommen, steuern wir gleich das Meranagarh Fort an, das noch größer und beeindruckender ist, als die Forts, die wir bisher gesehen haben. Man kann sich kaum sattsehen.



Auch der Blick auf die Stadt hinunter ist sehenswert.


Anschließend schauen wir noch die Grabmäler unweit des Forts an, Jaswant Thada, die in einem idyllischen Garten eingebettet sind. Hier kann man dem Lärm und der Hektik der Stadt wunderbar entfliehen.

Danach geht‘s zum Hotel „Heritage Kuchaman Haveli“, auch einem alten, herrschaftlichen Haus, das sicher bessere Zeiten erlebt hat. Dennoch schön. Auf dem Dach beobachten wir auch heute wieder das Feuerwerk, das offensichtlich über mehrere Tage geht.
Auch hier fahren sie manche harten Geschütze auf. Das Fort ist wunderbar beleuchtet und in der Stadt sind viele Häuser mit bunten Lichterketten geschmückt.

12. Tag
Gemütlicher Tag heute. Wir laufen vormittags zum Markt beim Glockenturm und schlendern dort ein bisschen durch die Stände und genießen frischen Ananassaft. Der Glockenturm hat leider direkt vor unserer Nase geschlossen – der Turmwächter hatte wohl keine Lust mehr.

Danach trinken wir im Café Royal, einer kleinen Oase in der Stadt, einen richtig leckeren Cappuccino (der Aufgusskaffee im Hotel ist nicht so der Brüller).

Bei „Maharahi Spices“ kaufen wir Tee und Gewürze ein und lassen dann noch das Treiben auf uns wirken, als wir einmal die „Einkaufsmeile“ rauf und runter laufen.

Am Nachmittag fahren wir zu den Mandore Gardens (guter Tipp von der Besitzerin des Café Royal), wo erstaunlicherweise Tempelanlagen erbaut wurden, deren Türme ein bisschen an Angkor Wat erinnern.

Viele Inderinnen und Inder sind unterwegs (heute ist Brother-Sister-Day) und beobachten wie wir die Affen und genießen einfach den schönen Park.
Selfies mit uns sind auch wieder öfter gefragt.

Den Spätnachmittag verbringen wir auf dem Dach unseres Hotels, bis die Sonne untergeht.
13. Tag
Fahrt von Jodhpur nach Ranakpur. Da immer noch irgendwie Feiertag ist, ist um 9 Uhr noch nicht viel los auf den Straßen, so dass wir gut aus der Stadt rauskommen. Wir fahren eine Weile auf dem National Highway, und biegen dann, nach einer Teepause mit nachhaltigen Tontassen, auf die Landstraße nach Rani ab.
In Rani Village bringt uns Taank zu einem Tempel, der auf dem Gelände eines ehemaligen Forts entstanden ist. Wir steigen die Stufen hoch und gleichzeitig gesellen sich immer mehr Inder zu uns. Oben bekommen wir eine komplette Führung und alle zeigen uns stolz „ihr“ Fort und „ihren“ Tempel. Und selbstverständlich wollen alle Selfies mit uns machen.


Wirklich ein schöner Ort, und einfach toll, dass die Leute so einen Spaß haben, uns rumzuführen. Wir fühlen uns sehr willkommen geheißen und freuen uns über den Rundgang.


Alle steigen am Ende wieder mit uns bis zum Parkplatz hinab und wollen uns gar nicht gehen lassen. Unser Fahrer hat sich wahrscheinlich schon gewundert, wo wir so lange abgeblieben sind.
Danach fahren wir weiter nach Ranakpur (Sadri), wo wir in unserer Unterkunft „Roopan“ einchecken und zu Mittag essen. Nach kurzem Ausruhen geht‘s zum Chaumukha-Tempel von Ranakpur.

Man denkt immer, dass man schon so viel gesehen hat, und wird doch oft überrascht, dass es noch etwas Schöneres zu bestaunen gibt.
Dieser Tempel ist unglaublich beeindruckend, groß, verwinkelt und aufwändig konstruiert. Auch hier könnte man ewig verweilen, um alle Details aufzusaugen.


Nach dem Tempelbesuch fährt Taank uns noch in den Ort Sadri. Dort bummeln wir etwas herum. Wir sind als einzige Ausländer einmal mehr Blickfang und Gesprächsthema für die Einheimischen. Ich fotografiere dann noch ein paar rote Turban-Träger (einer davon ist gerade am Häkeln), nachdem ich höflich gefragt habe, außerdem bunt angemalte Kühe und Damen mit speziellem Oberarm-Schmuck, und dann neigt sich wieder ein schöner Tag zu Ende.


