Alpencross – 2018

Der Plan: zu fünft in sieben Tagen ganz gechilled von Oberstdorf zu Tiziana, irgendwo am Gardasee

21.-28. Juli 2018

1. Tag

DEVISE: WIR TROTZEN DEM REGEN!

8 Uhr Start in Oberstdorf – mit schicken Regenklamotten!!!

Los geht’s – Bahnhof Oberstdorf

Rappenalptal – schön trotz Regen

Kurz vor dem Schrofenpass wird das Wetter besser!

Bisschen schieben – das entlastet den Po!

Da müssen wir hoch!

Die Brücke meistern wir problemlos (wie auch den Rest), mit vereinten Kräften

Ab und zu heißt es auch mal Tragen

Oben – und das war’s schon???

Kaum zu glauben, dass wir es trocken nach oben und auch wieder runter geschafft haben. Ein bisschen matschig wird es dann allerdings, als wir ein Stück des Lechwegs vor Warth nehmen. Das vorherige Putzen der Fahrräder war echt für die Katz!

In Warth kleine Brotzeit beim Metzger, anschließend weiter nach Lech, Zürs, den Flexenpass hoch und zum Abschluss über den Arlbergpass.

Die Belohnung – Bierchen am Arlbergpass

Kurz nach 16 Uhr kommen wir im Gasthof Freisleben https://www.hotel-freisleben.at/en/ in St. Anton an.

Ein genialer Tag – was hatten wir einen Dusel mit dem Wetter! Und wir haben schon fast 1800 Hm und 50 km geschafft. Jetzt auf dem Balkon schön entspannen und dann lecker Abendessen! 

2. Tag

KEIN VERWEILEN IM VERWALL

8.30 Uhr und los, bei etwas Nieselregen. Bald ist es aber trocken und wir können „gemütlich“ durch’s Verwalltal rollen.

Regenjacke zwar nicht mehr nötig, macht sich aber farblich gut auf den Fotos

Kleine Pause am Vormittag an der Konstanzer Hütte.

Danach geht’s bei optimalem Radelwetter durch‘s Schönverwall. Gigantische Landschaft!

Langsam aber stetig bergauf
Kleine Kaffeepause an der Hütte, die eigentlich nicht bewirtschaftet ist

Im Gegensatz zu gestern sind heute richtig viele Leute unterwegs. Alle quälen sich das Verbellner Winterjöchl hoch, schiebend und ab und zu auch tragend. Wie froh bin ich, dass ich mir ein neues Rad mit Alurahmen gekauft hab ;-).

Dann ist’s nicht mehr weit zur Heilbronner Hütte auf 2300 m.

Die meisten Höhenmeter für heute sind geschafft!
Was für ein Anblick – Blick auf den See unterhalb der Heilbronner Hütte

An der Hütte stärken wir uns und sausen anschließend 1 1/2 Stunden, am Kopsstausee vorbei, runter ins Tal.

In Ischgl trennen wir uns – die ganz Fitten fahren die restliche Strecke, der Rest (inklusive mir) nimmt eine kleine Abkürzung mit der Seilbahn. Exakt um 15.55 Uhr kommen wir an der Talstation an, um 16 Uhr fährt die letzte Gondel. Wenn das kein Glück ist!!! Gegen 16.40 Uhr kommen wir an unserem Tagesziel, dem Hotel Bodenalpe https://www.bodenalpe.com an.

Wieder ein Traumtag, mit ca. 1400-1700 Hm und 50 km.

3. Tag

„ENTSPANNUNGSTAG“

Jemand (unser Organisator) meinte, das wird ein “Entspannungstag”, da nur 800 Hm und 22 km zu schaffen sind. Nur schon mal vorab, Entspannung sieht bei mir normal anders aus ;-).

Da wir ja genügend Zeit haben (so dachten wir) und es morgens noch regnet, fahren wir erst um 10 Uhr los, nachdem die anderen 50-60 Radler die Bodenalpe verlassen haben (zu 90% übrigens Männer!).