14. Tag
Taank hat uns vorgeschlagen, eine Tour über die Berge zu machen. Das nehmen wir natürlich dankend an. Über teils ziemlich holprige Straßen fahren wir auf Umwegen Richtung Udaipur.



Die Landschaft ist sehr schön, etwas gebirgig und sehr grün, im Gegensatz zum nördlichen Teil von Rajasthan.
Auf einmal staut es sich, und wir kommen mit dem Auto nicht mehr weiter. Unglaublich viele Inder, vor allem Urlauber aus Gujarat, sind auf dem Weg zum Kumbhal Garh Fort, einer Befestigungsanlage mit beeindruckender Mauer. Wir laufen dann die 2 km zum Fort zu Fuß weiter.

Nochmal ein gigantisches Bauwerk, das ein Anziehungspunkt für alle möglichen Leute ist, vor allem wegen der exponierten Lage mit traumhaftem Rundumblick und tollen Fotomotiven.

Wenig überraschend ist, dass wir wieder für zig Selfies mit Indern herhalten müssen. Es sind nämlich auch hier nicht so viele potenzielle Opfer (= hellhäutige Besucher) unterwegs.


Weiter geht‘s nach ausführlicher Besichtigung, vorbei an bunt angemalten Kühen und Eseln (auch die werden zu Diwali schick gemacht).

Mittagessen in einem Restaurant, in dem niemand Englisch spricht, und Teepause.
Am Spätnachmittag kommen wir in Udaipur an. Wir sind direkt positiv von der Stadt überrascht. Sie sieht verhältnismäßig ordentlich aus, und der Blick auf die Seen inmitten der Stadt ist super schön.
Auch mit unserem Hotel, dem „Gaj Hotel“ im Zentrum, haben wir Glück. Komfortables Zimmer und eine geniale Dachterrasse mit Blick auf den Pichola-See mit beleuchtetem City Palace. Das Essen schmeckt dazu megalecker. Hier lässt es sich aushalten.

15. Tag (***MOST BEAUTIFUL CITY***)
Schön ausgeschlafen – echt unglaublich wie viel man schlafen kann, wenn einen weder der Muezzin noch lärmende Inder im Hotel (wie in Jaipur) wecken ;-). Nach Frühstück auf der Dachterrasse erkunden wir die Stadt auf eigene Faust (ohne Taank – der hat heute frei).


Wir spazieren erst über die kleine Brücke, dann Richtung City Palace. Davor haben wir in einem Café direkt am Pichola-See einen Cappuccino getrunken. Sehr schön!

Außerdem kaufen wir noch ein paar Souvenirs ein, und ein Geschenk für Taank (Zigaretten – was sonst), von dem wir uns morgen leider verabschieden müssen. In einem kleinen Lädchen abseits der Tourimeile werden wir unglaublich freundlich empfangen. Die Frau kocht uns extra Tee und der Mann zeigt uns alles, was er im Sortiment hat. Also haben wir ein bisschen mehr gekauft, als eigentlich geplant war.

Im City Palace ist so viel los, dass wir uns nicht in die lange Warteschlange einreihen wollen und erstmal weiterziehen. Zunächst zum Tibetan Market, der wenig Interessantes zu bieten hat, dann in einen kleinen Park („Udaipur Zoo“), wo unzählige Flughunde in den Bäumen hängen. Das ist das letzte, das ich erwartet hätte.

Danach laufen wir weiter zum Ropeway, einer Seilbahn, die einen ziemlichen Durchhänger hat, uns aber nach einiger Wartezeit inmitten von Indern sicher den Berg zu einem Tempel hochbringt, von dem wir einen traumhaften Blick über die Stadt Udaipur und den Pichola See haben.





Wieder unten angekommen geht’s am späteren Nachmittag schnell per Tuktuk ins Zentrum zurück, wo wir nochmal einen Anlauf mit dem City Palace machen wollen. Jetzt ist viel weniger los und so ist es etwas angenehmer, sich durch die verwinkelten Räume des Palasts schieben zu lassen.

Abschließend noch ein Bier zum Sonnenuntergang, in einer Bar auf der anderen Seite des Sees, mit Blick auf unser Hotel gegenüber. Wunderschön, die Altstadt, der See, und die Berge im Hintergrund.

Abends wieder traumhaft leckeres Essen auf der hoteleigenen Dachterrasse.
16. Tag
Letzter Tag mit unserem Fahrer – 240 km von Udaipur nach Pushkar.







Die Fahrt läuft ganz gut, und wir kommen schnell voran, so dass wir nach Mittagspause und Tea Break gegen 15 Uhr schon in Ajmer sind, unweit von Pushkar.
Dort besichtigen wir einen etwas schrägen Tempel der Jaina, die ihre eigene Weltanschauung in einem riesigen goldenen Gebilde dargestellt haben. Was es nicht alles gibt…

Dann müssen wir nur noch einen Hügel rauf und kommen 20 Minuten später in der Kleinstadt Pushkar an.

Wir checken im „Country Side Resort“ am Stadtrand (im Grünen) ein und verabschieden uns von Taank. Dieser wird nicht müde uns zu ermahnen, unbedingt auf uns aufzupassen und ihn anzurufen, wenn wir was brauchen. Sehr nett!
Wir machen noch einen kurzen Spaziergang am ausgetrockneten Kanal entlang zum See, wo wir bereits ein paar Yogis, geschmückte Kamele und andere Touris sehen, die anlässlich der jährlichen Feierlichkeiten am Heiligen See und des Kamelfestivals angereist sind. Morgen schauen wir uns das Treiben näher an.
17. Tag
Den See mit den Pilgern umgehen wir weitläufig – muss ja nicht sein, dass wir die hinduistischen Rituale stören. Außerdem wollen wir ja auf den Berg zum Savutri Tempel und dann hauptsächlich die Kamele sehen. Wir laufen mit Abstecher über die Bazarmeile Richtung Berg.



Wir kämpfen uns aus eigener Kraft die immer steiler werdenden Stufen zum Tempel hoch.

Seit kurzem gibt es dort auch eine Seilbahn, aber eine „Ropeway“ Erfahrung in Indien reicht uns schon. Und es tut auch gut etwas zu laufen.
Oben geniale Sicht – man kann die Stadt, den Heiligen See, sogar unser Hotel und das ganze Gelände des Kamelfestivals überblicken.
Wir lassen in Ruhe die Aussicht auf uns wirken, trinken Cola und schauen den Affen zu, die am Gipfel herumspringen. Ein paar Bayern und den Rest einer deutschen Reisegruppe treffen wir auch dort oben. Ist ja ganz nett, aber wir sind froh, nur zu zweit unterwegs zu sein.


Als wir beim Runterlaufen kurz unterhalb des Tempels angekommen sind, gibt es plötzlich einen riesen Knall. Irgendein Dödel hat oben einen Böller gezündet. Alle Affen sind voll erschrocken und knapp an uns vorbei Richtung Gebüsch gesprungen. Zum Glück hat uns keiner erwischt!
Nach dem Abstieg laufen wir zum Gelände des Kamelmarktes, der morgen offiziell losgehen soll, wo aber bereits heute viel geboten ist. Unzählige Kamelwagen mit Dach für Ausfahrten, ganze Kamelherden, viele Essenszelte, schöne gepflegte Pferde, Riesenräder etc. Sehr interessant.





Den Nachmittag verbringen wir gemütlich im Garten unseres Hotels.
18. Tag
Heute wandern wir wieder zum Gelände des Kamelfests, in der Hoffnung etwas vom Handel mitzubekommen oder die Attraktionen auf dem Jahrmarkt in Action zu sehen. Aber obwohl das Spektakel heute losgehen sollte, sind die Vorbereitungen noch in vollem Gange.
Kamele werden frisiert und geschmückt, eine Bühne mit riesiger Soundanlage wird aufgebaut und an den Fahrgeschäften wird noch herumgeschraubt.


Wir schlendern einfach ein bisschen herum, trinken in dem gleichen Zelt wie gestern Masala Tee, und beobachten das Geschehen.




Von einem Roof Top Restaurant können wir aus sicherer Entfernung ein bisschen das rituelle Bad der Hindus im See beobachten.


Am späteren Nachmittag machen wir es uns wieder im Hotel gemütlich und sitzen bis zum Sonnenuntergang im Garten.
Dann ziehen wir nochmal los, aber auch abends scheint heute noch nix los zu sein. Außer am See, wo bis spät getrommelt wird, und bei uns im Hotel, wo einige Inder bis in der Früh Halligalli machen.
19. Tag
Wir haben erfahren, dass das Fest entgegen der Info aus dem Internet erst heute so richtig losgeht – am Abend gibt’s ein Konzert, das wir leider nicht mehr anschauen können, da wir heute wieder abreisen müssen. Egal, war trotzdem interessant, das ganze Treiben im Vorfeld mitzuerleben. Wir genießen noch einen entspannten Vormittag, am Pool und im Garten.