Erst gemäßigt bergauf, durchs Fimbertal.

Traumhafter Blick auf die Fluchthörner

Dann lange Pause auf der Heidelberger Hütte. Das Essen dort ist mega lecker! Wobei Schlutzkrapfen dennoch nicht die beste Idee vor einem weiteren anstrengenden Aufstieg sind… Leider kommt die Sonne noch immer nicht raus, als wir uns auf den weiteren Weg machen. Kurzzeitig hatten wir die Hoffnung.

Nach etwas Schieben und Tragen kommen wir glücklich und stolz am Fimberpass auf 2600m an.

Man(n) kann runterfahren, …
… oder sich einfach für’s Foto protzig hinstellen und dann runter schieben 😉

Die Strecke bergab ist für uns Mädels etwas zäh. Neben Kühen, die sich uns in den Weg stellen, ist der Weg auch nicht fahrbar, und so schieben wir die Räder wieder zwei Stunden bergab.

Fast unten
Geschafft – Päuschen unten am Fluss

Noch ein Stück, dann endlich die Belohnung in Form einer kleinen Einkehr mit Liegestuhl (beim Almöhi).

Kurz vor unserem Tagesziel, Vna – das Wetter wird besser!

Am späten Nachmittag kommen wir in Vna (Schweiz) in der Pension Arina https://www.pension-arina.ch/ an. Jetzt können wir endlich WIRKLICH entspannen 😊!

Komisch – warum steht das ausgerechnet an unserem Zimmer, nach so einem „Entspannungstag“…?

Das Abendessen ist wahnsinnig lecker und die Pension und Umgebung sind traumhaft! Alles sehr ruhig und urig. Heute Nacht schlafen wir sicher gut!

Vna – ein ursprünglicher kleiner Ort in der Schweiz; mit vielen süßen Ecken zum Entdecken
Meeeega Abendessen – das haben wir uns verdient

4. Tag

ABENTEUER „UINA“

Abenteuer Uina Schlucht! Der Tag begrüßt uns mit strahlend blauem Himmel und wunderschönem Blick auf die umliegenden Berge! Endlich!!! Nach einem tollen Frühstück und dem täglichen Fahrradcheck geht’s gegen 8.45 Uhr ein ganzes Stück in Serpentinen runter nach Sur‘En. Am Campingplatz dort stößt noch ein Kollege dazu, um mit uns durch die Schlucht zu radeln. 1200 Höhenmeter liegen vor uns.

Türkenbund – den sieht man nur, wenn man schiebt 😉

Erst einen breiten Weg hoch, dann Pause auf der Alpe Uina Daeint, wo wir mit Nusstorte Kraft für den Aufstieg in der Schlucht tanken.

Die Idylle der Alpe weicht bald schroffen Felsen und man kann schon den Weg in die gigantische Uina Schlucht sehen.

Einfach genial hier!!!
Und aufi geht’s

Beeindruckend wie sich das Wasser zwischen den Felsen seinen Weg bahnt. Und wir machen uns zu sechst zusammen mit vielen anderen Verrückten auf den abenteuerlichen Weg nach oben.

Kleine Fotopause, genießen und Eindrücke verarbeiten

Der Weg ist immer breit genug und gesichert, so dass auch die nicht ganz schwindelfreien den Aufstieg problemlos meistern können, wenn auch sicherlich mit einem flauen Gefühl im Magen.

Sieht wilder aus als es ist
Ich könnte ewig weiter durch die beeindruckende Schlucht wandern!
Langsam geht’s dem Ende (der Schlucht) zu
Nur noch ein kleines Stück

Wir sind alle stolz und glücklich, als wir aus der Schlucht rauskommen und einen Blick zurückwerfen. Mega!!! Ein absolutes Highlight unserer Tour! Nach einer Pause geht’s über Wiesen zur Sesvenahütte auf 2258 m hoch.

Die alte Sesvenna-Hütte, etwas unterhalb der Neuen

Die Spaghetti Ragout sind wichtig, um unsere Reserven wieder aufzufüllen. Einer unserer Gruppe nimmt noch ein Schlammbad im Weiher und danach geht’s an den Abstieg, erst schwierig, später fahrbar.

Über Schlienig und Schleis sausen wir runter nach Mals im Vinschgau, wo wir gegen 17.15 Uhr ankommen. Was für ein toller Anblick, das Dorf, das Tal, die Berge, und das alles bei Traumwetter.

Flüssiges Obst

Endlich abends draußen sitzen, Aperol Spritz genießen und ’ne leckere Pizza – wir sind jetzt schließlich in Italien 😊.

5. Tag

ENTSPANNUNGSTAG NR. 2
diesmal wirklich; also fast

Nach einem ausgiebigen Frühstück auf der Terrasse mit Blick ins Tal rollen wir den Radweg nach Süden, Richtung Meran, an der Etsch entlang, mit vielen Päuschen, um Cappuccino oder Limo zu trinken.

Ganz schön heiß – die Pausen sind nötig; außerdem haben wir genügend Zeit heute. Mittagspause in Naturns.

An der Etsch entlang
Die Riesen-Liegestühle oberhalb von Meran

Am Nachmittag kurz mal an der Etsch gehalten und die Füße (manche auch mehr) ins kühle Nass gestreckt! Sehr prickelnd – es hat an die 35 Grad!

Bei Lana kehren wir noch im schönen Biergarten der Forstbrauerei ein, bevor wir den einzigen, aber knackigen Anstieg des Tages angehen müssen. An der Straße entlang 5,5 km hoch nach Völlan, 440 Hm. Die haben es bei der Hitze in sich. Es ist zum Glück nicht sehr steil.

Gegen 18.30 Uhr kommen wir nach ca. 75 km in der Pension Kofler https://pensionkofler.it/de/unser-haus.html in Völlan an. Uff! Die nette Hausdame versorgt uns gleich mit Trinken. Dann noch kurz ins Schwimmbad mit Whirlpool und um 20 Uhr holt uns jemand vom Rafflerhof zum Abendessen ab. Im Ort gibt es kein Restaurant, das offen hat. Der Rafflerhof https://www.ristoranterafflerhof.it/de/home ist ein gutes Stück weg und bietet so armen Radlern wie uns, die abends nicht mehr aufs Bike sitzen wollen, einen Shuttleservice. Sehr praktisch! Dort essen wir auf der Terrasse mit Blick auf Meran und die Berge tolle Südtiroler Spezialitäten zu Abend!

Blick von Völlan ins Tal

6. Tag

WIR NÄHERN UNS DEM ZIEL

Vorletzter Radeltag. Frühe Abfahrt, um noch ein wenig von der kühlen Morgenluft zu profitieren. Wir kämpfen uns durch den Wald und zum Schluss über die Passstraße ca. 800 Höhenmeter zum Gampenpass hoch. Anstrengend, aber meist im Schatten gut machbar.

Danach muss leider einer unserer Gruppe nach Hause zurückfahren und so bestreiten wir den Rest der Tour zu viert. Nach einer Getränkepause am Pass geht’s über einen tollen Waldweg mit Stopp an einer Pilgerkirche zum schönen Rifugio Arnika, einer Trattoria mitten im Wald. Der ideale Ort für unsere Mittagspause. Anschließend weiter durch den Wald, schön zu fahren, stetig bergauf und bergab, und kaum jemand unterwegs.

Plötzlich sieht die Landschaft komplett anders aus
Auch interessant
Die Jungs dürfen auch mal ein bisschen spielen 😉
Kunst am Weg

Am Nachmittag fahren wir an Obstplantagen vorbei und durch nette italienische Dörfchen bis oberhalb von Cles, wo wir einen tollen Blick auf den See genießen und ein Eis naschen, bevor der letzte Anstieg des Tages ansteht.