Nach dem Mittag fahren wir per Taxi zur Ajmer Junction, dem nächstgelegenen Bahnhof.
Da wir bereits unser Ticket haben, ist alles ganz easy. Der Zug nach Delhi fährt ab Gleis 1, und die Wagen-Position steht sogar auf LED Anzeigen am Bahnsteig.



Die Fahrt (AC Chair Car – eine der etwa acht verschiedenen Zugklassen in Indien) ist sehr komfortabel – und wir werden in den 7 Stunden Fahrt (443 km) reichlich mit Essen und Trinken versorgt.




Erst ist es noch etwas kühl im Zug. Aber mit der Zeit (und wahrscheinlich mit zunehmender Personenzahl im Abteil) wird es besser.
Kurz nach 22 Uhr kommen wir (mit 12 Minuten Verspätung, was ja besser ist als das was man oft mit der Deutschen Bahn erlebt) in Delhi „Cannt“ an. Eigentlich wollten wir am Hauptbahnhof aussteigen, aber wir entscheiden uns spontan bereits in Cannt auszusteigen, weil es näher an unserer Unterkunft zu liegen scheint. Ist auch gut so, denn wir sparen uns einiges an Zeit – mit Metro ist allerdings um diese Uhrzeit nicht mehr viel los, also nehmen wir ein Taxi in den Stadtteil ‚Saket‘. Etwa eine halbe Stunde später erreichen wir unser B&B „Tree of Life“. Super schön und sehr nette Leute!!!
20. Tag
Nach tollem Frühstück machen wir uns auf zur Metro und kaufen nochmal ein Tagesticket.

Wir fahren zunächst zum Connaught Place. Von dort geht‘s zu Fuß weiter zum Sikh Tempel Bangla Sahib, vorbei an einer Fahrschule (Helmpflicht, sogar für Frauen!) und an einem brennenden Haus – der Brand wird zum Glück relativ schnell gelöscht.




Danach Connaught Place und unser letztes Thali, in einem Restaurant, das uns Ashwani, der Besitzer unseres B&Bs empfohlen hat. Als wir rausgehen steht eine riesige Menschenmenge vor dem Restaurant und wartet auf freie Plätze – scheint ein echter „Geheim“-Tipp zu sein.
Wir wollen dann noch zu einem Blumenfest in ‚Mehrauli‘, aber da gibt es leider zu der Uhrzeit als wird dort ankommen nicht viel zu sehen.
Dafür hat uns der erste Motorrikscha-Fahrer geprellt – unser Geld fordern wir aber später zurück, und wir bekommen es ohne Weiteres zurück. Dem Fahrer ist das schlechte Gewissen ins Gesicht geschrieben, dass er uns das Doppelte abkassiert hat, als vereinbart 😉.

Das angeblich größte Musik- und Kulturfestival von Delhi beim Qutub Minar hat sich auch gut vor uns versteckt. Kaum einer, den wir fragen, weiß überhaupt davon. Plakate gibt’s auch keine. Und als uns dann ein Rikscha-Fahrer endlich sagen kann, wo das stattfindet, sind wir schon auf dem Rückweg Richtung B&B. Schade – wäre sicher ein schöner Abschluss unserer Reise gewesen, aber es mangelt uns auch so nicht an Erlebnissen :-).
Wir laufen abends dafür noch von unserer Unterkauft aus in ca. 10 Minuten zum PVR Shopping Complex, schauen dort ein bisschen herum, trinken nachhaltigen Cappuccino und essen zum Abschluss einen vegetarischen Maharadscha Burger.



Selbst der Burger im Fast Food Restaurant ist sehr lecker! Das Essen werde ich wirklich vermissen…!
21. Tag
Die Jungs vom Hotel haben uns um 6.30 Uhr ein schönes Frühstück gemacht und um 7 Uhr geht‘s Richtung Flughafen. Alles klappt wunderbar, und wir kommen pünktlich abends um 18.45 Uhr in München an.
Ankunft bei 3 Grad und Schneeregen – wenn das nicht das optimale Wetter ist um wieder heimzukommen… Namaste 😉