Wir müssen uns nach kurzer Bergabfahrt zur Stadt Cles hochschrauben (und dort dank unseres Navigators zusätzlich einige Sträßchen abseits der Hauptstraße erkunden). Auch nochmal anstrengend, aber nach ca. 42 km und 1200 Hm sind wir gegen 18.15 Uhr am Ziel.

Die Antica Trattoria ist eine tolle Unterkunft am Hauptplatz mit kleiner Bar im Erdgeschoss.

In Cles ist richtig viel geboten, unter anderem eine Art Modenschau am Abend. Schön mal in einer Stadt zu sein und gemütlich rumbummeln zu können. 

Wir haben Spaß in Cles

7. Tag

GARDASEE – WIR KOMMEN

Total irre – wir sind am Gardasee angekommen. Aus eigener Kraft, ohne Pannen und Stürze! Aber es hat uns viel Schweiß gekostet, vor allem bei den heutigen Bergauffahrten auf der Straße, als die Sonne auf den Asphalt knallte. – Das Bad im See ist hart verdient, mit 85 km und ca. 1400 Hm.

Schweißtreibender Aufstieg im Wald
Tolle Kletterfelsen

Meistens geht es zum Glück durch den Wald, wo es immerhin ein wenig kühler ist. Irgendwann ist das ständige Auf- und Ab auf Waldwegen aber auch sehr anstrengend und wir sind froh, als wir den Molveno See erreichen – dort Mittagspause mit Cucina típica.

Es hat leicht angefangen zu nieseln an und wir rollen weiter – die Temperatur ist jetzt optimal zum Radeln.

Nach einer Kaffeepause in Ranzo wollen die Jungs einen Downhill Trail machen, und wir Mädels eine alternative Strecke auf der Straße radeln. Nach ca. 2 km müssen wir aber umdrehen, da die Straße plötzlich gesperrt ist! Toll – also müssen wir auch den „Trail“ runter. Am Ende ist es nur ein sehr steiler, geteerter Weg, der fast komplett fahrbar ist. Puh! Gut für uns, aber für echte Freaks voll die Enttäuschung. Unten am Lago Toblino gibt‘s Gelato und dann ist es nicht mehr weit bis Arco, am Fluss Sarca entlang, mit Blick auf die gigantischen Felsen rund um den Gardasee.

Am Sarca-Fluss entlang

Kurz vor Schluss schwanken unsere Gefühle, zwischen Vorfreude aufs Ankommen, Duschen, frische Klamotten anziehen, Aperol Spritz schlürfen, Pizza essen und Bedauern, dass die Tour gleich vorbei sein wird. Gegen 18.30 Uhr kommen wir schließlich in unserer Unterkunft B&B Moleta (Tiziana) http://www.alamoleta.it/ an, super glücklich, geflasht und stolz! Der Gastwirt begrüßt uns mit Bier, dann gibt‘s als Überraschung für meine Mitstreiter noch original Kluftinger Bier (signiert) https://www.kluepfel-kobr.de/newsreader-k-k/klufti-bier.html.

Angekommen! Schuhe aus, Bier, prost!

Abends bummeln wir durch das quirlige Riva,essen nochmal eine leckere Pizza und lassen die Tour gemütlich ausklingen lassen.

8. Tag

RELAXING & WAY HOME

Sooo gut geschlafen, trotzdem früh raus, damit wir nach dem überdimensionalen Frühstück bei Tiziana noch Zeit zum Baden haben. Wir basteln erst noch die Räder auf unseren Autoanhänger, den wir am Freitag vor der Tour runtergefahren haben, und fahren dann nach Torbole. 

Burgfelsen bei Riva
Gardasee
Jeah!!! Mit unseren neuen „Drybags“
Und das gleiche mit drei Bags 😉

Jetzt stürzen wir uns zwischen Dutzenden von Windsurfern am See ins kühle Nass. Wunderschön!

Am Strand vonTorbole

Nach dem Mittag machen wir uns auf den Rückweg, vollbepackt.

Und mit vielen tollen Erinnerungen an eine unvergessliche Tour! 😊

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